Sulinger Parkgesellschaft weist Kritik zurück

Kenneweg: „Das hat uns wirklich geärgert“

Zwei Männer stehen vor einem gefällten Baum im Bürgerpark.
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Warum die Baumfällarbeiten dringend notwendig sind erläutern Willem Vorholt (links) und Christian Kenneweg vom Vorstand der Parkgesellschaft.

Sulingen – Der Bürgerpark zwischen Parkstraße und Breslauer Straße in Sulingen liegt den Menschen am Herzen. So zumindest lässt sich – wohlwollend – die Kritik auffassen, die sich an den laufenden Baumfällarbeiten in der Anlage regt.

Im Februar begann die Sulinger Parkgesellschaft, deren Mitgliedern der nördliche Bereich des Areals zwischen der Stettiner Straße und der Straße „Im Bürgerpark“ gehört, mit den Arbeiten (wir berichteten). „Wir hatten die dritte Begehung mit dem dritten Sachverständigen“, sagt stellvertretender Vorsitzender Willem Vorholt. Der Experte, der auch im Auftrag der Stadt Sulingen Bäume prüfe, „hat uns dringend zu den Fällungen geraten.“ Durch die beiden Dürresommer in Folge seien viele Bäume, vor allem Buchen, abgestorben. Alle Exemplare seien markiert worden, die entweder ganz entfernt werden mussten oder von denen Totholz über die Wege ragte. „Wir haben nur die Bäume gefällt, die gefällt werden mussten“, betont der Vorsitzende Christian Kenneweg.

Die Arbeiten seien bisher in kleinen Teams ehrenamtlich von den Mitgliedern ausgeführt worden, damit seien etwa zwei Drittel der Maßnahme abgeschlossen. Aktuell warte man darauf, dass das geschlagene Holz abtransportiert wird. Anschließend übernehme dann ein Fachunternehmen die „Problemfällungen“: Dabei gehe es um Bäume in den Außenbereichen des Parks sowie um besonders hohe Bäume, bei denen die Mitglieder die Äste in den Kronen nicht erreichen könnten. Außerdem gebe es einige Exemplare, die – ähnlich wie bereits gefällte Bäume in der Schlesienstraße und anderen Straßen – von der Rußrindenkrankheit befallen sind.

Völlig hohl ist dieser Ast, der aus Sicherheitsgründen ebenfalls entfernt werden musste.

Die Notwendigkeit der Fällungen ist jedoch nicht allen Beobachtern ersichtlich. So erhebt Leser Daniel Heitmann in einer E-Mail an die Redaktion den Vorwurf, dass beim Fällen auf die Markierungen nur wenig Rücksicht genommen worden sei und die Maßnahmen eher willkürlich wirkten. Gerade an der Seite der Breslauer Straße gleiche „der Anblick des Parks inzwischen eher dem eines Schlachtfeldes, was auch bei den Anwohnern durchaus für Unmut sorgt“, schreibt Heitmann.

Bei solchen Vorwürfen sei es aber nicht geblieben, berichtet Christian Kenneweg, manche Mitglieder seien gar als „Bonzen“ beschimpft worden. „Das hat uns wirklich geärgert: Wir sind keine großen Waldbauern, die damit reich werden wollen, sondern wir machen das, damit wir den Park so schnell wie möglich wieder öffnen können.“

Auf die Gefahr weisen an allen Eingängen des Bürgerparks, die jetzt mit Bauzäunen gesperrt sind, Schilder hin.

Im Gegenteil, ergänzt Willem Vorholt, die Parkgesellschaft sei froh, dass jemand gefunden worden sei, der dem Verein die Bäume für ein „kleines Geld“ als Kaminholz abnimmt. „Man muss auch mal sehen: Wir stellen unser Eigentum völlig uneigennützig den Sulingern zur Verfügung, und ganz unterschiedliche Sulinger engagieren sich in unserem Verein.“

Den Vorwurf, dass die Markierungen missachtet worden seien, will Christian Kenneweg nicht stehenlassen: Die Farbe sei zum Teil mit Seifenwasser von den Bäumen entfernt worden, auch an den Absperrungen hätten sich Unbekannte zu schaffen gemacht. Dabei sei die Sperrung notwendig, weil der Park Privatgelände sei und der Verein daher haften müsse, falls jemand durch herabstürzende Äste verletzt wird. Zuerst hatte er die Zugänge mit Schildern und Flatterband gesperrt: „Innerhalb von zwei Tagen wurde das drei Mal komplett abgeräumt. Wenn jemand dann zu Schaden kommt, tragen diese Personen die moralische Verantwortung.“ Der Verein habe das Entfernen von Markierungen und Absperrungen bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Neue Bäume sollen gepflanzt werden

Als Absperrung sind mittlerweile Bauzäune an den Parkeingängen aufgestellt worden – die würden aber von Spaziergängern ignoriert.

„Uns ist die Bedeutung des Bürgerparks als Naherholungsgebiet total bewusst“, unterstreicht Willem Vorholt, „und wir wollen ihn noch lange so erhalten.“ Sobald der Baumsachverständige die Maßnahmen abgenommen habe, könne der Park wieder geöffnet werden, und für die gefällten Bäume sollen neue wieder angepflanzt werden, kündigt Vorholt an. Die Mitglieder der Parkgesellschaft würden sich dabei – ebenso wie bei den Arbeitseinsätzen – über jede Unterstützung freuen. Zwar könne der Verein, weil er nicht als gemeinnützig eingestuft ist, keine Spendenquittung ausstellen, stellt Christian Kenneweg fest, aber „wir freuen uns auch über kleine Beträge.“

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