Warten auf Wiederbeginn

Sulinger Jugendfeuerwehren: Jugendliche bleiben dabei

Oben von links: Christian Schulz (Groß Lessen), Stadtjugendfeuerwehrwart Thorsten Ohrdes, Ina Johannes (Lindern) sowie (unten von links) Pressesprecher Marcus Martz, Christian Kammacher (Sulingen) und Marieke Fano (Klein Lessen).
+
Onlinegespräch mit den Vertretern der Jugendfeuerwehren: (oben von links) Christian Schulz (Groß Lessen), Stadtjugendfeuerwehrwart Thorsten Ohrdes, Ina Johannes (Lindern) sowie (unten von links) Pressesprecher Marcus Martz, Christian Kammacher (Sulingen) und Marieke Fano (Klein Lessen).

Sulingen – Das Frühjahr ist für die Jugendfeuerwehren im Sulinger Land die Zeit der Bunten Wochenenden – normalerweise. In diesem Jahr jedoch nicht, denn weder die Aufführungen noch Proben oder Jugendfeuerwehrdienste überhaupt dürfen aktuell abgehalten werden. Was bedeutet das für die Jugendfeuerwehren? Können sie als – aktuell theoretische – Angebote weiter bestehen?

„Bei uns ist niemand abgesprungen“, sagt Christian Schulz, Jugendfeuerwehrwart in Groß Lessen, auch wenn die Situation für alle schwierig sei. Auf Online-Dienste werde verzichtet, denn „die Jugendlichen müssen für die Schule schon dauernd online sein.“ Stattdessen gebe es kleinere Aktionen, etwas sei die Osterschokolade, die es über Sponsoren gegeben habe, zusammen mit kleinen Aufgaben an die Jugendlichen verteilt worden, und im September habe es einen Sportdienst gegeben, bei dem die Mitglieder die Masken und Taschen bekommen hätten, die es von der Ortsfeuerwehr Groß Lessen zum 50-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr im vergangenen Jahr gegeben habe.

Auch in Sulingen gebe es keine Onlinedienste, so Jugendfeuerwehrwart Christian Kammacher. „Aber schade ist es eigentlich für die 18-Jährigen, weil es wieder kein Zeltlager gibt.“ Zwei seien mit Erreichen der Altersgrenze mittlerweile auch in die Ortsfeuerwehr übergetreten, und „wir haben viele Kinder, die in die Jugendfeuerwehr wollen, aber noch nicht können.“

Verzicht auf Onlinedienste

Für Klein Lessen berichtet Jugendfeuerwehrwartin Marieke Fano, dass hier auch über verschiedene Aktionen der Kontakt zu den Jugendlichen gehalten wurde: „Zu Weihnachten haben wir Kekse gebacken für die Kinder, und es gibt Online-Arbeitsblätter zum Ausdrucken, die sie bearbeiten können, wenn sie möchten.“

Seit dem zweiten Lockdown habe es auch in Lindern keine Dienste mehr gegeben, sagt Jugendfeuerwehrwartin Ina Johannes. Nur im September habe man sich einmal getroffen zum Schlagball, aber „die Kinder haben schon eher gefragt, ob es wieder geht.“ Zu Weihnachten habe man Weihnachtsgeschenke mit einem Gruppenbild verteilt, weil die Jugendfeuerwehr so viele neue Mitglieder habe. Es gebe diesmal auch einen starken Jahrgang mit sechs 18-Jährigen, die schon angekündigt hätten, künftig die Betreuer unterstützen zu wollen.

Keine Veranstaltungen der Kreisjugendfeuerwehr bis zu den Sommerferien

„Es ist sehr ärgerlich, dass zum zweiten Mal in Folge das Zeltlager ausfällt“, fügt Stadtjugendfeuerwehrwart Thorsten Ohrdes hinzu, aber die Kreisjugendfeuerwehr habe alle Veranstaltungen bis zu den Sommerferien abgesagt. „Wir hoffen, dass die Abnahme der Leistungsspangen im September oder Oktober und das Volleyballturnier im November stattfinden können.“ Die Landesjugendfeuerwehr biete Seminare, in welcher Form Onlinedienste angeboten werden könnten, und auch die Einstiegslehrgänge, in denen angehende Betreuer die Grundlagen der Jugendarbeit lernten, würden online angeboten statt wie sonst an einem Wochenende.

Andere Jugendfeuerwehren hätten durchaus Erfahrungen mit Onlineangeboten gesammelt, weiß Thorsten Ohrdes. „Manche waren damit relativ erfolgreich, aber bei der Beteiligung war von sehr gut bis mäßig alles dabei.“ Der größte Teil der Dienste sei eben praktisch, und am liebsten kämen die Kinder wieder in die Feuerwehrhäuser. „Eigentlich bleibt momentan nur die Hoffnung, weil man nicht weiß, wann wieder etwas möglich ist.“

Jubiläum wird nicht nachgefeiert

Gibt es Bestrebungen, die ausgefallenen Veranstaltungen nachzuholen, sobald die Umstände es zulassen? „Wir werden unser Jubiläum nicht nachfeiern, sondern eher auf das 55-jährige Bestehen warten“, verneint Christian Schulz. Einzig die Ehrung der Gründungsmitglieder könne es schon in kleinerem Rahmen geben. Gleiches gilt auch für die Jugendfeuerwehren Lindern und Sulingen – beide wurden Anfang des Jahres 30 Jahre alt.

Können die Jugendfeuerwehren ohne ihre üblichen Aktionen Nachwuchs begeistern? „Wir hoffen, dass wir bald mit der Kinderfeuerwehr starten können“, so Thorsten Ohrdes. Sie soll Kinder, die noch keine zehn Jahre alt sind, an die Jugendfeuerwehren heranführen. Momentan sei die Stadtverwaltung noch dabei, die Satzung entsprechend zu ändern – „wir sind noch relativ früh in der Gründungsphase.“ Aktuell würden noch Betreuer und Leiter gesucht, aber die Betreuer müssten nicht Mitglied einer Feuerwehr sein. Derzeit liege die Leitung bei ihm und er sei Ansprechpartner, aber Interessenten könnten sich auch per E-Mail an kinderfeuerwehr@ff-sulingen.de melden.

Melden könnten sich auch Jugendliche, die in den Jugendfeuerwehren Mitglied werden wollten, betont Feuerwehr-Pressesprecher Marcus Martz. Die E-Mail-Adressen der jeweiligen Jugendfeuerwehr seien zu finden auf der Internetseite der Sulinger Feuerwehren: „Wir geben Bescheid, wenn es wieder losgeht.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

17 Tempotafeln messen in Weyhe die Geschwindigkeit

17 Tempotafeln messen in Weyhe die Geschwindigkeit

17 Tempotafeln messen in Weyhe die Geschwindigkeit
Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft
Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab
Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung

Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung

Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung

Kommentare