100 Traktoren beim NLWKN

Treckerdemo in Sulingen: Landwirte kritisieren Nitratmessstellen

100 Landwirte beteiligen sich an dem Protest.
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100 Landwirte beteiligen sich an dem Protest.

Sulingen – Mehr als 100 Landwirte aus den Landkreisen Diepholz und Nienburg mit 100 Schleppern machten Montag vor der Betriebsstelle Sulingen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ihrem Unmut Luft. Auf Einladung des Landvolk-Kreisverbandes Mittelweser forderten sie mit dem Trecker-Korso Gespräche mit Mitarbeitern des Landesbetriebes über die Unterhaltung der Nitratmessstellen im Zuständigkeitsbereich der Betriebsstelle ein.

Die Messstellen dienen der Ermittlung der sogenannten „Roten Gebiete“ und damit der landwirtschaftlich genutzten Flächen, für die die Düngeverordnung zukünftig verschärfte Regelungen vorsieht.

Nach einem vom Landvolk in Auftrag gegebenen Gutachten weise das Gros der Messstellen im Verbandsgebiet Mängel auf. Die Landwirte stellen die Messergebnisse deshalb infrage. „Die Mitarbeiter des NLWKN haben sich bisher jeglichen Gesprächen verweigert“, erklärt Christoph Klomburg, Vorsitzender des Kreisverbandes Mittelweser, am Montagmorgen in Sulingen.

NLWKN-Betriebsstellenleiter Bernd Lehmann verweist auf Anfrage auf die mit der Ausweisung der „Roten Gebiete“ zusammenhängenden Normkontrollklagen vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg. „Wir befinden uns in einer Art schwebenden Verfahren, halten uns deshalb zurück.“ Der Betriebsstellenleiter später vor den Landwirten: „Alle Messstellen in den ,Roten Gebieten‘ wurden zwischenzeitlich noch einmal überprüft.“ Ergebnisse der Überprüfung seien noch nicht veröffentlicht. „Die Federführung hat die Betriebsstelle in Aurich.“

Den Vorwurf einer fehlenden Gesprächsbereitschaft lässt Lehmann nicht gelten. Er verweist auf Gremientagungen, an denen auch die Landwirtschaft beteiligt sei. „Etwa im Rahmen der Gebietskooperation Weser-Ochtum am Donnerstag dieser Woche.“

Landwirt Christian Lohmeyer aus Bücken gehen die Beschwichtigungsversuche des NLWKN nicht weit genug; insbesondere vor dem Hintergrund anstehender Investitionen auf Basis ungenauer Messdaten: „Für den ein oder anderen Berufskollegen ist die Wirtschaftlichkeit dann komplett dahin.“ Lohmeyer fordert eine detaillierte Erläuterung der Messdaten und „dass die Messpunkte in einen Zustand versetzt werden, dass man den Werten vertrauen kann. Das ist für uns nach wie vor nicht der Fall.“

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