Annegret Stieglitz seit einem halben Jahr Vorsitzende des Vereins Palliativstützpunkt

„Teamwork“ – keine Floskel

Annegret Stieglitz (hinten Bildmitte) mit einem Teil des Teams des Palliativstützpunktes: Rieke Rohlfs und Silke Stecker (hinten von links) und Geschäftsführerin Erika Thoben (vorne). - Foto: Schlotmann

Sulingen - „Für uns ist Annegret ein Glücksgriff“, sagt Silke Stecker, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Palliativstützpunkt im Landkreis Diepholz. Geschäftsführerin Erika Thoben und deren Stellvertreterin Rieke Rohlfs nicken. Annegret Stieglitz lehnt sich im Stuhl zurück, winkt ab: „Es läuft“, sagt sie, „weil wir ein funktionierendes Team sind.“ Vor gut einem halben Jahr hatte die 67-Jährige aus Varrel den Vorsitz des Vereins übernommen – und zieht eine erste positive Bilanz.

Am 6. April setzten die Mitglieder des Vereins Stieglitz an die Spitze des Vorstandes und bestimmten sie so zur Nachfolgerin von Dr. Siegfried Schulte. Stellvertretende Vorsitzende ist seitdem Silke Stecker. Der Schriftführer heißt Joachim von der Osten. Ivonne Arndt betreut als Kassenwartin die Vereinsfinanzen. Geschäftsführerin Erika Thoben ist mit besonderem Aufgabenbereich in den Vorstand kooptiert.

Die Nutzung der Begrifflichkeit „Teamwork“ ist für die neue Vorsitzende mehr als eine Floskel: „Unsere Aufgaben sind nur in der Gruppe zu bewältigen – und wenn man sich vernetzt.“ Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter des Vereins wollen für schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige eine bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Begleitung sicherstellen; ambulant – und zukünftig am Standort Sulingen auch stationär (wir berichteten). „Kurzum: Wir kümmern uns die Versorgung von den Menschen in den letzten Lebenstagen“, erklärt die neue Vorsitzende.

Die Varrelerin weiß, wovon sie spricht. Die gelernte Krankenschwester war von 1994 bis zum Wechsel in den Ruhestand 2012 als Pflegedienstleiterin im Klinikverbund und später für die Alexianer im Landkreis Diepholz tätig. „Für alle vier Häuser“, sagt sie.

Seit dem Eintritt in den Ruhestand unterstützt sie die Arbeit der Hospizgruppe Sulingen und umzu. „So ist auch der Kontakt zum Palliativstützpunkt entstanden“, weiß Erika Thoben. Bei der ersten Hospiz- und Palliativfachtagung im Landkreis Diepholz im Jahr 2015 gehörte Annegret Stieglitz als Vertreterin der ehrenamtlich aufgestellten Hospizgruppe mit zum Organisationsstab.

Den Grundstein für die Mitarbeit im Verein Palliativstützpunkt legte schließlich Silke Stecker, stellvertretende Vorsitzende des Vereins. „Wir kennen uns seit 30 Jahren. Damals habe ich im Sulinger Krankenhaus bei Annegret auf Station meine Ausbildung absolviert“, meldet die Inhaberin des gleichnamigen Pflegedienstes. „Wenn jemand im Thema ist, dann ist es Annegret.“

Die neue Vorsitzende bewegt sich mit ihren selbst definierten Zielen selbst auf neues Terrain. Weniger im Bereich der Koordination von Pflege- und Hilfsleistungen, mehr im Bereich der Administration: „Um Schwerstkranke optimal zu versorgen, muss man verschiedene Gruppen zusammenführen; das klappt schon gut und das muss auch so bleiben.“ Zur Aufgabe des Vorstandes gehöre aber genauso, die Ziele, die Aufgaben und die Arbeit des Stützpunktes gegenüber der Öffentlichkeit und von Entscheidungsträgern zu vertreten. „Da gibt es sicherlich noch eine Menge zu tun.“

Sie blickt zuversichtlich den Herausforderungen entgegen und verweist erneut auf die Mitglieder des Vorstandsteams: „Wir sind in Klausur gegangen, treffen uns regelmäßig – die Chemie stimmt.“

Auch in ihrem privaten Umfeld wird ihr Engagement mitgetragen. Annegret Stieglitz mit Verweis auf ihren Ehemann Ortwin, Kreistagsabgeordneter und Ex-Bürgermeister der Gemeinde Varrel: „Der zieht ständig aus, um die Welt zu verbessern. Warum soll ich das nicht auch tun?“ - oti

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