Bade und Rauschkolb im „Dorfgespräch“

Sulinger Bürgermeisterkandidaten stellen sich in Rathlosen vor

Die Moderation übernahm Ortsbürgermeister Sebastian Bönsch, ergänzte die Fragen an Patrick Bade und Dirk Rauschkolb (von links).
+
Die Moderation übernahm Ortsbürgermeister Sebastian Bönsch, ergänzte die Fragen an Patrick Bade und Dirk Rauschkolb (von links).

Rathlosen – „Die wenigsten Einwohner unserer Ortschaft haben die Bürgermeisterkandidaten der Stadt Sulingen auf dem Wochenmarkt an ihren Ständen besucht“, erklärte Ortsbürgermeister Sebastian Bönsch den Grund für die Einladung des Rathlosener Ortsrates an Dirk Rauschkolb und Patrick Bade zum „Dorfgespräch“. Rund 60 Gäste nutzten das gemütliche Beisammensein bei Bratwurst und Getränken als „Entscheidungshilfe“.

Der amtierende Bürgermeister Dirk Rauschkolb (54) lebt seit über 20 Jahren im Sulinger Land und ist seit 30 Jahren in der Verwaltung tätig. Der Diplomverwaltungswirt war neun Jahre Hauptamtlicher Bürgermeister der Samtgemeinde Siedenburg und bekleidet das Amt seit 2013 in der Sulestadt. Er verwies auf erfolgreich abgeschlossene oder angeschobene Projekte, die es weiterzuentwickeln gelte: Investiert habe man etwa in Einrichtungen wie die Feuerwehr oder die Grundschule Sulingen, die Kinderbetreuung, den Klimaschutz oder den Wegebau.

Er sei „Sulinger mit Leib und Seele“ und traue sich zu, Verantwortung für die Stadt zu übernehmen, betonte Patrick Bade (44). Der examinierte Kranken- und Gesundheitspfleger ist seit 2018 Geschäftsführer der Firma „2 Care GmbH“. Er werde sich für eine Verwaltung als „transparenten Dienstleister“, für „kluge Investitionen“ in Marketing und Tourismus, für Gesundheitsfürsorge und eine verbesserte Aufenthaltsqualität in der „lebens- und liebenswerten“ Sulestadt einsetzen. Vor fünf Jahren ist er für die CDU in den Stadtrat eingezogen, seit März ist er Mitglied der Fraktion „Sulingen!“.

Wer sind die Kandidaten und wo wollen sie hin? Sebastian Bönsch moderierte die Diskussion souverän und ergänzte die Fragen der Einwohner, deren Anliegen insbesondere der Breitbandinternetausbau und die Straßensanierung waren. Weitere Themen waren die Gesundheitsvorsorge und die Abspaltung der Gruppe um Patrick Bade von der CDU-Fraktion im Stadtrat. „Welche Konzepte haben Sie, um den Rat auf Linie zu bringen?“, wollte ein Zuhörer wissen. Eine Vielfalt an Meinungen sei nicht verwerflich, sagte Bade, überhaupt sei die Auseinandersetzung in Sachfragen wichtiger als die Parteizugehörigkeit. Rauschkolb pflichtete ihm bei und betonte, dass er schon vor acht Jahren ohne Unterstützung einer Partei angetreten sei: „Ich halte die politische Unabhängigkeit eines Bürgermeisters für unerlässlich.“

In zwei Sachfragen gingen die Meinungen der Kandidaten auseinander. Bade befürwortete Stadtratssitzungen mit Bürgerbeteiligung auch zwischen den Tagesordnungspunkten, was Rauschkolb als nicht zielführend bezeichnete. Ein schwieriges Feld sei die von Bade propagierte Wiederaufnahme des Bahnbetriebs und die Anbindung der Straße „Am Stellwerk“ an die Nördliche Entlastungsstraße, sagte Rauschkolb („Das schließt sich aus, da wäre ein Kunstgriff nötig“). Er sei weder Bauplaner noch Stadtentwickler, konterte Bade: „Ich würde Experten zu Rate ziehen.“

Rund 60 Gäste nutzten das gemütliche Beisammensein als „Entscheidungshilfe“.

Auf die Frage von Sebastian Bönsch nach „drei guten Gründen“, warum sich die Kandidaten für den geeigneteren Bewerber halten, antworteten diese kurz und prägnant. Patrick Bade bezeichnete sich als „offen, ehrlich und transparent“, Dirk Rauschkolb warf „Kontinuität und Fachwissen“ in die Waagschale.

Patrick Bade würde in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit „kleine Dinge“ in Angriff nehmen: im Sinne der Inklusion die Installation von Liftanlagen in den Bädern. Dirk Rauschkolb sprach von der Fortsetzung wichtiger Projekte, etwa der Planung der Klinik-Nachnutzung und dem Bemühen um finanzielle Fördermöglichkeiten.

„Dirk Rauschkolb weiß, wo die Harke hängt; trotzdem schön, dass wir Patrick Bade kennengelernt haben“, sagte ein Besucher, der das „Dorfgespräch“ interessiert verfolgt hatte. Wen er wähle, habe er noch nicht entschieden. Auch Sebastian Bönsch räumte ein: „Ich bin unentschlossen. Aber wir haben ja noch vier Wochen Zeit...“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Meistgelesene Artikel

Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag

Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag

Achtung: Vollsperrung der B51 ab Montag
Diepholz: Radmuttern an Streifenwagen gelöst – Polizei ermittelt

Diepholz: Radmuttern an Streifenwagen gelöst – Polizei ermittelt

Diepholz: Radmuttern an Streifenwagen gelöst – Polizei ermittelt
Neue Bewohner, neue Behausungen: Tierpark Petermoor mausert sich weiter

Neue Bewohner, neue Behausungen: Tierpark Petermoor mausert sich weiter

Neue Bewohner, neue Behausungen: Tierpark Petermoor mausert sich weiter
Baustelle B 214: Groß Lessen ist bald „wieder erreichbar“

Baustelle B 214: Groß Lessen ist bald „wieder erreichbar“

Baustelle B 214: Groß Lessen ist bald „wieder erreichbar“

Kommentare