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Touristiker des Sulinger Landes freuen sich auf Messegespräche

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Von: Sylvia Wendt

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Bieten Gästen unterschiedliche Plattformen, online, per Flyer oder im persönlichen Gespräch auf Messen, sich über die Region zu informieren (von links): Dorothea Schneider, Rolf Hedemann und Sabine Kammacher.
Bieten Gästen unterschiedliche Plattformen, online, per Flyer oder im persönlichen Gespräch auf Messen, sich über die Region zu informieren (von links): Dorothea Schneider, Rolf Hedemann und Sabine Kammacher. © S. Wendt

Sulinger Land – Tourismus im Umbruch: Lohnt es, sich auf einer Messe zu präsentieren? Oder suchen sich die Gäste nicht doch eher Informationen im Internet zusammen? „Es gibt beides“, sagen Rolf Hedemann, Dorothea Schneider und Sabine Kammacher. Alle drei sind sich einig: Es sind spannende Zeiten. Ein bisschen was von Aufbruchstimmung ist zu spüren. Woran liegt das? „Die Leute wollen raus“, sagt Dorothea Schneider, Geschäftsführerin der Dümmer-Weserland Touristik.

Raus ja – aber auch in der Region unterwegs sein? „Ja“, sagt Sabine Kammacher von der Stadt Sulingen. Rege nachgefragt seien Radrouten, die durch die Region führen. Nachgefragt werde auch, ob die Etappen schön flach sind. „Das können wir dann immer bestätigen“, sagt Kammacher. Und schmunzelt: „Obwohl... der Dillenberg...“

Für Rolf Hedemann, Tourismusbeauftragter der Samtgemeinde Kirchdorf, bei den Messen fast immer vor Ort, ist es manches Mal verwunderlich, wie schnell die Infos am Messestand in eine echte Buchung münden: „Da haben wir noch eben auf der HanseLife in Bremen gesprochen und schon bekomme ich die Rückmeldung, dass Opa und Enkel sich für das Wochenende im Landhotel in Kirchdorf eingebucht haben.“

Tatsächlich sei die Region für Touristen aus Bremen nicht uninteressant, erklärt Sabine Kammacher, ob für Tagesausflüge oder längere Touren. Denn die Region zwischen Dümmer und Weser sei schnell zu erreichen. Dorothea Schneider weiß, dass die persönlichen Gespräche auf Messen manchen Gast erst überzeugen. Kann man die Gäste in Gruppen einteilen? Eigentlich nicht so wirklich, sind sich die drei Touristiker einig. Schneider sieht die Altersgruppe der 40- bis 50-Jährigen gerne bei Facebook nachgucken, bei Instagram erreiche sie die 20- bis 30-Jährigen eher und Messebesuche absolvierten oft ältere Gäste. Und dann auch wieder nicht: „Da gibt es die Senioren, die sich im Netz und mit der ausgedruckten Papierkarte stundenlang eigene Touren zusammenstellen“, berichtet Rolf Hedemann. „Senioren sind da ganz schön pfiffig.“ Die Pandemie habe viele Interessierte individuell planen lassen: Kammacher, Hedemann und Schneider berichten von vielen Anrufern, die um Input für Ausflugsideen gebeten hätten. Die Touristiker kennen da keine Grenzen – und sich untereinander gut. „Das ist ein Vorteil des Schäferkarrens, mit dem wir uns bei Messen präsentieren: Da haben wir Platz für jede Menge Broschüren – und können auch bei Wind und Wetter draußen stehen auf einem Freigelände“, erklärt Hedemann, der meist im Kostüm als „Heideschäfer Arthur“ Hingucker ist.

Der nächste Termin wird am 21. und 22. Mai in Osterholz-Scharmbek sein, wenn zur Neuauflage der „Publica“-Messe eingeladen wird. Die ganze Familie könne dort Themen finden: Ob Jobmesse für die Jugendlichen oder Verbraucherthemen für alle Altersklassen – der freie Eintritt auf das „Messegelände Stadthalle“ könnte animieren, tatsächlich mit der ganzen Familie vorbeizuschauen, hofft Sabine Kammacher auf eine gute Resonanz.

Was können die Touristiker Neues aus der Region vorstellen? Sind ihre bisherigen Kooperationspartner noch dabei oder gab es pandemiebedingte Schließungen? Nein, eigentlich seien fast alle noch an Bord, heißt es. Neue Ziele für Gruppen oder Individualtouristen würden immer wieder nachgefragt. Manche Anbieter mögen sich da nicht einreihen – andere können die Touristiker nicht mehr unterstützen, aufgrund von Personalproblemen. Die führen mancherorts zu reduzierten Öffnungszeiten, berichten Schneider, Hedemann und Kammacher.

„Standortwerbung lohnt sich immer“

Dennoch bleiben die versierten Touristiker optimistisch: „Die Standortwerbung lohnt sich immer, das bekommen wir als Feedback von den Bürgern und den Firmen gemeldet.“

Eine weitere Klientel hat kurze Anreisewege: „Viele Bürger haben die eigene Region für sich entdeckt“, sagt Dorothea Schneider, „haben neue Hobbys entwickelt.“ Erfreulich sei auch, dass Gäste, die sich in der Region wohlgefühlt haben, als Multiplikatoren dienen. Hedemann, Schneider und Kammacher stellen aber auch klar: Als Kommune oder Tourismusverband ist man nicht selbst Veranstalter. „Wir vermitteln nur die Anbieter, leiten die Anfragen weiter – eigene Pauschalangebote, Tagesausflugspakete mit Einkehrschwung und Besichtigungstermin, gibt es nicht. Wir empfehlen da nur“, sagt Dorothea Schneider. Und die Liste der Empfehlungen heimischer Anbieter zeige: „Da ist viel in Bewegung.“ Nicht nur die Gäste, die mit E-Bikes den Radius erweitern auf 50 oder gar 100 Kilometer am Tag. Sport, Erlebnisse, draußen sein: Das sei nachgefragt – und biete Entwicklungspotenzial.

Heimische Tourismusbeauftragte zu Gast bei Veranstaltungen

Nach dem erfolgreichen Auftakt im April in Goldenstedt ist die zweitägige „Publica“ in Osterholz-Scharmbek der zweite Messetermin für die heimischen Touristiker, um für einen Besuch in der Region zu werben. Etliche Veranstaltungen zu Jahresbeginn wurden abgesagt, aber jetzt soll es weitergehen. Am 12. Juni folgt der „Tag des Parks in Ostwestfalen-Lippe“ am Schloss Benkhausen, am 26. Juni der verkaufsoffene Sonntag in Sulingen mit dem Bereich „Regionalität erleben“, am 3. Juli wird das Rosenfest in Diepholz gefeiert, zusammen mit dem „Tag des Moores“ für Sonntag, 31. Juli wird zum Heidelbeerfest auf den Hof Thiermann in Scharringhausen eingeladen. Am 4. September sind die Touristik-Fachleute beim Markt der Möglichkeiten zur Feier „50 Jahre Naturpark Dümmer“ in Dümmerlohhausen, am 3. Oktober beim Kartoffel- und Kürbisfest auf dem Hof Thiermann in Scharringhausen. In Goldenstedt wollen sie erneut sein, am 9. Oktober, beim Bauern- und Gartenmarkt. Als mehrtägige Messen sind eingeplant die „HanseLife“ vom 14. bis 18. September und die „Reise Lust“ vom 4. bis 6. November, beide in Bremen.

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