Sulinger Tierschützer nehmen Hunde eines 92-Jährigen in ihre Obhut

Elf Freunde brauchen Heim

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„Mannschaftsfoto“ mit allen elf Freunden? Das klappt nicht, aber Christine Nordenholz vom Tierschutzverein Sulingen und Umgebung weiß, womit man die Hunde „recht freundlich“ gucken lassen kann.

Sulingen - Herausforderungen nimmt Marita Görges mit Humor: „Wie hieß das noch, ‚elf Freunde sollt ihr sein‘?“ Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Sulingen und Umgebung meint eine Gruppe von Hunden, die vor knapp einer Woche in einem Raum des Tierheims Lindern Obdach bekommen hat. „Das war mal mein Büro...“ Auch diese neuen Schützlinge haben eine traurige Geschichte: Ihr Herrchen, ein 92-Jähriger aus Syke, ist ins Krankenhaus gekommen, kann sich nicht mehr um sie kümmern.

Ein Fall von „Animal Hoarding“, dem krankhaften Sammeln und Halten von Tieren? Marita Görges verneint entschieden: „Der allein wohnende Mann hat sich sehr liebevoll um seine Hunde gekümmert, hängt mit ganzem Herzen an ihnen.“ Ein sauberes Haus mit sauberem Garten, die Vierbeiner sind alle gut ernährt „und überhaupt nicht verhaltensauffällig.“ Lediglich das Fell von einigen ist verfilzt, „darum kümmern wir uns.“ Hilfe mit den Hunden habe der Halter von seiner Tochter bekommen – „und, das hört man selten, vom Pflegedienst, der ihn betreut.“ Doch der Krankenhausaufenthalt zwang den Mann nun, sich von seinen Lieblingen zu trennen. „Die Entscheidung fiel ihm sehr schwer, aber er hat eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann. Wir haben das besprochen: Wenn er nach Hause zurückkehrt, soll einer der Hunde wieder bei ihm leben, er hat sich die 15-jährige herzkranke Tinkerbell ausgesucht.“

Für die weiteren zehn „Schoßhunde“ im Alter zwischen sechs und elf Jahren, darunter Shih Tzus, Bichon Frisés und Malteser, suchen die Tierschützer jetzt dringend ein gutes Zuhause. Sie mögen ein gutes Fressen, viel schmusen, auch mal einen Spaziergang. „Einem Tennisball läuft keiner von ihnen mehr hinterher“, drückt es Marita Görges diplomatisch aus. „Die Trennung wird anfangs vielleicht etwas schwer sein, aber wenn sie allein in eine Familie kommen, gefällt es ihnen sicher, mehr im Mittelpunkt zu stehen“, weiß die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Eine lebenslustige, freundliche und neugierige Truppe tummelt sich in ihrem (Ex-)Büro. „Jeder hat seine eigenen ‚Macken‘“, hat Marita Görges schon festgestellt. „Das ist unser Tanzbär“, weist sie auf einen besonders agilen Hund, „wie heißt der? Ach ja, Pompom ist das.“ Der „Chef“ ist Murphy, „ihn hat sein Herrchen zu spät kastrieren lassen, wir gehen davon aus, dass er der Vater von einigen der jüngeren Hunde ist.“

Als Christine Nordenholz vom Tierschutzverein Leckerlis einsetzt, um zumindest die meisten der elf Freunde für ein Mannschaftsfoto zu versammeln, offenbart Teddy seinen Spleen: Im artig Dauer-Männchen-Machen ist er absolut unschlagbar. Wer überlegt, vielleicht einen der Hunde aufzunehmen, erreicht das Team des Tierheims unter Tel. 04271/ 6569 und 04271/2736720.

Während aktuell lediglich zwölf Katzen im Tierheim Lindern untergebracht sind, schöpfen 38 Hunde die Unterbringungskapazitäten der Tierschützer aus. „Es kommt in letzter Zeit vermehrt vor, dass Mieter umziehen, ohne ihre neue Adresse anzugeben – und ihre Tiere einfach in der alten Wohnung lassen“, berichtet Marita Görges. Es seien vor allem jüngere Leute, „und auffällig ist, dass es dann oft gleich um viele Tiere geht.“

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