Grundstückskauf für Erschließung scheitert

Sulinger Verwaltungsausschuss ändert Planungen zum Baugebiet Windmühlenweg

An den Plänen zur Erschließung des Baugebiets Windmühlenweg halten Politik und Verwaltung fest – unklar ist derzeit nur, auf welchem Weg die Grundstücke erschlossen werden.
+
An den Plänen zur Erschließung des Baugebiets Windmühlenweg halten Politik und Verwaltung fest – unklar ist derzeit nur, auf welchem Weg die Grundstücke erschlossen werden.

Sulingen – Baugebiete in der Stadt Sulingen und in den Ortschaften sind rar, deswegen stimmte der Sulinger Stadtrat im Mai 2020 dafür, die Planungen für das Baugebiet „Windmühlenweg“, rund um die Windmühle Labbus in der Ortschaft Lindern, aufzunehmen. Diese Planungen sollen fortgeführt werden, doch die aktuellen Umstände machen möglicherweise Änderungen erforderlich.

Konkret geht es dabei um die Frage, auf welchem Weg das Baugebiet künftig erreicht werden soll. Ursprünglich war geplant, das aus Richtung der früheren Bundesstraße zu ermöglichen, und die dafür nötige Fläche wollte die Stadt Sulingen erwerben. „Der Kern ist, dass der Anlieger derzeit nicht mehr verkaufsbereit ist“, berichtet Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb.

Vor diesem Hintergrund befasste sich am Donnerstag der Verwaltungsausschuss der Stadt mit dem Vorhaben. Eine Konsequenz ist, dass der Geltungsbereich des entsprechenden Bebauungsplans aufgeteilt wird in zwei Teilbereiche: Der erste Bereich umfasst die Flächen westlich und östlich des Windmühlenwegs, über die sich bereits jetzt der Geltungsbereich der Innenbereichssatzung erstreckt. In den zweiten Bereich fallen die weiteren Flächen nördlich und östlich der Windmühle.

Der wesentliche Aspekt sei aber, dass überlegt werden müsse, wie das Baugebiet ohne die nun nicht zum Verkauf stehende Fläche erschlossen werden kann, so der Bürgermeister. Und dafür gebe es zwei Varianten: Eine sieht vor, das Gebiet über das Gewerbegebiet Ost und die Magdeburger Straße zu erreichen und den Windmühlenweg durch Poller abzuteilen. Nach Variante zwei erfolgt die Erschließung alleine über den Windmühlenweg, der dafür umfassend ausgebaut werden müsste – was laut Rauschkolb „horrende Ausbaubeiträge für die Anlieger“ zur Folge hätte. „Weder die eine noch die andere Variante ist glücklich“, räumt er ein, „wir würden nach wie vor bevorzugen, die Fläche für die ursprünglich geplante Erschließung zu kaufen.“

Laut Variante A wird das Baugebiet über die Magdeburger Straße vom Westen her erschlossen.

An der grundsätzlichen Entscheidung ändere sich dadurch aber nichts: „Wir werden an den Planungen für das Baugebiet festhalten.“ Man sei bisher schon sehr transparent damit umgegangen und werde das auch weiterhin tun, daher habe der Verwaltungsausschuss entschieden, den Teilbeschluss über die Frage, auf welchem Weg das Baugebiet erschlossen werden soll, zurückzuüberweisen an den Ortsrat Lindern und den Ausschuss für Bau, Ordnung und Verkehr.

Darüber hinaus werde man sich auch mit der nicht mehr zum Verkauf stehenden Fläche befassen: Sie sei derzeit noch als Gewerbefläche ausgewiesen, werde aber landwirtschaftlich genutzt. Künftig solle sie als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen werden, damit die Stadt an anderer Stelle wieder Potenzialflächen für Gewerbe planerisch darstellen kann. Wie schnell diese Veränderungen umgesetzt werden können, steht noch nicht fest: „Wir planen, damit im Mai in die Gremien zu gehen“, sagt der Bürgermeister.

Die Variante B sieht die Erschließung aus Süden über den Windmühlenweg vor.

Kritik an den Planungen rund um den Windmühlenweg gab es bereits im vergangenen Jahr von Anliegern und dem Mühlenverein Labbus, der sich um den Erhalt und den Betrieb der Windmühle kümmert. Von den Planungen doppelt betroffen sind somit Aileen und Helmut Hansing – als Eigentümer der Mühle und als Vorstandsmitglieder des Vereins. Er habe Verständnis für die Stadt, die nach Flächen für Baugebiete sucht und auch für die Menschen, die nach Sulingen ziehen wollen, sagt Helmut Hansing, aber als Privatperson halte er das Vorhaben für „ein Unding“. Insbesondere die Möglichkeit, für einen eventuellen Ausbau des Mühlenwegs zu Anliegerbeiträgen herangezogen zu werden, kritisiert er scharf: „Da müssen wir für etwas bezahlen, was wir überhaupt nicht wollen.“ „Ich sehe da überhaupt nichts Positives für uns als Anwohner“, stimmt Aileen Hansing zu, „da sind wir uns mit allen Nachbarn einig.“

Aus Sicht des Mühlenvereins falle die Reaktion jedoch nicht ganz so harsch aus: Die Stadt habe ein Windgutachten erstellen lassen, das mögliche Folgen einer Bebauung für den Mühlenbetrieb untersucht habe, und es dem Verein zur Verfügung gestellt, so Aileen Hansing.

Darin würden das Anlegen von Sichtkorridoren mit Grünstreifen für die Mühle und eine maximale Bauhöhe von sieben Metern für die umliegenden Gebäude empfohlen. „Windtechnisch sehen wir dann keine Beeinträchtigung für die Mühle“, stellt Aileen Hansing fest.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Meistgelesene Artikel

Diepholz: Radmuttern an Streifenwagen gelöst – Polizei ermittelt

Diepholz: Radmuttern an Streifenwagen gelöst – Polizei ermittelt

Diepholz: Radmuttern an Streifenwagen gelöst – Polizei ermittelt
Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag

Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag

Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag
Baustelle B 214: Groß Lessen ist bald „wieder erreichbar“

Baustelle B 214: Groß Lessen ist bald „wieder erreichbar“

Baustelle B 214: Groß Lessen ist bald „wieder erreichbar“
Bezirksschornsteinfeger Hermann Garbe hängt Zylinder an den Nagel

Bezirksschornsteinfeger Hermann Garbe hängt Zylinder an den Nagel

Bezirksschornsteinfeger Hermann Garbe hängt Zylinder an den Nagel

Kommentare