Tierschützer bilden den Görges-Nachfolger aus – und müssen ihn ziehen lassen

Stelle nicht zu finanzieren

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Zum 1. September 2012 hatte Lennart Kaspar beim Tierschutzverein Sulingen und Umgebung die Ausbildung zum Tierpfleger begonnen – und jetzt mit einer Gesamtnote von 1,8 abgeschlossen. Der Verein kann eine Weiterbeschäftigung nicht finanzieren.

Sulingen - „Seine Leistungen wollen wir nicht missen“, sagt Marita Görges, Vorsitzende des Tierschutzvereins Sulingen und Umgebung. „Seine Persönlichkeit auch nicht.“ Zum 1. September 2012 hatte Lennart Kaspar beim Tierschutzverein Sulingen und Umgebung die Ausbildung zum Tierpfleger begonnen – und jetzt mit einer Gesamtnote von 1,8 abgeschlossen. Bis Ende September kann der Tierschutzverein den 24-Jährigen noch beschäftigen. „Danach bekommen wir Probleme, die Stelle zu finanzieren“, sagt Marita Görges.

Im September 2012 hatten die Tierschützer mit der Einstellung eines Auszubildenden Neuland betreten. „Und das bis heute nicht bereut“, so Görges. Lennart Kaspar habe sich als Glücksgriff erwiesen. „Aufgrund seiner Fähigkeiten im Umgang mit Tieren, wie er gegenüber Besuchern oder Tierhaltern auftritt, mit denen wir zu tun haben; nicht zuletzt auch aufgrund seiner handwerklichen Fertigkeiten.“

Hinter die Idee der Ausbildung eines Tierpflegers hatte der Vorstand des Tierschutzvereins vor mehr als drei Jahren eine Strategie gestellt. Marita Görges, nicht nur Vorsitzende, sondern auch Leiterin des Tierheims in Lindern, vollendete inzwischen das 56. Lebensjahr. „Ich mache noch vier oder fünf Jahre. Dann wird es Zeit, ans Aufhören zu denken. Die Nachfolge muss vorher geregelt werden.“ In Lennart Kaspar sieht Görges eine Chance für die Zukunft des Linderner Tierheimes. Aber: „Er wird mit seiner Qualifikation nicht noch vier oder fünf Jahren warten, bis er als Tierpfleger arbeiten kann. Es wäre schade, wenn er uns verlassen müsste.“

Finanziert hatte der Verein die Ausbildung des heute 24-Jährigen über Sponsoren. „So um die 18000 Euro kamen da in drei Jahren zusammen“, erinnert sich Görges. „Unsere Leute haben beim Klinkenputzen wirklich Gas gegeben; allen voran Christine Nordenholz.“ Um neben Tierheimleiterin Görges eine zweite hauptamtliche Kraft zu beschäftigen, müsste der Verein aber ganz andere Summen bewegen. „So um die 2000 Euro im Monat; ein paar Euro können wir selbst aufbringen.“ 

Der Haushalt des Tierschutzvereins weist jährlich eine Summe von etwa 150000 Euro aus. Das Gros akquirieren die Aktivisten über Spenden, Mitgliedsbeiträge, durch die Vermittlung von Tieren und bei Veranstaltungen. Etwa 40000 Euro jährlich steuern die Stadt Sulingen und die Samtgemeinden Kirchdorf, Schwaförden und Siedenburg bei. Während Sulingen und Kirchdorf auf Pauschalzuweisungen setzen, rechnen Schwaförden und Siedenburg Kosten pro Tier ab, das aus in ihren Grenzen in Lindern aufgenommen wird. Görges: „Wir befinden uns in ständigen Gesprächen mit den Kommunen, werden da noch mal um Unterstützung für die Weiterbeschäftigung von Lennart werben.“

Der heute 24-Jährige geht seit Ende des Jahres 2010 im Sulinger Tierheim ein und aus; zunächst als ehrenamtlicher Helfer, später dann im Zuge eines Berufseinstiegsqualifizierungsjahres. „Die Arbeit hier hat von Anfang an Spaß gemacht“, sagt der ausgebildete Tierpfleger. „Wenn es eine Möglichkeit gibt, würde ich schon gerne in Sulingen bleiben; schon allein um das, was wir hier begonnen haben, fortzuführen.“

Viele Projekte auf dem Gelände des Tierheimes tragen die Handschrift des 24-Jährigen; etwa die Neubauten von Zwingern, Ausläufe, Instandsetzungs- und Instandhaltungsprojekte. Görges: „Wenn Lennart geht, werden wir das ein oder andere wieder zurückdrehen müssen. Von Vertretungsregelungen möchte ich gar nicht sprechen. Wir können ja auch nicht so einfach die Tür abschließen. Aber warten wir es einmal ab.“

oti

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