Tanja Kusche verstärkt das Team

Neue Pflegedienstleitung im Sulinger Hospiz „Zugvogel“

Im Innenhof des Hospizes stehen Pflegedienstleiterin Tanja Kusche (links) und Leiterin Petra Brackmann.
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Im Innenhof des Hospizes: Pflegedienstleiterin Tanja Kusche (links) und Leiterin Petra Brackmann.

Sulingen – Die Führung des Hospizes „Zugvogel“ in Sulingen ist wieder komplett: Seit dem 1. April ist Tanja Kusche als Pflegedienstleiterin in der Einrichtung tätig.

„Aus innerer Überzeugung“ sei sie nach 30 Jahren in der Sulinger Klinik ins Hospiz gewechselt, sagt die 47-Jährige. Den Gedanken habe sie bereits im Kopf, seit das Hospiz in Planung gewesen ist, „und das ist nie weggegangen.“ Jetzt habe sie die Möglichkeit erhalten, hier „reinschlüpfen zu dürfen, und darüber bin ich froh und glücklich.“ Vor drei Jahren, zu dessen Eröffnung, hätte sie bereits in Hospiz arbeiten können, aber damals habe es nicht gepasst. „Es ist ganz wunderbar, jetzt diese Chance zu bekommen.“

Sie habe früh ihre Schwiegermutter verloren, sagt Tanja Kusche. Damals habe der Hospizgedanke noch in den Kinderschuhen gesteckt. „Ich habe mir jedoch schon Gedanken darüber gemacht, dass Menschen so nicht sterben müssen und anders begleitet werden können.“ Schon während ihrer Tätigkeit in der Klinik habe sie eine Palliative-Care-Ausbildung absolviert, und als Stationsleiterin habe sie Einfluss darauf gehabt, wie Patienten sterben und wie ihr Umfeld einbezogen wird. „Dass es würdevoll abläuft, war immer wichtig.“

Alles richtet sich nach den Bewohnern

In den ersten Wochen in neuer Funktion habe sie bereits große Unterschiede zu ihrer früheren Arbeitsstätte festgestellt: „Hier läuft die Uhr anders.“ Man könne sich viel spezieller auf die Menschen einlassen und die Atmosphäre sei entspannter: „Hier richtet sich alles nach den Bewohnern, nicht nach äußeren Einflüssen.“

Ansatzpunkte für Veränderungen sehe sie hier noch nicht, betont Tanja Kusche: „Ich habe riesigen Respekt vor den Kollegen, die es in den drei Jahren so weit gebracht haben, dass es so toll läuft.“ Einzige Neuerung: Die Sulingerin, die in der Sulestadt „mit Familie, Hund und Pferd“ lebt, möchte mit ihrem großen vierbeinigen Schützling bei Gelegenheit vorbeikommen, damit Bewohner, die das wünschen, noch einmal „ein Pferd riechen, anfassen, streicheln“ können. „Ein „Friesenmix mit großartigem Charakter.“

Bisherige Pflegedienstleiterin möchte „heimatnäher“ arbeiten

Nötig geworden war die Neubesetzung, weil die bisherige Pflegedienstleiterin Sandra Behrens das Haus verlassen hat. Aus familiären Gründen habe sie „heimatnäher“ arbeiten wollen, erklärt Hospizleiterin Petra Brackmann, und sie sei in das Pflegeteam des neue Hospizes in Bremen-Arsten gewechselt. „Wir hatten für alle Seiten einen schweren Abschied, denn wir wollten eigentlich hier zusammen alt werden.“ Die Entscheidung sei aber für alle nachvollziehbar, und so habe man einen guten Kontakt zum neuen Hospiz und könne von dort auch neue Ideen bekommen.

Gefeiert wird aktuell aber nicht nur der Neuzugang im Kollegenkreis, sondern auch das dreijährige Bestehen des „Zugvogels“ – mit einer „Geburtstagswoche, die am Montag begann. Jeden Tag gebe es eine kleine Aktion, berichtet die Leiterin: Am ersten Tag gab die Clownin eine Einlage für Bewohner und Kollegen, es gab einen Spargel- und Erdbeertag, der Freitag steht als „Picknicktag mit Musik“ im Programm und zum Abschluss werde es an Pfingsten einen Gottesdienst mit Seelsorgerin Claudia Rolke geben.

Mehr als 300 Bewohner seit der Eröffnung

Wichtig sei in diesem Rahmen auch eine kleine Feier für die Kollegen gewesen, betont Petra Brackmann, bei der auf die vergangenen Jahre zurückgeblickt worden sei. Mehr als 300 Bewohner habe das Hospiz in dieser Zeit gehabt: „Viele sind den Kollegen in Erinnerung geblieben, da waren tolle Persönlichkeiten dabei mit vielen spannenden Geschichten.“ Hier habe es schon eine Hochzeit und eine Taufe gegeben, aber auch das Einschläfern eines Hundes, mit Hundebestatter. „Wir haben so viel miteinander erlebt in der kurzen Zeit, ganz schöne und ganz traurige Momente. Das war sehr intensiv.“

Die Einrichtung sei weiter voll ausgelastet. Die Bewohner seien zwischen 30 und 99 Jahre alt, aber zumeist Ende 60. Bei der Aufenthaltsdauer habe man von einem Tag bis zu neun Monaten schon alles erlebt, aber im Mittel lebten die Bewohner drei bis dreieinhalb Wochen hier. „In diesen drei Jahren hat sich viel entwickelt und etabliert“, stellt Petra Brackmann fest. „Jetzt gucken wir: Was war gut, was wollen wir noch anpacken und wo müssen wir noch drangehen?“

Hoffnung darauf, dass die Türen bald wieder geöffnet werden können

Zu den Neuerungen zählt auch ein Newsletter, der im Juni erstmals veröffentlicht werden soll. Dreimal pro Jahr sollen darin Kollegen vorgestellt werden, es soll darüber berichtet werden, was mit Spenden passiert und welche Projekte in Planung sind. Erscheinen werde er sowohl auf der Website des Hospizes als auch in gedruckter Form für Spender, Zugehörige und Interessierte sowie zur Auslage an bestimmten Orten wie der Sankt-Nicolai-Kirche.

„Wir freuen uns, wenn wir die Tür wieder so öffnen können, wie es für das Hospiz gedacht ist“, sagt Petra Brackmann. Dann könnten die Zugehörigen die Besucher wieder besuchen, und auch die Ehrenamtlichen könnten wieder im „Zugvogel“ aktiv werden. „Bald sind wir alle zweifach geimpft, und dann hoffen wir, dass es Lockerungen geben kann“, spricht sie für das Team. Künftig solle die Einrichtung auch wieder für Gruppen wie ambulante Hospizdienste geöffnet werden, um die Arbeit hier vorstellen zu können. „Wir machen das schon online, aber persönlich ist es doch etwas anderes.“

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