Sulinger Weihnachtsmarkt bleibt unter Federführung der Lebenshilfe

Das Konzept kommt an

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Der Stand „Quali-4-life“: Reinhard Engel, Leiter der Qualifizierungsstufe Rehden, mit Tanja und Torben.

Sulingen - „Das Ambiente ist wunderbar, der Aufbau war sehr viel entspannter“, aber auch: „Es fehlen Parkplätze und Laufkundschaft.“ Nach der Weihnachtsmarktpremiere am Standort Bürgerhausgarten hielt sich Beifall und Kritik in den Reihen der Aussteller die Waage.

Zum sechsten Mal hatte die Lebenshilfe Grafschaft Diepholz unter der Federführung von Silke Bosse, Margret Herzog und Katrin Kinner die Verantwortung für die Traditionsveranstaltung übernommen. Musikalisch machten die Kinder der Kita „Am Nordsee“ mit Anke Clamann-Kahl (Gitarre) sowie die Chor-AG der Grundschule unter der Leitung von Claudia Melcher und Sabine Kahlmann den Auftakt des „etwas anderen Weihnachtsmarkts“. Erstmals wurde im Anschluss eine Kaffeetafel geboten: Mitarbeiter und Eltern der Lebenshilfe hatten großzügig gespendet.

Die Organisatoren hatten mit Augenmaß Aussteller eingeladen, die in der Summe ein breites Spektrum an schönen und nützlichen Dingen abdeckten. Ausgesuchte Angebote wie personifizierte Kinder-CDs und DVDs (Kids Juke Box) ergänzten das Sortiment an Honig, Senf, Gewürze, Kerzen, Tee und Kunsthandwerk. Zahlreiche Artikel stammten aus Hobbywerkstätten, Küchen und Nähstuben der Lebenshilfe-Mitarbeiter.

Stolz präsentierten die Mitarbeiter der Schülerfirmen „Ringelblume“ und „Quali-4-life“ ihre Produkte. „Quali-4-life“ präsentierte sich in einem selbst gezimmerten Marktstand à la Hexenhaus. „Die Schüler werden buchstäblich ein paar Zentimeter größer, wenn sie erleben, wie gut ihre Sachen ankommen“, sagte Reinhard Engel, Leiter der Qualifizierungsstufe Rehden.

Weihnachtsmarkt in Sulingen 

Gut zu tun hatten die Mitglieder der Initiative Sulingen. „Das läuft hier wie geschnitten Brot“, kommentierte Björn Beuke lachend den Verkaufsstart der Sulinger Weihnachtslotterie. Wie in den Vorjahren gab es auf dem Weihnachtsmarkt eine zweite Gewinnchance: zusätzlich wurden Puten verlost.

Ein beschaulicher Platz in der Marktmeile war das nostalgische Kinderkarussell, das Pendant unter Dach war die „Wunsch-Ecke“ in der Diele des Bürgerhauses. Die Auftragsliste für den Weihnachtsmann ist lang. Er soll unter anderem dafür sorgen, dass „nicht mehr so viele Bäume im Urwald abgeholzt werden.“ Monika Baumgarte schloss sich an: „Ich finde, Erwachsene haben auch einen Wunsch frei. Ich wünsche mir Frieden!“

„Gewinn machen wir mit dieser Veranstaltung nicht: Die Aussteller zahlen nur eine geringe Standgebühr, die Unkosten sind hoch“, erklärt Silke Bosse. Die Veranstaltung sei vor allem eine PR-Aktion: Sie zeige par excellence das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen. Froh sei man über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und der Initiative Sulingen, die logistisch und finanziell unterstützten. Ob der Bürgerhausgarten auch in Zukunft Schauplatz des Weihnachtsmarktes sein wird? „Meine Einschätzung: Die Vorteile überwiegen“, sagte Silke Bosse. Als der Markt 2010 ins Stadtzentrum verlegt wurde, hat es auch Kritik gehagelt. Eine Standortveränderung ist immer gewöhnungsbedürftig.“ Das Konzept des Weihnachtsmarkts steht hingegen nicht zur Diskussion: Die Idee ist mitten in der Gesellschaft „angekommen“.

mks

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