Sanierungsarbeiten wachsen zu Großprojekt

Sulinger Hallenbad: Umkleidebereich ist „entkernt“

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Stünden die Pfeiler nicht im Weg, ließe sich der Umkleidebereich der Einrichtung an der Breslauer Straße derzeit fast schon für Mannschaftssportarten nutzen. Mit den Wandfliesen verschwinden in dieser Woche die letzten Spuren des orangenen Siebzigerjahre-Looks.

Sulingen – Wenn man Sulingens Bäderbetriebsleiter Bernhard Ehrich dieser Tage nicht im Freizeitbad antrifft, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er im Hallenbad arbeitet: Dessen neue Saison beginnt zwar erst im Oktober – die Vorbereitungen dafür haben sich aber unvermutet zu einem Großprojekt entwickelt. „Eigentlich war geplant, die Kabinenwände zu erneuern. Und dann kam eins nach dem anderen...“, stellt er mit Blick auf den „entkernten“ Umkleidebereich der Einrichtung an der Breslauer Straße fest.

Stünden die Pfeiler nicht im Weg, ließe der sich derzeit fast schon für Mannschaftssportarten nutzen. Mit den Wandfliesen verschwinden in dieser Woche die letzten Spuren des orangenen Siebzigerjahre-Looks.

Es klingt nach einem Domino-Effekt: „Wir haben die Kabinenwände rausgerissen – die standen auf Metallfüßen, also hieß es seitens der Fachfirma, da müsse der Fliesenleger noch mal ran.“ Der wiederum habe angesichts der Vielzahl der Stützen vorgeschlagen, einen Streifen der Fliesen rauszunehmen. „Als er zur Flex gegriffen hat, sind die Fliesen praktisch von alleine rausgesprungen, die Spannung im Boden hat sich gelöst. Es sah aus wie Eisschollen...“ Also sei nichts anderes übrig geblieben, als die Fließen komplett zu entfernen, schildert Ehrich. „Dann haben wir festgestellt, dass die Untergestelle der Schränke – verzinktes Metall – nach 43 Jahren total verrostet waren, die haben nur noch sich selbst getragen.“ Aus den ebenso alten Kunststoff-Schrankkörpern hatte sich der Weichmacher verflüchtigt, beim Abmontieren brachen Stücke ab. Spätestens an diesem Punkt wurde es Zeit, sich über einen größeren Wurf Gedanken zu machen.

Vor einigen Wochen entschied der Verwaltungsausschuss des Stadtrates, den Umkleidebereich komplett zu erneuern, teilt Kämmerer Andreas Nordloh auf Anfrage der Redaktion mit. „Die Kosten für das Gesamtprojekt dürften sich auf gut 150 000 Euro netto belaufen.“ Davon seien rund 80 000 Euro bereits im Haushalt eingestellt gewesen, für die ursprünglich geplante Erneuerung der Kabinenwände. „Was an Mehrkosten entsteht, wird überplanmäßig bereitgestellt und dann im Nachtragshaushalt 2019 verbucht.“

„Die Vertiefungen im Boden verschwinden, der hat noch Gefälle, aber es gibt keine Absätze mehr“, erläutert Bernhard Ehrich. Was die neuen Boden- und Wandfliesen anbelangt: „Das Orange entschwindet, wir haben uns für zeitlose Farben entschieden. Grautöne, mit hellen Tönen. Im neuen Schranksystem gibt es auch unterschiedliche Grautöne, mit Limone-Farbakzenten.“ Auch die Wand-Föhne werden erneuert, da die Kunststoffgehäuse teilweise gesplittert waren, ebenso die Ausstattung der behindertengerechten Dusche mit WC.

An den Freibad-Umbau reiche die Größe des Projektes natürlich nicht heran, „aber es ist schon anspruchsvoll im Moment, die Arbeiten der verschiedenen Gewerke zu koordinieren.“ Handwerker sind heute schwer zu bekommen und der Bäderbetriebsleiter ist froh, dass er Betriebe aus Sulingen und Umgebung für die Erneuerung des Umkleidebereichs gewinnen konnte.

Lässt sich dem aufwendigen Vorhaben Positives abgewinnen? „Das wird ein schickes Ding, wenn das fertig ist“, ist Bernhard Ehrich überzeugt. „Und es ist dann das erste Mal, dass die Leute, die uns besuchen, auch sehen, dass hier etwas gemacht wurde – sonst haben wir ja immer alles Geld ,in den Keller gesteckt‘, in die Technik. Das ist dann eher etwas gewesen, das man gespürt hat, weil das Wasser und die Hallenluft wärmer wurden.“ Es sei ein wichtiges Projekt im Sinne der Attraktivität des Hallenbades, für das es auch an der Zeit sei. Er wisse aus seinen Erfahrungen als Camper: „Man guckt, wenn man irgendwo reinkommt: Sanitäre Anlagen, wie sieht das aus? Wenn da die letzten 40 Jahre nichts gemacht wurde, ist man ja im Grunde schon bedient...“

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