„Öffentliche Anteilnahme“

Umdenken bei „Bethel“: Möbelkaufhaus vorerst gesichert

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Sprachen am Freitag über die Zukunft des Möbelkaufhauses „Hin und weg“: Andreas Schünemann, Marlies Beich, Claus Freye, Eva Kurth und Holger Schwandt (von links).

Sulingen - Umdenken bei den Verantwortlichen von Bethel im Norden: Die Gefahr einer Schließung des Möbelkaufhauses „Hin und weg“ in Sulingen scheint (zunächst) abgewandt. Das bestätigten am Freitag die „Bethel“-Mitarbeiter Claus Freye und Marlies Beich.

Ursprünglich war vorgesehen, die Einrichtung mit Ablauf des Monats April zu schließen. Freye, Leiter der Eingliederungshilfe von Bethel im Norden: „Jetzt sagen wir: Wir gehen weiter. Nicht auszuschließen, dass die öffentliche Anteilnahme zu einem Umdenken geführt hat.“

Mitglieder des Senioren- und Behindertenbeirates der Stadt Sulingen um Sprecherin Eva Kurth hatten eine Unterschriftenaktion initiiert, in deren Rahmen nahezu 600 Mitbürger aus Sulingen und dem Umland sich gegen eine Schließung der Einrichtung aussprachen. Der durch den Sulinger Andreas Schünemann initiierten Online-Petition schlossen sich knapp 1 000 Menschen an. 

„Die letzten Wochen war sehr bewegt“, räumt Freye ein. Die Interessen- und Sympathiebekundungen hätten erst deutlich gemacht, „wie etabliert das Angebot tatsächlich ist. Wir haben dann intern alle Anstrengungen unternommen, zumindest Teile des Angebotes weiterführen zu können.“

Einschränkungen in der Werkstatt

Einschränken wird sich „Bethel“ demnach vorerst in den Bereichen, die den Einsatz von pädagogischen Mitarbeitern erfordern. Betroffen davon seien primär weniger Dienstleistungen wie das Abholen von nicht mehr benötigten Möbelstücken und Entrümpelungen sowie das Kaufhaus selbst, abgesehen von reduzierten Öffnungszeiten, sondern eher der Bereich der Aufarbeitung von Möbelstücken und damit die Werkstatt. 

Claus Freye: „Die Betreuung der Leute, die bei uns in Maßnahmen waren und Beschäftigungsmöglichkeiten wahrgenommen haben, fällt dann erst einmal weg. So lange wir keine anderen Wege finden, sind wir zunächst gezwungen die Kosten zu reduzieren. Die Einrichtung wird auch in der zukünftigen Form noch defizitär laufen.“

Freye und Beich machen keinen Hehl daraus, dass sie zur langfristigen Sicherung des Möbelkaufhauses auf Unterstützung angewiesen sind. „Sollte sich im politischen Bereich noch etwas tun, wären wir dankbar. Unser Ziel ist natürlich, zurück zum Gesamtangebot zu kommen“, so Freye. 

Neue Strategie muss her

Marlies Beich: „Wichtig war uns, erst einmal die Einrichtung zu sichern. Jetzt geht es darum, eine Strategie zu entwickeln, wie es weitergehen kann, um auch die Beschäftigungsangebote wieder vorzuhalten.“ Konkrete Gespräche mit Mandatsträgern und Verwaltungen der Kommunen im Sozialraum, mit Mandatsträgern und Mitarbeitern des Landkreises, mit dem Jobcenter und Überlegungen der Erarbeitung von Möglichkeiten der Einbindung von Ehrenamtlichen stünden noch aus. „Der Bedarf an Beschäftigungsangeboten nach Sozialgesetzbuch II ist da“, beteuert Claus Freye.

Erst im Mai 2014 hatte „Bethel“ das Angebot ins Leben gerufen, seitdem am Standort Sulingen nicht nur mit dem Verkauf von gebrauchten und antiken Möbeln, sondern genauso mit dem Umzugsservice, mit Haushaltsauflösungen, der Sperrmüllentsorgung sowie der Aufbereitung von Möbeln das Portfolio im Umfeld des Sozialpsychiatrischen Tageszentrums Taff erweitert. Mit der Einrichtung des Möbelkaufhauses hatte „Bethel” eine Anregung des Landkreises aufgenommen, der sich 2016 aus der Finanzierung zurückzog.

oti

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