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Wollefest in Sulingen gut besucht und mit einer gekonnt gestrickten Königinnen-Geschichte

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Von: Carsten Sander

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Diese Wolle trägt die Queen an den Füßen – sagt jedenfalls Silke Trousil.
Diese Wolle trägt die Queen an den Füßen – sagt jedenfalls Silke Trousil. © Sander, Carsten

Das Sulinger Wollefest lockte 2 500 Besucher an - und die Aussteller waren zufrieden: „Ich bin baff, was hier los ist.“ Gut gestrickt war auch die Geschichte von der königlichen Wolle.

Sulingen – Das Thermometer zeigte 26 Grad und mehr, Sonne und Wolken wechselten sich ab. Kurzum: Es herrschte ideales Sommerwetter. Und man darf sich schon fragen, wer bei solchen Bedingungen an Wolle und Garn, an warme Socken und kuschelige Pullis denkt. Die Antwort darauf dürfte nur jene überraschen, die nicht wissen, welche Anziehungskraft das Sulinger Wollefest über die Jahre entwickelt hat. Denn es sind viele, sehr viele sogar, die trotz Sonne Wolle im Sinn haben. Über den Daumen gepeilt 2 500 Besucher waren es, die das sechste Sulinger Wollefest am Samstag und Sonntag in Summe anlockte. „Die Menschen wollen Wolle“, sagte Organisatorin Regina Hoier lachend. Sie konnte schon nach nur wenigen Stunden feststellen, dass die zwei Jahre Pause wegen der Corona-Pandemie der Attraktivät der Veranstaltung nichts anhaben konnten.

Die Idee des Wollefests ist immer noch die gleiche wie bei Auflage Nummer eins vor sieben Jahren: „Unsere Anbieter hier sind hauptsächlich Online-Händler, bei uns können die Kunden deren Wolle und Angebote aber auch anfassen und fühlen – um dann dort zu bestellen.“

Das Wollefest in drei Bildern: Gut gelaunte Kunden (li.), Corinna Brammer aus Soltau (re.) als eine von 35 zufriedenen Ausstellerinnen sowie (Bild Mitte) die Veranstalterinnen Regina Hoier (re.) und Dörthe Knake (li.) mit Jenna, Lale und Harfe.
Das Wollefest in drei Bildern: Gut gelaunte Kunden (li.), Corinna Brammer aus Soltau (re.) als eine von 35 zufriedenen Ausstellerinnen sowie (Bild Mitte) die Veranstalterinnen Regina Hoier (re.) und Dörthe Knake (li.) mit Jenna, Lale und Harfe. © Sander

Gekommen waren die 35 Aussteller aus ganz Deutschland – aus Freiburg, Nürnberg oder Brühl bei Köln. Von dort ist zum Beispiel Sven Lersch nach Sulingen gereist, um von ihm entworfenenes Wolldesign vorzustellen – heißt: Anleitung und Wolle im Paket. „Meine Oma hat mir einst das Stricken beigebracht, irgendwann habe ich es dann für mich wiederentdeckt“, erzählte der Händler. Zum ersten Mal ist er in Sulingen dabei, „und ich bin ganz baff, was hier los ist“.

Tatsächlich war es schon früh am Samstag ziemlich voll im Rundlauf um den Wallnussbaum auf dem Platz am Sulinger Stadtsee. Angeboten wurde das beinahe komplette Spektrum, das die Welt der Wolle zu bieten hat. Schaf, Ziege, Yak, Alpaka, Polyester – alles dabei. Wolle aus Hundehaaren gibt es theoretisch auch, „aber nicht bei uns“, sagt Regina Hoier und lacht erneut. Man muss ja nicht alles haben.

Das Wollefest in drei Bildern: Gut gelaunte Kunden (li.), Corinna Brammer aus Soltau (re.) als eine von 35 zufriedenen Ausstellerinnen sowie (Bild Mitte) die Veranstalterinnen Regina Hoier (re.) und Dörthe Knake (li.) mit Jenna, Lale und Harfe.
Das Wollefest in drei Bildern: Gut gelaunte Kunden (li.), Corinna Brammer aus Soltau (re.) als eine von 35 zufriedenen Ausstellerinnen sowie (Bild Mitte) die Veranstalterinnen Regina Hoier (re.) und Dörthe Knake (li.) mit Jenna, Lale und Harfe. © Sander

Die Wolle, die Silke Trousil beim Wollefest in Sulingen anbot, ist noch Rohware. „Kardenband“ sagt die Fachfrau dazu. Bunt zwar, aber so noch nicht zu verarbeiten. Was aber nichts macht, wenn zum unfertigen Material eine richtig gute Geschichte geliefert wird. Silke Trousil hat eine für die von ihr angebotene Wolle vom Ryeland-Schaaf. Wer sich diese spinnen lässt und sich hinherher ein paar Socken draus strickt, darf sich in gewisser Weise königlich fühlen. Sagte jedenfalls die Verkäuferin: „Queen Elizabeth trägt Socken aus Ryeland-Wolle.“ Na, dann muss die ja gut sein. Silke Trousil hatte einen ganzen Sack davon mitgebracht nach Sulingen und – Vorsicht Wortspiel – strickte dabei gekonnt an der Legende der königlichen Wolle: „Vielleicht tragen ja auch schon die Enkel der Queen Socken aus Ryeland-Wolle...“

Spannend auch, was Corinna Brammer aus Soltau an ihrem Stand zu bieten hatte. Pflanzlich gefärbte Wolle ist ihr Business, wobei manches Knäuel mit Farben aus Pflanzen, die Corinna Brammer „beim Gassigehen am Wegesrand“ findet, auf schön getrimmt wird. Gut, die eine oder andere Farbe wird auch dazugekauft. Das Produkt fand dann auch reißenden Absatz in Sulingen. Schon wenige Stunden nach Eröffnung war die ein oder andere Farbvariante ausverkauft.

Das Wollefest in drei Bildern: Gut gelaunte Kunden (li.), Corinna Brammer aus Soltau (re.) als eine von 35 zufriedenen Ausstellerinnen sowie (Bild Mitte) die Veranstalterinnen Regina Hoier (re.) und Dörthe Knake (li.) mit Jenna, Lale und Harfe.
Das Wollefest in drei Bildern: Gut gelaunte Kunden (li.), Corinna Brammer aus Soltau (re.) als eine von 35 zufriedenen Ausstellerinnen sowie (Bild Mitte) die Veranstalterinnen Regina Hoier (re.) und Dörthe Knake (li.) mit Jenna, Lale und Harfe. © Sander

So soll’s sein, meinte Regina Hoier, die das Wollefest in Kooperation mit Dörthe Knake vom Café am Stadtsee veranstaltet. Das besondere Flair lieferten dabei nicht nur die weißen Buden mit dem vielfältigen Angebot, sondern auch die Möglichkeit, sich im Schatten des zentralen Walnussbaums bei Harfeklängen treffen zu können, dabei zu klönen oder – na klar – in Gemeinschaft zu stricken.

Wer wiederum damit fertig war, hätte seine Utensilien in einer von Katrin Lutzke aus Hattingen bei Bochum entworfenen und „mit Liebe“ handgenähten Strick-Nadel-Taschen unterbringen können. Was offenbar auch schon viele machen – jedenfalls könnte so das Wollefest-Urteil der Herstellerin gedeutet werden: „Ich bekomme das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Sulingen ist super für mich.“

Dass sie in einem Jahr wiederkommen wird, ist sehr wahrscheinlich. Auf Regina Hoier und das Wollefest können Katrin Lutzke und die anderen Aussteller jedenfalls zählen: „Auflage Nummer sieben ist bereits in Planung“, verspricht die Veranstalterin und bilanziert für Nummer sechs: „Das war gut.“  csa

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