„Wir sind Sulingen 2.029“: KoRis ist raus

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Ziehen eine erste Bilanz des Bürgerbeteiligungsprozesses „Wir sind Sulingen 2.029“: Bürgermeister Dirk Rauschkolb (r.), seine allgemeine Vertreterin, Birgit Dullin, sowie Wirtschaftsförderer Martin Koenen.

Sulingen - 40.000 Euro haben Stadt und Initiative Sulingen in den moderierten Bürgerbeteiligungsprozess „Wir sind Sulingen 2.029“ investiert.

„Wir sind froh, dass uns das Büro KoRis auf die Beine geholfen hat“, sagt Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb. Mit dem abschließenden Coaching der Angehörigen der Koordinierungsgruppe Mitte Januar endet das Engagement der Mitarbeiter des Planungsbüros mit Sitz in Hannover. Jetzt müsse der Prozess von alleine das Laufen lernen, sagte Rauschkolb. In welche Richtung, das lässt der Bürgermeister noch offen. Im März 2015 war die Stadt Sulingen mit der Zukunftskonferenz in den Bürgerbeteiligungs- und Leitbildprozess eingestiegen. Nach Leitbild-Werkstatt im Juni und Stadtforum im November haben sich zwischenzeitlich drei Arbeitsgruppen etabliert. Birgit Dullin, allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, spricht von der Gruppe „Projekt Bahn 2029“, der Arbeitsgemeinschaft Wohlfühlstadt sowie der Arbeitsgemeinschaft Klimaschutz; Martin Koenen, Wirtschaftsförderer der Stadt, meldet 25 Bürgerinnen und Bürger, die, verteilt auf die drei Gruppen, ständig in den Gremien mitarbeiten.

Rauschkolb: „Unsere Vorstellungen von dem Prozess haben sich weitgehend erfüllt.“ Weitgehend? „Konkrete Projektergebnisse können wir nicht präsentieren“, räumt der Bürgermeister ein. „Ich weiß auch nicht, ob man das nach zwei bis vier Treffen der einzelnen Gruppen erwarten kann. Zunächst will ja auch mal die Grundlagenarbeit erledigt werden.“ Birgit Dullin mit Blick auf das Engagement der Mitarbeiter des Büros KoRis: „Ohne deren Unterstützung wären wir noch nicht so weit.“ Laut Martin Koenen seien in der Gruppe „Wohfühlstadt“ erste Ansätze erarbeitet worden, die es lohne, zu verfolgen: die Schaffung von Wohnraum für Alleinstehende, die Optimierung des Branchenmixes im Einzelhandel oder auch Ideen zur Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs. Dirk Rauschkolb sieht in dem geplanten Ausstieg der Mitarbeiter des Büros KoRis eine Chance. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie wir den Prozess weiter transportieren, vielleicht ausgetretene Pfade verlassen, um zu schauen, wie wir mehr Bürger für eine Mitarbeit begeistern können.

Das ist jetzt sicherlich Hauptaufgabe der Koordinierungsgruppe.“ Dass Rat und Verwaltung selbst Themen setzen, die dann von den Gruppen bearbeitet werden, sieht Martin Koenen eher kritisch: „Grundgedanke des Prozesses ist, dass die Themen behandelt werden, die die Bevölkerung bewegen. Setzen Rat und Verwaltung die Themen, läuft man Gefahr, dass der Eindruck entsteht, die Vorschläge werden ungefiltert übernommen. Das muss nicht so sein und das birgt Konfliktpotential in sich.“ Eine weitere Herkulesaufgabe, vor der die Koordinierungsgruppe nach wie vor steht: die Aktivierung der Generationen U20 und Ü20.

Birgit Dullin: „Wir haben jetzt zwar eine Vertreterin der Jugend in der Koordinierungsgruppe, aber das Gros unserer bisherigen Maßnahmen hat noch nicht gegriffen.“ Kein Grund für die allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, den Bürgermeister und den Wirtschaftsförderer, die Bemühungen um gerade jüngere Mitstreiter einzustellen. Rauschkolb berichtet von Ideen aus den Reihen des Lehrerkollegiums des Gymnasiums, in Sulingen einen Stadtschülerrat zu installieren. „Erste Gespräche sind geführt. Das kann für uns eine Chance sein.“ Alles in allem zieht die Spitze der Stadtverwaltung nach knapp einem Jahr ein positives Zwischenfazit des Bürgerbeteiligungsprozesses. „Wenn auch nur ganz leise“, so Rauschkolb.
oti

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