Smartphone-Nachricht statt Zettelwirtschaft

Direkter Draht zu Eltern: Teams Sulinger Kindertagesstätten nutzen ab Montag Kita-Info-App

Die Kita-App hat Anna-Lena Gräb, stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte „Ratz & Rübe“, bereits seit Beginn des Kindergartenjahres auf ihrem Smartphone: Team und Eltern der Einrichtung am Promenadenweg haben die Software getestet.
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Die Kita-App hat Anna-Lena Gräb, stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte „Ratz & Rübe“, bereits seit Beginn des Kindergartenjahres auf ihrem Smartphone: Team und Eltern der Einrichtung am Promenadenweg haben die Software getestet.

Sulingen – „Dafür gibt es eine App“ – der Satz gilt ab kommendem Montag auch für die Kindertagesstätten der Stadt Sulingen, deren Teams dann einfach, datenschutzrechtlich unbedenklich und nicht zuletzt papier- und portofrei Mitteilungen auf die Smartphones der Eltern schicken können. Birgit Dullin, Leiterin des Fachbereichs I (Allgemeines und Soziales) der Stadtverwaltung, spricht vom „Ende der Zettelwirtschaft im Kindergarten“.

Eingesetzt wird von den Einrichtungsleitungen die Kita-Info-App: „Nachrichten, Termine und Abfragen erhalten die Eltern kostenlos und ohne lästige Werbung direkt auf ihr Smartphone“, erläutert Dullin. „Das von der Stay Informed GmbH mit Sitz in Merzhausen bei Freiburg entwickelte Kommunikationssystem ist bereits in mehr als 4 750 Kindertageseinrichtungen im Einsatz – somit werden aktuell über 300 000 Eltern mithilfe der Kita-Info-App informiert“, weiß die Fachbereichsleiterin. „Die Kita-Leitungen sparen dadurch Papier, Druckerkosten und viel Zeit. Damit profitieren vor allem auch die Kinder, wenn weniger Bürokratie anfällt und so mehr Zeit für pädagogische Arbeit bleibt.“ Laut Birgit Dullin amortisieren sich die Kosten für die App fast vollständig durch die Material- und Portoeinsparungen.

Die Kita-Leitungen würden sich über diese deutlichen Arbeitserleichterungen freuen, „selbstverständlich ersetzt die App in keiner Weise das persönliche Gespräch zwischen Eltern und Erzieherinnen und Erziehern, das natürlich einen höheren Stellenwert hat“, betont Birgit Dullin. „Oft etablieren sich in Elternkreisen Facebook- oder Whatsapp-Gruppen, um sich zu organisieren und Informationen auszutauschen. Im Gegensatz zu diesen Diensten ist die Kita-Info-App datenschutzrechtlich absolut sicher und konform mit der Datenschutz-Grundverordnung, die Daten werden nicht kommerziell von Dritten genutzt und es werden keine persönlichen Handy-Nummern, wie bei Whatsapp-Gruppen, preisgegeben.“ Der Service ist für alle Eltern kostenlos, Näheres erfahren sie im Kindergarten und es gibt auch ein „Erklärvideo“. Die Fachbereichsleiterin versichert: „Eltern, die ausdrücklich keine App wünschen, können sich ohne Mehraufwand alle Informationen und Termine auch per E-Mail zusenden lassen.“

Die Kita-App hat Anna-Lena Gräb, stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte „Ratz & Rübe“, bereits seit Beginn des Kindergartenjahres auf ihrem Smartphone: Team und Eltern der Einrichtung am Promenadenweg haben die Software getestet. „In der evangelischen Kita ,Regenbogen‘ nutzt man sie schon länger“, weiß Gräb. Sie selbst ist mehr als zufrieden mit der App: „Man kann damit Infos viel schneller an die Eltern weitergeben – und erreicht vor allen Dingen auch alle.“ Tatsächlich hätten sich alle Eltern, deren Kinder „Ratz & Rübe“ besuchen, die App heruntergeladen. Es sei damit auch möglich, Nachrichten zu schreiben, auf die die Mütter und Väter antworten können – „das sind dann aber persönliche. Zum Beispiel, wenn man Terminvorschläge macht.“ Die App würde es theoretisch auch hergeben, dass die Eltern selbst Nachrichten an die Kita schicken, „aber die Option haben wir nicht gebucht: Wir wollen weiterhin den persönlichen Kontakt zu den Eltern haben, damit wir uns zum Beispiel austauschen können, wenn ein Kind krank ist – das Telefonieren, miteinander zu sprechen in solchen Fälle soll nicht verloren gehen.“

Ein Vorteil der App habe die Erzieherinnen und Erzieher besonders überzeugt: „Familien, die nicht so gut Deutsch sprechen, können sich den Text herauskopieren, beispielsweise bei Google einfügen und sich übersetzen lassen – was natürlich schwieriger wäre, wenn man einfach einen DIN-A4-Zettel rausgibt.“

Einladungen zu Ausflügen mit Angaben, was die Kinder dazu mitbringen sollten, wöchentliche Zusammenfassungen, was die Kleinen in der Kita gemacht und erlebt haben – Beispiele aus der Zeit außerhalb des Lockdowns, die Anna-Lena Gräb für den Einsatz der App nennt. Sie dient auch der Kommunikation im Team, „gerade jetzt, wo viele im Homeoffice sind.“

Eine E-Mail des Herstellers machte bei „Ratz & Rübe“ auf die App aufmerksam, „wir haben dann eine Infoveranstaltung besucht“, berichtet Gräb. Entwickelt habe die Kita-Info-App „ein Papa, dessen Kind im Kindergarten war. Er hat immer zu Hause Ärger bekommen von seiner Frau, weil er Zettel nicht mitgenommen oder irgendetwas nicht aufmerksam gelesen hat. Entwickelt hat er das Programm dann mit der Kita-Leitung zusammen.“

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