Weihnachtliches Musikkabarett

Tina Teubner und Ben Süverkrüp begeistern Publikum in Sulingen

Gaben alles, um das Publikum aus der Reserve zu locken: Kabarettistin Tina Teubner und ihr Ehemann Ben Süverkrüp.
+
Gaben alles, um das Publikum aus der Reserve zu locken: Kabarettistin Tina Teubner und ihr Ehemann Ben Süverkrüp.

Sulingen – „Sie müssen so tun, als wären Sie 440“, witzelte Tina Teubner. Die Kabarettistin und ihr Ehemann Ben Süverkrüp (Piano) gaben alles, um die 80 Besucher, die am Samstag – coronakonform mit weitem Abstand voneinander – im Sulinger Stadttheater Platz genommen hatten, aus der Reserve zu locken und in Weihnachtsstimmung zu versetzen.

Die zentrale Botschaft von „Liedern, Kabarett & Unfug zu Weihnachten“: Den Wahnsinn der vermeintlichen Winter-Wunder-Idylle samt Familienstress, exzessiver „Gebammelkultur“ und kunstvoll vollgemüllter Fensterbänke übersteht nur der, der darüber lachen kann. „Wir werden alles thematisieren, was das Fest kompliziert und anstrengend macht, dann kann Sie nichts mehr erschüttern“, kündigte Teubner an.

Das Duo spielte den sich anbahnenden Gau in allen Varianten durch. Verlogene Frömmigkeit, falsche Bescheidenheit, Geschenk- und Beziehungsprobleme: Multitalent Tina Teubner, beeindruckend bühnenpräsent, bot in Wort und Musik (Gesang, Geige, Singende Säge, Ukulele) humorvolle Lösungen an. Ach, was war das früher schön. Als Frauen, mit gedutteten Frisuren und leichter, vorteilhafter Demenz, noch belastbar waren. Als Eltern nicht segelnderweise das Erbe in Gran Canaria verplemperten. Als die Geschenke noch vom Christkind und nicht von Amazon kamen.

Mehrere Musikinstrumente, darunter die Ukulele, beherrscht Tina Teubner.

„Früher war alles besser. Klassen besser“, pflichtete ihr der meist schweigsame Pianist bei, während er das Fest der Liebe am Ende des Programms auf eigene Weise beleuchtete: sich selbst begleitend am Klavier mit einem genialen Medley aus Volks- und Kirchenliedern sowie Melodien von Klassik bis Pop.

Wer das Prozedere auf sich genommen hatte – Anmeldung, Impfpass- und Personalausweis-Check, Registrierung – hatte definitiv und nicht nur „vielleicht“ Lust auf einen schönen kulturellen Abend. „2-G“ sei in Ordnung, hieß die Rückmeldung aus dem Publikum; auch im eigenen Interesse sei man froh über diesen Rahmen, der eine relative Sicherheit bedeute.

„Ich freue mich, dass so viele die Regelung mittragen, nur wenige haben ihre Karten zurückgegeben“, sagte Ariane Hanselmann, Geschäftsführerin des Kulturvereins Sulingen. Dennoch: Die Zeiten seien schwierig. Die Auslastung von Stadttheater und Alter Bürgermeisterei sei in diesem Jahr von 80 bis 90 auf 25 Prozent gesunken. Eine weitere Hürde bahne sich für die Live-Performance „Musikladen“ am kommenden Samstag an: „Wenn die Zahlen weiter steigen, müssen wir damit rechnen, dass per Allgemeinverfügung ‚2-G-plus‘ gefordert wird“, sagte Ariane Hanselmann. Das würde bedeuten, dass nur Geimpfte und Genesene mit aktuellem Negativtest Einlass erhalten. Für die musikalische Zeitreise in die 70er und 80er Jahre sind 125 Karten verkauft, einige also noch zu vergeben. Hanselmann: „Wir werden die Plätze wieder im Schachbrettsystem anordnen. Den Gästen ist Abstand wichtig.“

Etwas Schneezauber aus der Dose gefällig...?

„Die Situation macht etwas mit uns. Und mit dem Publikum auch“, stellten Tina Teubner und Ben Süverkrüp fest. In puncto Euphorie sei noch Luft nach oben. Das Engagement des Sulinger Kulturvereins wüssten sie sehr zu schätzen: „Es ist eine Freude, hier aufzutreten – selbst in diesen Zeiten!“ Sulingen war die erste von 14 Stationen ihrer Weihnachts-Tournee. Wie es weitergeht, stehe in den Sternen. Tina Teubner: „Wir haben bislang erst eine Absage, aber alle Veranstalter zittern.“ Ben Süverkrüp ergänzt: „Die Maßnahmen sind nachvollziehbar, und wir werden uns trotz der quälenden Unsicherheit nicht desillusionieren lassen. Wir lieben unseren Beruf!“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Drei Schließungen in der Diepholzer Innenstadt

Drei Schließungen in der Diepholzer Innenstadt

Drei Schließungen in der Diepholzer Innenstadt
Schleifstaub gerät frühmorgens in Brand

Schleifstaub gerät frühmorgens in Brand

Schleifstaub gerät frühmorgens in Brand
Einbruch: 90-Jährige schläft während der Tat vor dem Fernseher

Einbruch: 90-Jährige schläft während der Tat vor dem Fernseher

Einbruch: 90-Jährige schläft während der Tat vor dem Fernseher
Pressewart, Wettbewerber und Schiedsrichter: Cord Brinker scheidet nach 47 Jahren aus dem Feuerwehrdienst aus

Pressewart, Wettbewerber und Schiedsrichter: Cord Brinker scheidet nach 47 Jahren aus dem Feuerwehrdienst aus

Pressewart, Wettbewerber und Schiedsrichter: Cord Brinker scheidet nach 47 Jahren aus dem Feuerwehrdienst aus

Kommentare