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Sulinger Hospiz „Zugvogel“ feiert Geburtstag bei den Elefanten

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Von: Harald Bartels

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Eine Gruppe von Menschen vor mehreren Spezialtransportern.
Mit einer Reihe von Fahrzeugen machten sich am Mittwoch Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter auf den Weg zum Tierpark Ströhen. © Bartels

Das Sulinger stationäre Hospiz „Zugvogel“ wagt einen Ausflug mit aufwendiger Logistik.

Sulingen / Ströhen – Ein Ausflug ist eine aufregende Sache – und das umso mehr, wenn diesen Ausflug ein ganzes Hospiz unternimmt: Am Mittwoch begingen Bewohner, Mitarbeiter und einige Angehörige den Jahrestag des stationären Hospizes „Zugvogel“ in Sulingen mit einer logistisch aufwendigen Tagesfahrt in den Tierpark Ströhen.

Ein „Tag der offenen Tür“ mit Kunsthandwerkermarkt habe sich nicht umsetzen lassen, erklärte stellvertretende Pflegedienstleiterin Ina Seliger, deswegen habe man sich eine Alternative überlegt: „Das war eine spontane Entscheidung.“ Nachdem sie mit dem Ambulance Service Nord (ASN) telefoniert habe, sei die Planung innerhalb einer Woche umgesetzt worden. Der ASN übernahm bei dem Vorhaben eine entscheidende Rolle: Mit gleich fünf Fahrzeugen sorgte der Verein für den Transport der Teilnehmer.

Menschen stehen im Tierpark vor einem Elefanten.
Für die „Zugvogel“-Gruppe war eigens eine private Begegnung mit den Elefanten des Tierparks organisiert worden. © Hospiz Zugvogel

„Wir sind auf alle Eventualitäten eingestellt“, sagte ASN-Vorsitzender Frank Hupe. Der Verein ist vor allem bekannt für seine „Sternenfahrten“, mit denen schwer erkrankten oder pflegebedürftigen Menschen Fahrten zu besonderen Zielen ermöglicht werden. „Wir machen hin und wieder etwas für einzelne Bewohner des Hospizes, deswegen unterstützen wir das gerne, denn die Idee ist total klasse!“

Mit zwei speziell umgebauten Rettungswagen, zwei Rollstuhltransportern und einem Kombi samt Anhänger waren Frank Hupe und vier weitere Helfer des Vereins angereist. Einen Rollstuhltransporter habe der Verein für diese Aktion kostenlos vom Unternehmen „Rolli Meyer“ aus Winsen / Luhe zur Verfügung gestellt bekommen, denn „wir mussten in der Pandemie zwei Fahrzeuge verkaufen, weil unser Spendenaufkommen um über 80 Prozent eingebrochen ist.“

Eine Gruppe von Menschen im Tierpark.
Zum Hospiz-Geburtstag gratulierten auch Landrat Cord Bockhop (rechts) und Wagenfelds Bürgermeister Matthias Kreye (stehend Dritter von links). © Hospiz Zugvogel

Zu organisieren hatte Ina Seliger auch den Besuch im Tierpark: Von dort gab es ein großes Entgegenkommen, die Bewohner mussten keinen Eintritt zahlen und eigens für die Gruppe wurde ein privates „Elefanten-Meeting“ ermöglicht. Sieben von acht Bewohnern nahmen teil, berichtete Seliger. Sie alle könnten „noch ein bisschen laufen“, aber vorsichtshalber führte man Rollstühle und zwei Liegen für den Weg durch den Tierpark mit. Begleitet wurden sie von einigen Angehörigen sowie von zehn Mitarbeitern des Hospizes und weiteren Ehrenamtlichen. Aus der Küche gab es Lunchpakete für die Bewohner, aber „wir wollen mit allen im Tierpark auf den Geburtstag eine Currywurst mit Pommes essen und ein Bier trinken“, kündigte die Organisatorin bei der Abfahrt an. Für die „Daheimgebliebenen“ werde es noch eine Überraschung geben. „Wir fahren bei ,Hospiz-Geburtstagswetter‘“, lachte Ina Seliger, bei der Eröffnung 2018 sei es ähnlich heiß gewesen. Die Bewohner hätten alle etwas Angst davor gehabt, wie es wohl wird, aber sich auf den Ausflug gefreut, „das ist für mich das Schönste.“

Auf Nachfrage berichtete Ina Seliger nach der Rückkehr: „Die Bewohner hatten alle sichtlich Freude und sind am späten Nachmittag glücklich und erschöpft wieder im ,Zugvogel‘ angekommen – das war so schön!“ Überraschend habe man hohen Besuch im Park bekommen: Landrat Cord Bockhop und Wagenfelds Bürgermeister Matthias Kreye gratulierten zum „Hospiz-Geburtstag“.

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