Erinnerungsfeier im Lindeneck

Trauer um Blues-Musiker „Country Rudi“

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„Country Rudi“ Christian Rudolph wird am Mittwoch in seiner Wahlheimat Sulingen beigesetzt.

Sulingen – „Ein Urgestein der deutschen Blues-Szene ist tot“, schreibt Willi Bründl, Organisator des bis 2018 ausgerichteten Sulinger Resonatorfestivals, über „Country-Rudi“ oder bürgerlich Christian Rudolph.

„Er starb kurz vor Weihnachten in Sulingen, das vor langer Zeit sein Heimatort wurde. Im ersten Halbjahr 1984 trat er zum ersten Mal in der Sulinger Gastwirtschaft ,Zum Amtsschimmel‘ auf“, erinnert sich Bründl, bis Frühjahr 2019 Wirt des „Schimmels“. „Er übernachtete mit seinem Fahrer, in Ermangelung anderer Unterkunft, im Schlafsack auf der Bühne. Geweckt wurden sie durch den spitzen Schrei der Putzfrau, die nichts ahnend die Tür aufschloss und sich Einbrechern gegenübersah. Nach Klärung der Sachlage gab es erst mal Kaffee und Frühstück.“

Seit dieser Zeit habe Christian Rudolph die Sulestadt oft besucht, sei schließlich hierher gezogen. „Rudi wurde geboren am 1. Juni 1955 in der Berliner Charité, lernte in Berlin den Beruf des Mälzers und Brauers bei der Berliner Kindl Brauerei und kam später zum Blues. Er spielte in der Blues Cooperative Berlin, mit vielen nationalen und auch internationalen Künstlern und sein großer Auftritt als ,Vorband‘ für Rory Gallagher ist legendär.“ 

In Sulingen habe Country Rudi am Festival für die Resonatorgitarre mitgearbeitet, „die er gern und oft spielte. Das Sulinger Festival zu Ehren dieser Gitarre mit einem mechanischen Resonator wurde nach dem Ende des Festivals in Trnava in der Slowakei das älteste in Europa. Und Rudi immer dabei und mittendrin, um diese Musikkultur und damit auch den Blues zu erhalten. Er textete und komponierte auch selbst Stücke, die in der Bluesszene ihren Weg fanden. Er mischte die sehr bunte und umfangreiche Musikszene von Sulingen und Umgebung auf und spielte in sehr vielen Bands, aber auch als Solist. Rudi hat als Musiker viele Menschen beeindruckt, als Mensch und Typ war er ein Original, hat durch seinen geraden Charakter viele Freunde gewonnen. Er hat Sulingen sehr bereichert.“

Die Urnenbeisetzung beginne am Mittwoch, 8. Januar, gegen 12.15 im „Wald der Ruhe“ neben dem Friedhof an der Linderner Straße, kündigt Bründl an, „anschließend gibt es eine Erinnerungsfeier im extra dafür geöffneten ,Lindeneck‘.“

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