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Unterwegs mit 3,5 Kilometern pro Stunde auf dem Erdmann-Radweg

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Von: Harald Bartels

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Ein Mann und eine Frau sind auf der Straße unterwegs mit zwei Eseln und einem Hund.
Unterwegs auf dem Erdmann-Radweg mit den Eseln Larguirucho (links) und Zazzle sowie Hund Sam sind Johanna Kammler und Klaus Schreiber-Hildebrand. © Bartels, Harald

Mit zwei Eseln und einem Hund sind Johanna Kammler und Klaus Schreiber-Hildebrand zum Eseltrekking auf dem Erdmann-Radweg durch das Sulinger Land unterwegs.

Sulingen / Mellinghausen – Nicht nur für Drahtesel ist der Erdmann-Radweg geeignet, der auf knapp 80 Kilometern Strecke, hauptsächlich durch das Sulinger Land, das Leben und Wirken von Oberförster Erdmann und die Besonderheit seiner Mischwälder vorstellt: Am Montag brachen Johanna Kammler und Klaus Schreiber-Hildebrand auf dieser Route zu vier Tagen Trekking mit Eseln auf.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau führt Klaus Schreiber-Hildebrand im Mellinghausener Ortsteil Bult einen Esel- und Ziegenhof mit eigener Käserei. Seit neun Jahren half dem Paar Johanna Kammler bei der täglichen Arbeit mit den Tieren – am 1. Juli tritt sie ihren Dienst bei der Bundeswehr an, und zum Abschluss geht es nun auf Tour mit den Eseln Larguirucho und Zazzle sowie Hund Sam.

Regelmäßig Touren mit Eseln – auch für Gäste

Den Erdmann-Radweg als Strecke hat Klaus Schreiber-Hildebrand nicht zufällig ausgewählt, denn er führt am Hof in Bult vorbei. Seit Eröffnung des Weges im Mai 2021 habe man viel Zulauf von Radfahrern. Außerdem: „Wir finden den Weg schön“, und das Konzept Erdmanns, der auf Mischwälder als Kontrast zur Kiefern-Monokultur setzte, unterstütze man.

Solche Touren mit Eseln seien nichts Ungewöhnliches, findet Klaus Schreiber-Hildebrand. Mit bis zu sechs der acht Hofesel seien seine Frau und er zwei- bis dreimal pro Jahr unterwegs, für vier bis 14 Tage. Für Hofbesucher biete das Paar auch Ein- oder Zwei-Tagestouren an. Das Besondere: „Esel gehen langsamer als Menschen, das holt einen runter.“ Statt der durchschnittlich sechs Kilometer pro Stunde, die ein Fußgänger schafft, komme ein Esel gerade mal auf 3,5 Kilometer. „Man wird achtsamer und nimmt viel mehr davon wahr, was am Weg liegt.“

Vier Etappen für den Rundweg

Trotzdem haben sich er und Johanna Kammler zum Ziel gesetzt, den Erdmann-Radweg in vier Tagesetappen von jeweils 20 Kilometern Länge zu bewältigen: Am Montag vom heimischen Mellinghausen nach Sulingen-Stadt, zweites Etappenziel ist Sudwalde und am dritten Tag endet die Tour im Sudwalder Ortsteil Bensen, bevor es am Donnerstag, so der Plan, zurück nach Mellinghausen geht.

Das Teilstück am Montag sei „die schlimmste Strecke“, sagt Klaus Schreiber-Hildebrand, weil sie durch die Stadt Sulingen führt. Das sei für die Esel nicht einfach wegen des Verkehrs und auch, weil ihnen dort Dinge wie Gullys unangenehm sind. Eine Ausweichroute kommt jedoch nicht infrage, denn: „Wir halten uns an den Erdmann-Radweg“, betont Klaus Schreiber-Hildebrand.

Esel mögen keinen Regen

Alles, was für die vier Tage benötigt wird, hat die Gruppe in Rucksäcken und Packtaschen dabei. Geschlafen wird im Zelt, und Futter für die beiden Esel – Vater und Sohn – findet sich am Wegesrand reichlich.

Das einzige tatsächliche Hindernis ist, wie sich am Montag zeigte, das Wetter: „Die Esel mögen es nicht, wenn es regnet“, verrät Klaus Schreiber-Hildebrand, „dann laufen sie noch langsamer.“

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