Bürgersolaranlage: Werte besser als Prognose

Über den Dächern von Sulingen

Die Bürgersolaranlage auf dem Dach der Grundschule: Die Ergebnisse sind besser als erwartet. - Foto: Krahn

Sulingen - Der Sommer zeigte sich am Mittwoch von seiner besten Seite – nicht nur zur Freude der örtlichen Bäderbetriebe, sondern auch zu der der Nutzer der Solarenergie. Einer von ihnen ist Lothar Sickert, Gesellschafter der Sulinger Bürgersolar GbR, die auf dem Dach der Grundschule an der Schmelingstraße eine Photovoltaikanlage (PV) betreibt.

Seit 2007 produzieren die PV-Module Solarstrom. Zu Beginn verfügten die Module bereits über eine Peak-Leistung von 30 Kilowatt. 2012 hatte die Gesellschaft die Kapazität durch die Installation zusätzlicher Module um 20 Kilowatt Leistung erweitert. „So verfügt die Anlage über eine maximale Produktionskapazität von 50 Kilowatt“, erklärt Sickert. Der Gesellschafter zu Langzeiterfahrungen und Produktionsergebnissen: „Nicht nur in den letzten Jahren lag die Leistung der Anlage immer über den prognostizierten Werten. Selbst in den dunkleren Jahreszeiten oder bei starker Bewölkung belaufen sich die Werte stets oberhalb der Prognose.“

In den nun mehr als neun Jahren Betriebsdauer sei es zu keinen nennenswerten Störungen an der Schmelingstraße gekommen. „Die Anlage wird über das Internet in Echtzeit überwacht.“ Als erste Reparatur an der Anlage überhaupt wurde jetzt der Austausch eines Wechselrichters erforderlich.

Die Echtzeitüberwachung und Wartungsarbeiten werden von Dipl. Ing. Hartmut Wagner durchgeführt. Wagner: „Selbstverständlich sind regelmäßige Wartungen eine Grundvoraussetzung für den reibungslosen Betrieb einer Photovoltaikanlage. Dieses wird leider viel zu oft in den Hintergrund geschoben. Der Entschluss zu diesem Austausch fiel uns nicht schwer. Der neue Wechselrichter besitzt eine höhere Effizienz.“ Klartext: Die Produktionskapazität der Anlage erhöhte durch den Austausch von heute auf morgen um ganze 300 Watt. „Somit bezahlt sich der neue Wechselrichter quasi selber“, sagt der Diplom-Ingenieur.

Wagner gilt als Befürworter des Ausbaus der Solarenergie, der Windenergie und der Solarthermie in Bürgerhand: „Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die im Windschatten der EM nahezu unbeachtet vom Bürger stattfand, ist ein weiteres Kapitel zur Zurückdrängung der erneuerbaren Energien. Es hat konkrete Auswirkungen auf bürgerliche Energiegenossenschaften.“

Durch die Novellierung des Gesetzes werden zukünftige Gründungen neuer bürgerlicher Energiegenossenschaften aus Sicht Hartmut Wagners deutlich erschwert. „Dadurch wird die Energiewende de facto ad absurdum geführt.“ 

jk

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