Sulinger Verein ist auf der Suche nach einem neuem Standort – citynah

Heimatmuseum sucht Heim

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Detailreich bestückt sind alle Themenbereiche.

Sulingen - Wohin wird die lebendige Geschichtsausstellung Sulingens wandern, wenn sie zum 31. Dezember 2019 aus den bisherigen Räumen am Café am Stadtsee ausziehen muss? Das 20-jährige Bestehen des Heimatvereins Sulingen wurde nicht mit großer Feier zelebriert, sondern mit einem Gläschen Sekt bei geöffneten Museumstüren und der Frage: „Quo vadis, Heimatmuseum?“

Man habe sich beworben für das Bürgerhaus, sagt Vorsitzende Brigitte Wünneker. Allerdings müsse dann das Nutzungskonzept für das Haus geändert werden. Politik und Verwaltung beschäftigen sich derzeit mit der Thematik „Bürgerhaus“, bestätigt Bürgermeister Dirk Rauschkolb. Eine zweite Immobilie hat der Heimatverein zudem ins Auge gefasst, denn fest steht: „Bleiben wir nicht in der Stadtmitte, kommt keiner.“ Citynah möchte der Heimatverein den Sulingern und den Gästen die Möglichkeit bieten, in die Geschichte der Stadt einzutauchen. Gästeführungen beginnen derzeit im historischen Kern, da möchte man Synergien nutzen, so Wünneker. In zwei Räumen der Alten Bürgermeisterei wird bereits Historie des Hauses aufgearbeitet.

Bedauert wird, dass es noch nicht „dazu gehört“, einfach mal im Heimatmuseum vorbeizuschauen. Zwei Drittel der Besucher seien Auswärtige, sagt Wünneker. Lade sie Sulinger ein, heiße es oft: „Da war ich schon vor x Jahren.“ Das wurmt die aktiven Heimatpfleger ein wenig, denn immer wieder stellen sie neue Themenbereiche zur Sonderausstellung zusammen, ergänzen und variieren die Stammschauen. Neben den Objekten für bereits konzipierte Themen befinden sich im Lager noch weitere Ausstellungsstücke.

Kurz: Es gibt immer etwas Neues zu entdecken im Museum. Die Veränderungen im alltäglichen Leben in den zurückliegenden 100 Jahren haben so viele rasante Wechsel in allen Berufsbereichen generiert, dass Besucher aller Altersklassen vor Ausstellungsstücken stehen und verwundert fragen: „Was ist das?“ Deshalb auch sind Vereinsmitglieder an den Tagen der offenen Tür vor Ort. Sie können Auskunft geben, um was es sich handelt, durch wessen Hände es gegangen ist. Und oft genug steht eine kleine Geschichte hinter vermeintlich unscheinbaren Stücken.

Die 110 Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich und viele seien „Ü 80“, sagt Wünneker. Wenn das Heimatmuseum umziehen muss, können die wenigsten wirklich tatkräftig mit anpacken und die Exponate stemmen. Da hätten bisher bei schweren Stücken immer die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes geholfen. Für einen Umzug rechnet Brigitte Wünneker mit einem Jahr an Vorbereitungen der neuen Räume, inklusive Umbauten. Zu berücksichtigen seien Temperaturregelungen, Beleuchtungsfragen und Brandschutzbestimmungen. Die Schauen für die Öffentlichkeit vorzubereiten bzw. sie abzubauen, würde ebenso etwa ein Jahr dauern, so Wünneker. Kurzum: Zwei Jahre voller Arbeit.

Ein bisschen mehr als ein Jahr bleibt also nur noch, um einen neuen Platz zu finden, an dem das Heimatmuseum der Stadt Sulingen citynah Wurzeln schlagen könnte.

sis

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