Sulinger Einzelhändler bilanzieren unterschiedlich

Teils deutlich weniger Kunden im Weihnachtsgeschäft unter Corona-Regeln

Verkehr auf der Langen Straße in Sulingen
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In Geschäften an der Langen Straße in Sulingen fällt das Resümee von Kundenaufkommen und Umsatz vor den Festtagen unterschiedlich aus.

Sulingen – Der Einzelhandel in Niedersachsen durfte vier Tage lang, vom 13. bis 16. Dezember, nur unter der 2G-Regel öffnen, also nur nachweislich geimpften und genesenen Kunden Zutritt gewähren. Wie hat sich das in Sulinger Läden auf das wichtige Weihnachtsgeschäft in ausgewirkt?

„Wir haben die Auswirkungen definitiv gespürt“, berichtet Elena Vocke, Mitglied der Geschäftsführung des Kaufhauses Ranck. „Gott sei Dank galt das nur vier Tage, insofern waren wir noch besser dran als die Kollegen in anderen Bundesländern.“ Dennoch habe es einen deutlichen Rückgang bei der Kundenfrequenz gegeben mit etwa 40 Prozent weniger Besuchern als im Weihnachtsgeschäft 2019. Auch beim Umsatz habe es Verluste gegeben, obwohl seit Beginn der Pandemie festzustellen sei, dass die Kunden sich zwar seltener einfinden, aber dafür mehr und höherwertigere Artikel kaufen. Es seien viele sogenannte Bedarfskäufe gewesen. Im November sei auch viel festliche Bekleidung gekauft worden, „aber das wurde im Dezember schon wieder weniger, als klar war, dass es keine Weihnachtsfeiern geben wird“, berichtet Elena Vocke. „Es ist aber auch wirklich ein Hickhack gewesen“, kritisiert sie die Regelungen. Die Kunden seien allerdings meist gut informiert und entsprechend vorbereitet gewesen.

Deutlich bemerkbar gemacht habe sich die 2G-Regel auch im Modehaus Röhe, sagt Markus Röhe aus der Geschäftsführung. Ab dem Dienstag nach Inkrafttreten habe die Kundenfrequenz deutlich abgenommen, um etwa 30 Prozent: „Da war es schon sehr ruhig im Geschäft.“ Es habe eine große Unsicherheit bei den Endverbrauchern gegeben und man habe viele Fragen von Anrufern beantworten müssen.

„Mehr Augenmaß“ gewünscht

Generell werde der Einzelhandel im Vergleich zu anderen Branchen bei den Einschränkungen benachteiligt, kritisiert Markus Röhe: „Da wünsche ich mir mehr Augenmaß, denn wir haben hier ja doch andere Verhältnisse als in einer Großstadt.“ Im Großen und Ganzen sei man dennoch zufrieden – „wichtig ist, dass alle gesund sind.“

Ähnliche Erfahrungen hat Uhrmachermeister und Juwelier Eckhard Koch gemacht: „Sonst habe ich im Weihnachtsgeschäft doppelt so viele Kunden wie in anderen Monaten – diesmal war es fast wie ein ,normaler‘ Monat.“ Beim Umsatz habe er allerdings keine Einbußen hinnehmen müssen, weil wesentlich höherwertigere Waren gekauft worden seien.

Froh, dass erneuter Lockdown ausblieb

Nicht glücklich mit der Entwicklung ist Burkhard Meyer, Inhaber von Hermann Meyer Bürobedarf und Buchhandlung: „Im letzten Jahr war es besser, trotz der Schließung.“ Diesmal habe auch der eigene Onlineshop, den er bereits vor der Pandemie einrichtete, das nicht auffangen können. Dort sei der Umsatz gleich geblieben, „aber wir sind trotzdem froh, dass wir ihn haben.“

Ganz anders klingt die Bilanz von Sigrid Vallan und Jurina Freye von „Das Geschenk“. Die Kunden seien auf die Regeln gut vorbereitet gewesen und niemand habe sich dadurch angegriffen gefühlt, sagt Jurina Freye: „Wir sind eigentlich ganz zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft und haben kaum Einbußen gehabt.“ Einzig ein Weihnachtsmarkt habe ein bisschen gefehlt, aber der sei eben nicht möglich gewesen, und „wir sind alle froh, dass es keinen Lockdown gab.“

„Dörfliche“ Verhältnisse sind ein Vorteil

„Man darf nicht immer nur das Negative sehen“, betont Sigrid Vallan. Dass Sulingen so „dörflich“ sei im Vergleich zu einer Großstadt, habe auch Vorteile, weil die Abstände eingehalten werden könnten und es kaum Warteschlangen gebe. „Die Pandemie gibt es ja schon länger, es hat sich nicht von jetzt auf gleich verändert.“ Es komme kaum noch vor, dass Kunden darauf aufmerksam gemacht werden müssen, die Masken richtig zu tragen. Die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in den Geschäften halte sie für eine gute Regelung.

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