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Sulinger Jugendzentrum „Jozz“ startet Samstag Sommerkonzert-Reihe

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Von: Harald Bartels

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Das heimische Duo Johanna und Jan tritt erneut am „Jozz“ auf.
Das heimische Duo Johanna und Jan tritt erneut am „Jozz“ auf. © Jozz

Sulingen – Das Sulinger Jugendzentrum „Jozz“ nimmt das Musikprogramm wieder auf und startet am Samstag, 25. Juni, die Reihe der „Terrassenkonzerte“.

Auf Veranstaltungen im Innenraum habe man bisher bewusst verzichtet, erklärt Volkhardt „Raspe“ Schumacher vom „Jozz“, weil es bei großen Teilen des Teams ein gewisses „Unwohlsein“ gegeben habe. Wie berechtigt das gewesen sei, zeige sich weiterhin – bei Veranstaltungen gebe es immer noch „Ausfälle ohne Ende“. Nun erlaubt das Wetter es aber wieder, die in den Vorjahren eingeführten Open-Air-Konzerte am „Jozz“ aufzunehmen. „Die Terrasse mitten in der Stadt schränkt die Musikrichtung etwas ein“, formuliert es Schumacher, „die Nachbarn sind zwar tolerant, aber das wollen wir nicht ausreizen.“ Deswegen werde, wie im Vorjahr, eher ruhige Musik zu hören sein.

Das „Strickmuster“: An jedem der Konzertabende sollen Künstler mit lokalem Bezug, also zum „Jozz“ oder zur Stadt, sowie zwei auswärtige Acts spielen. Anders als bei der Konzertreihe „Ruhige Nummern“ beschränke man sich auf drei Auftritte, „damit es nicht zu spät wird“.

Künstler mit lokalem Bezug zu verpflichten, sei jedoch nicht mehr so einfach, räumt Schumacher ein. Durch Corona und die fehlenden Veranstaltungen habe die Auswahl abgenommen: „Ich hoffe, dass es noch guten Nachwuchs gibt, aber ich kenne ihn vielfach nicht.“

Überhaupt sei das Planen aufwendig: „Ich hatte das Programm bis August schon vier, fünf Mal komplett fertig, aber das Booking war schwierig.“ Dennoch seien einige Profis dabei, denen es nicht auf die Gage ankomme, die sich darauf freuten, ihre Musik einem Publikum „in der Provinz“ vorstellen zu können. „Wir haben einen hohen Qualitätsanspruch“, und der Schwerpunkt, auf junge Talente zu setzen, sei ein Alleinstellungsmerkmal des „Jozz“. Viele von ihnen hätten später ihren Weg auf große Bühnen gefunden, Schumacher nennt als Beispiel die Gitarristin Sophie Chassée, die von der Band „AnnenMayKantereit“ als Bassistin für deren Clubtour verpflichtet worden sei und mit Alli Neumann im Juli im Vorprogramm von Coldplay auftreten werde. „Ich gehe jede Wette ein, dass diesmal wieder Acts dabei sind, die man in zwei Jahren im Fernsehen sehen wird.“

Zum Auftakt der „Terrassenkonzerte“ am 25. Juni ab 20 Uhr ist als lokaler Vertreter das Duo Johanna (Gesang / Gitarre) und Jan (Geige) dabei, das bereits mehrfach hier auftrat. Ihre „Jozz“-Premiere feiern dagegen Birte Volta und Nora Lotz. Die in Hildesheim lebende Birte Volta verfügt über ein breites Repertoire, von Folk und Blues bis Rock. Klassiker von Pink Floyd oder Patti Smith interpretiert sie akustisch ebenso neu wie Hits von Billie Eilish, dazu hat sie eigene Kompositionen im Gepäck. Aus Lengerich stammt die Singer-Songwriterin Nora Lotz, die in ihrer Musik vor allem Einflüsse aus Folk und Musical verarbeitet. Sie hat bereits mehrere Veröffentlichungen vorzuweisen und war mit eigenen Songs vertreten auf Samplern aus Hannover, zuletzt auf „City of Music Radio Hannover“.

Zum ersten Mal ist Birte Volta dabei.
Zum ersten Mal ist Birte Volta dabei. © Jozz

Der Eintritt ist frei, stattdessen wird um Spenden für die Akteure gebeten. Das habe gut funktioniert, und die Künstler seien ganz begeistert gewesen von den spendablen Sulingern, erinnert sich Schumacher. Eine Anmeldung ist nicht mehr nötig, auch die Besucherzahl ist nicht mehr beschränkt – „wir hoffen auf wenigstens 40, 50 Besucher.“ Die Bühne werde diesmal unter der Amerikanischen Eiche am „Jozz“ aufgebaut, und für das Publikum stelle man Stühle, Bänke und Stehtische bereit. „Wir legen Wert auf das schöne Ambiente, aber im Notfall ziehen wir bei schlechtem Wetter um ins Haus.“

Weitere „Terrassenkonzerte“ sind geplant für den 23. Juli und den 13. August. „Ich habe schon Ideen für einen vierten Termin im September, aber das ist noch nicht spruchreif“, verrät Schumacher. Möglich seien die Konzerte nur aufgrund der „hervorragenden Crew“. Alle Beteiligten arbeiteten ehrenamtlich, ob Techniker für Sound und Licht, Grafiker für die Plakate oder die Helfer beim Ausschank. Viele von ihnen lebten jedoch längst nicht mehr in Sulingen, sondern seien aufgrund von Ausbildung oder Studium verstreut auf Braunschweig, Bremen, Hannover, Osnabrück oder Oldenburg. Nachwuchs für das Team zu gewinnen, sei nicht einfach, merkt Volkhardt Schumacher an: „Neue Helfer für Konzerte findet man auf Konzerten, aber das ist schwierig, wenn nichts stattfindet.“

Nora Lotz vervollständigt das Programm.
Nora Lotz vervollständigt das Programm. © Jozz

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