Tierheim Lindern mahnt: Neue Haustiere erst nach dem Feiertagstrubel holen

Festliches Menü für Hunde

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Extraportion zum Fest: Auf die Tiere wartet Heiligabend ein Teller mit Bockwurst, Leberwurstbrot und Leckerlis.

Weihnachten ist eine denkbar schlechte Zeit für die Eingewöhnung eines neuen vierbeinigen Mitbewohners. „Das ganze Tamtam mit Familienbesuch und Weihnachts-Glitter ist nicht der richtige Rahmen,“ sagt Marita Görges, Vorsitzendes des Tierschutzvereins Sulingen und Umgebung.

Die Anfragen im Tierheim halten sich diesbezüglich in Grenzen. Marita Görges: „Vor ein paar Jahren hatten wir mehr. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass bei uns so etwas nicht in Frage kommt.“ Ausnahmen bestätigen die Regel: „Wenn wir die neuen Besitzer kennen, ist das etwas anderes - einmal angenommen, dass sie um Weihnachten mehrere Wochen Urlaub haben und somit Zeit, sich in der Eingewöhnungsphase zu kümmern.“

In der Regel raten sie und ihre Mitarbeiter zu einem anderen Weg: „Man kann ein Foto von Kund, Katze, Meerschweinchen & Co., die ‚Aussteuer‘ dazu unter den Baum legen und das Tier holen, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist.“

Dank der klaren Linie des Tierheims kommt es auch nur noch vereinzelt vor, dass Hunde nach Weihnachten auf einem Parkplatz angeleint zurückgelassen werden. Dass sich Menschen mit der Aufgabe, für ein Tier zu sorgen, überfordern, gibt es immer noch. „Meist im Frühjahr“, sagt Marita Görges: „Das kennen wir: Im Februar oder März stehen hier Leute vor der Tür und wollen einen Junghund abgeben. Der oftmals vorgeschobene Grund: ‚Wir ziehen um‘.“

Die Mitarbeiter des Tierheims Lindern, das im Juli 1989 in Betrieb genommen wurde, haben sich zur Aufgabe gemacht, zugelaufenen, ausgesetzten und misshandelten Tieren ein neues Zuhause zu vermitteln. Zur Zeit werden hier 26 Katzen und 28 Hunde versorgt. Sie stehen stets unter tierärztlicher Aufsicht und werden nur geimpft, entwurmt und möglichst auch kastriert weitergegeben. Der Verein zählt rund 400 Mitglieder, viele von ihnen sind ehrenamtlich in die tägliche Arbeit eingebunden.

Auch am Heiligen Abend leisten sie ihr ganz „normales“ Arbeitspensum. Helga Knost hat vor 26 Jahren eine Weihnachts-Tradition eingeführt, das sich bis heute als Ritual erhalten hat. Marita Görges: „Jedes Tier bekommt einen Weihnachtsteller mit Bockwurst, Leberwurstbrot und Leckerlis.“ Auch am 1. und zweiten Feiertag und zu Silvester und Neujahr gibt es für die Tiere eine erweiterte Speisekarte.

Der Tierschutzverein sei dankbar für die Unterstützung seiner Arbeit - etwa in Form von Spenden, sagt Marita Görges: „Bettwäsche, Handtücher, Wolldecken und Leckerlis können wir immer gebrauchen.“

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