„Jugend forscht“: Sulinger Gymnasiasten erfolgreich

Wettbewerb als Talentschmiede
für junge Wissenschaftler

Mareike Liebs aus Sulingen.
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Mareike Liebs aus Sulingen.

Sulingen – „Lass Zukunft da“ heißt das Thema beim laufenden „Jugend forscht!“- Durchgang. „Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb“, wie es in einer Pressemitteilung der Macher heißt, ist auch nach 56 Jahren in der Lage, junge Nachwuchsforscherinnen und -forscher zu begeistern. In der jüngsten Runde trugen sich alle Teilnehmer des Gymnasiums Sulingen in die Liste der Sieger und Platzierten ein – vier von ihnen haben sich für die nächste Stufe qualifiziert, den Landeswettbewerb.

Das Thema von Marlene Meyer aus Cantrup und Mareike Liebs aus Sulingen (beide 15): „Natriumacetat, ein Stoff für die Zukunft?“. Damit gewannen sie in der Kategorie Arbeitswelt den 1. Preis (Preisstifter: Bundesministerium für Arbeit und Soziales) sowie einen „Sonderpreis Energiewende“, ausgelobt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Energiewende mit Marlene und Mareike

„Die Idee, ein Projekt über Handwärmer zu machen, ist uns gekommen, da wir wissen wollten, wie sie funktionieren und ob man mit ihnen eventuell eine neue Form der Heizung kreieren könnte.“ Die Schülerinnen erklären: „In unserem Projekt geht es vor allem um den Stoff Natriumacetat-Trihydrat, der die Grundlage der Handwärmer darstellt. Außerdem versuchen wir die Eigenschaft der wiederverwendbaren Wärmespeicherung, genannt Latentwärme, für die Heizung eines Hauses umzufunktionieren. Der größte Vorteil unserer Heizung ist die emissionsfreie Alternative zu gewöhnlichen Heizungen. Wir haben wir mithilfe von Beispielhäusern die Isolation eines Hauses imitiert, um zu sehen, wie sich unsere Heizung in einem echten Gebäude verhalten würde.“

Marlene Meier aus Cantrup.

Beide sind nicht neu im Bereich der Forscher: „Wir nehmen schon seit einigen Jahren am Wettbewerb teil.“ Marlene Meyer beteiligt sich seit fünf Jahren und Mareike Liebs seit vier Jahren.

Für beide ist der aktuelle Erfolg nicht die erste Anerkennung ihrer Arbeit: „Es ist für uns beide das zweite Mal, dass wir den Regionalwettbewerb gewonnen haben, nach 2019.“ Und es soll nicht das letzte Mal gewesen sein: „Wir wollen auf jeden Fall weiter experimentieren, da es uns wirklich Spaß macht, jedes Jahr aufs Neue ein eigenes Forschungsprojekt auf die Beine stellen zu können. Wir planen im nächsten Jahr ein Folgeprojekt, in dem wir zumindest einen Prototyp der Heizung bauen und in Betrieb nehmen wollen.“

Sonderpreis für Lehrer Holger Knerich

Dass die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Sulingen einen Lernort vorfinden, in dem sie ihre Ideen entwickeln können, dafür sorgt Oberstudienrektor Holger Knerich. Der Lehrer für Biologie und Chemie wurde ebenfalls ausgezeichnet: Er erhielt den „Sonderpreis für engagierte Talentförderer“. Die Projektbetreuung teilt er sich mit Kollegin Tina Plate, auch sie unterrichtet Biologie und Chemie.

Die Corona-Pandemie zwang die Veranstalter in ein Online-Format. Das die Teilnehmer aber nicht in ihrer Kreativität beeinträchtigte, im Gegenteil: Die Pandemie mit vielen neuen, ungewohnten Aspekten wurde flugs von vielen aufgegriffen in Form von Projekten für den Wettbewerb.

Eine Absage kam nicht in Frage, erklärt Landrat Cord Bockhop: „Der Landkreis Diepholz als Pateninstitution wollte den Jungforscherinnen und -forschern auch in dieser schwierigen Zeit eine Perspektive geben, wo so viele Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Klar war, dass es eine Ausstellung wie in den Vorjahren nicht geben konnte. Daher wurden kurzerhand ein Online-Wettbewerb initiiert und Rahmenbedingungen geschaffen, die zum einen die Präsentation der Projekte ermöglichten und zum anderen der Sicherheit aller dienten.“

Geht es auch ohne Vanadium?

„Redox-Flow Batterie ohne Vanadium“ heißt das Projekt, das mit einem 1. Preis, gestiftet von der Chemischen Industrie, und einem Jahresabonnement für die Zeitschrift „Make“ belohnt wurde. Tobias Reinert (16, aus Borstel) und Fabian Stutzke (15, aus Wagenfeld-Ströhen) erklären: „Wir haben das Projekt aus dem letzten Jahr fortgesetzt. Die Redox-Flow Batterie ist sehr interessant in Zusammenhang mit erneuerbaren Energien. Da wir davor bereits in ähnlichen Bereichen mit der Zitronenbatterie geforscht haben, passte das ganz gut.“

Fabian Stutzke aus Wagenfeld-Ströhen.

Auch dieses Projekt betreuen Tina Plate und Holger Knerich. Für Fabian Stutzke ist es die vierte Teilnahme an „Jugend forscht“, für Tobias Reinert die fünfte. Das Jungforscher-Duo musste besondere Herausforderungen meistern: Durch Corona sei die Zeit knapp gewesen und problematisch war, „dass wir keine richtige Redox-Flow-Zelle zur Verfügung hatten, somit mussten wir kreativ werden.“

Tobias Reinert aus Borstel.

Für die beiden Jungforscher sei wichtig gewesen, das sonst verwendete Vanadium zu ersetzen, „da es umwelt- und gesundheitsschädlich ist. Speziell in diesem Jahr haben wir unseren alten Aufbau verbessert.“ Damit sind sie noch nicht fertig: „Wir wollen sehr wahrscheinlich auch im kommenden Schuljahr an der Redox-Flow Batterie forschen und unser System weiter optimieren.“

Weitere Preisträger des Gymnasiums Sulingen

Martje Kornherr (15) aus Sulingen und Leonie Schwiers (15) aus Varrel gewannen den 1. Preis des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie den Sonderpreis „REset Plastic“ mit ihrem Projekt aus dem Themenbereich „Arbeitswelt“: „Süße Köstlichkeiten risikofrei genießen?“ Den Sonderpreis „plusMINT“ für interdisziplinäre Projekte im Themenbereich „Schüler experimentieren, Biologie“ sicherte sich Ibrahim Fares (13) aus Siedenburg mit „Ozeanversäuerung – Gefahr für die Schalentiere im Ozean“. Den 3. Preis in der Kategorie „Jugend forscht, Biologie“ gewannen Timo von Hacht (15, Barver), Eva Janßen (16, Barver) und Jan Löffelbein (15, Sulingen) mit ihrem Projekt „Meerwasser zum Bewässern von Grünflächen – eine Maßnahme gegen die Süßwasserknappheit“. Den 3. Preis in der Kategorie „Schüler experimentieren, Chemie“ gab es für Tom Hermjohannes (14, Wagenfeld) mit seinem Projekt „Ausgewählte Blütenpflanzen zum Fluoreszieren bringen“.

Von Sylvia Wendt

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