Sulinger Dienst „Krank und klein“

Tariflöhne in Kinderkrankenpflege

Heike Witte pflegt und versorgt den erkrankten David ambulant. Foto: Krank und Klein/ Meike Müller
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Heike Witte pflegt und versorgt den erkrankten David ambulant.

Sulingen/Minden – Erstmals können in Niedersachsen in der ambulanten Kinderkrankenpflege Gehälter gezahlt werden, die an Tariflöhne angelehnt sind. Ein gutes Dreiverteljahr habe der ambulante Sulinger Kinderkrankenpflegedienst „Krank und klein – bleib daheim“ dafür mit der AOK und dem Verband der Ersatzkassen (VdeK) verhandeln müssen, erklärt Krank-und-Klein-Geschäftsführerin Heike Witte im Gespräch. „Ich freue mich sehr über diesen Durchbruch, denn jetzt können wir eine vergleichbare Vergütung wie die Kliniken zahlen und werden so attraktiver für Pflegefachkräfte. Für Mitarbeiter entfällt damit der Anreiz, sich allein wegen des höheren Gehalts für einen Arbeitsplatz im Krankenhaus zu entscheiden.“

Die Qualitätsgemeinschaft Häusliche Kinderkrankenpflege Niedersachsen, der neben „Krank und Klein“ auch Dienste aus Göttingen, Hannover, Stade und Bad Zwischenahn angehören, hatte schon im vergangenen Jahr in Schiedsverhandlungen versucht, die große Lohnlücke zwischen Kliniken und privaten ambulanten Kinderkrankenpflegediensten von bis zu 500 Euro zu schließen – damals noch ohne Erfolg. Nun gebe es fast 20 Prozent mehr, dazu 30 Urlaubstage und Weihnachtsgeld.

Angesichts der stark abweichenden finanziellen Möglichkeiten hätten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder zu einem Fortgang entschieden. Zwar hätten sie in Befragungen eine große Zufriedenheit mit den guten Arbeitsbedingungen, den Weiterbildungsmöglichkeiten und dem betrieblichen Gesundheitsmanagement angegeben, doch manchmal entscheide eben die finanzielle Lage.

Trotz der Krise habe Heike Witte die Anhöhung der Löhne bereits im Mai realisiert. „Das ist mir so wichtig“, kommentiert sie. Auch wenn es für das Unternehmen bedeute, dass mit Gewinnen in diesem Jahr nicht zu rechnen ist.

Hintergrund

Im Gegensatz zur Erwachsenenpflege, in der Maßnahmen einzeln abgerechnet werden, wird bei der Übernahme einer Versorgung im Kinderbereich ein Stundensatz gezahlt. Dieser ist nun angehoben worden. Die Vereinbarung gilt vorerst für ein Jahr.

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