Leiser, sauberer und sparsamer

Fuhrpark des Sulinger Omnibusbetriebs Gaumann mit Landesförderung modernisiert

Zwei Menschen stehen vor zwei modernen Bussen.
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Vor zweien der modernen Busse stehen Inhaberin Gaby Gaumann und Werkstattleiter Günter Wünneker.

Sulingen – Zwei Busse hat Gaby Gaumann, Inhaberin des Omnibusbetriebs Fritz Gaumann, gerade bestellt. Gefördert wurde die Anschaffung durch das Sonderomnibusförderprogramm des Landes.

Wie der Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann in einer Pressemitteilung veröffentlicht, würde mit dem im August dieses Jahres aufgelegten und von der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) abgewickelten Programm die Anschaffung von etwa 220 Bussen mit jeweils 40 Prozent gefördert. Die Fördersumme von 21 Millionen Euro löse also Investitionen von mehr als 53 Millionen Euro aus. Im Landkreis Diepholz erhielten vier Unternehmen die Förderung, neben dem Sulinger Betrieb auch die Borchers Reisen GmbH & Co KG aus Twistringen, Hans-Jürgen Plein & Co. KG aus Harbergen und Buspunkt Diehl GmbH & Co. KG aus Asendorf, und damit würden acht Busse angeschafft.

Mithilfe des Förderprogramms würden nun die beiden ältesten der insgesamt 20 Busse des Unternehmens modernisiert, so Gaby Gaumann. Laut Verkehrsvertrag dürfe ohnehin kein Bus älter als 16 Jahre sein. Die Bestellung für die beiden Fahrzeuge mit einem Nettopreis von jeweils 210 000 Euro, wovon gut 92 000 Euro gefördert werden, habe sie nun erst, nach Erhalt des Förderbescheids abschicken können. Mit der Auslieferung sei daher nicht vor Ende der Sommerferien, also spätestens zum Herbstanfang zu rechnen.

Mehr als 193 Tonnen Kohlendioxid eingespart

Doch was genau macht die neuen Modelle klimafreundlicher als ihre Vorgänger? Den geringeren Kraftstoffverbrauch nennt Gaby Gaumann zuerst: Im Schnitt bräuchten die neuen Busse auf 100 Kilometer acht Liter Kraftstoff weniger. Legt man die Jahresstrecke des gesamten Fuhrparks von 980 000 bis 990 000 Kilometer – seit Oktober 2020 ausschließlich im Linienbetrieb für die Verkehrsbetriebe Diepholz Süd –zugrunde, ergibt sich eine jährliche Einsparung von bis zu 79 200 Liter Diesel oder umgerechnet mehr als 193 Tonnen Kohlendioxid.

Darüber hinaus seien die Fahrzeuge allesamt mit Partikelfilter ausgestattet, weswegen sie weniger Feinstaub und Stickoxide ausstießen, ergänzt Günter Wünneker, Kfz-Meister und Werkstattleiter des Omnibusbetriebs. Dank neuer Filter gelangten auch keine Schadstoffe mehr in den Innenraum der Busse. Sie seien nach der Abgasnorm Euro VI ausgerüstet, aber die strengere Norm Euro VI plus sei bereits in Vorbereitung.

Reifen halten länger

Ein weiterer Vorteil der neuen Modelle, allesamt mit Automatikgetriebe, ist laut Wünneker der schonendere Umgang mit den Reifen: Sie hätten so weniger Abrieb und damit eine längere Haltbarkeit. „Bei hochpreisigen Marken halten die Reifen heute etwa 130 000 Kilometer, vorher waren es 90 000 bis 100 000 Kilometer – aber das liegt auch mit am Fahrer.“

Zusätzlich seien die neuen Busse auch leiser, fügt Gaby Gaumann hinzu: „Die Fahrgäste merken manchmal gar nicht, dass sie in einem Bus sitzen und nicht in einem Auto.“

Elektroantrieb ist keine Option

Noch mehr Klimafreundlichkeit dank anderer Antriebe sehen beide aktuell noch nicht: Ein Elektroantrieb sei schwierig, so Günter Wünneker, denn da betrage die Reichweite aktuell bei Bussen etwa 350 Kilometer. Die einzelnen Busse seien aber auf den Hauptlinien täglich 400 bis 450 Kilometer unterwegs und müssten daher zwischendurch aufgeladen werden, was aber im Fahrbetrieb nicht möglich sei. Für einen Wasserstoffantrieb gebe es in Ulm bereits ein Testzentrum, aber dort werde noch geforscht. „Wasserstoff kommt sicher irgendwann“, ist Gaby Gaumann überzeugt.

Neben dem Klimaschutz spielen bei der Ausstattung aber auch Komfort und Sicherheit eine große Rolle. So sind alle Fahrzeuge mit Klimaanlage versehen, und besonders in Hinblick auf die Coronasituation seien an allen Fahrerplätzen Infektionsschutztüren installiert worden, und zweimal jährlich würden die Innenraumfilter erneuert.

Per Bildschirm zeigt der Abbiegeassistent den Fahrern, ob sich jemand im „toten Winkel“ befindet.

„Der Landkreis und der Zweckverbund Verkehrsverbund Bremen / Niedersachsen tun alles, was machbar ist, da können wir uns nicht beklagen“, lobt die Unternehmerin.

Die Busse seien zudem Niederflurbusse und könnten hinten eine Rampe ausklappen, um Fahrgästen im Rollstuhl den Ein- und Ausstieg zu ermöglichen. „Die Niederflurigkeit ist wichtig, aber es gibt noch wenige Bushaltestellen, die auch barrierefrei angefahren werden können.“

Schließlich habe das Unternehmen freiwillig damit begonnen, die Busse mit Abbiegeassistenten auszurüsten. Dazu gehört ein Monitor für die Fahrer, auf dem ihnen angezeigt wird, ob sich Fußgänger oder Radfahrer beim Abbiegen im sogenannten „toten Winkel“ befinden. „Das ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit“, findet Gaby Gaumann.

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