Stimmen aus der Ratssitzung

Sulingen - Hier finden Sie gesammelt Stimmen aus der Ratssitzung der Stadt Sulingen.

Klinik: „Bewusste Schwächung“
Die im Rat der Stadt Sulingen vertretenen Gruppen und Fraktionen stellen sich hinter die Klinik Sulingen der Alexianer im Landkreis Diepholz und fordern den Erhalt des Status quo. Gunter Koop erinnerte während der öffentlichen Ratssitzung am Montag für die Sozialdemokraten an den Abzug der gynäkologisch- geburtshilfichen Abteilung zur Stärkung des Krankenhausstandortes Bassum und die dann erfolgte Schließung der Fachabteilung. „Mit Kirchturmpolitik muss es endlich vorbei sein. Man steckt zwar in der Zwickmühle, aber die Fehler von vor zehn Jahren darf man heute nicht noch einmal machen.“ Die Sozialdemokraten fordern den Erhalt der 24-Stunden-Unfallchirurgie am Standort Sulingen und den Erhalt der Anerkennung des Hauses durch die Berufsgenossenschaft. Ingrid Jantzon warnte die Krankenhausgesellschaft davor, an der 24-Stunden-Bereitschaft der Unfallchirurgie am Standort Sulingen zu rütteln. Das käme einer Schwächung der ganzen Klinik gleich.

Jantzon erinnerte an die Ergebnisse des Strukturgutachtens. „Die Sulinger und die Menschen der Region nehmen ihr Haus an. Die niedergelassenen Ärzte überweisen in die Klinik. Das ist nicht überall so.“ Werde Sulingen geschwächt, wären die Patienten „den Alexianern“ verloren. „Sie werden nicht nach Bassum gehen.“ Häuser in Nienburg, Minden, vielleicht sogar in Vechta wären dann erste Wahl. Jantzon dementierte Meldungen, nach denen alle Kreistagsabgeordneten der Region die Überlegungen des Landrates mittragen würden. „Das ist nicht der Fall.“ Wie Jantzon rief Heinz Riedemann von den Freien Wählern die Ergebnisse der Gutachten in Erinnerung. „Die sprechen eine andere Sprache. Der gute Ruf der Klinik Sulingen darf nicht aufs Spiel gesetzt werden.“ Riedemann stellte infrage, inwieweit ein Haus ohne Anerkennung der Berufsgenossenschaft und ohne 24-Stunden-Chirurgie langfristig überlebensfähig ist. „Das Szenario des Landrats läuft auf eine Ein-Haus-Strategie hinaus.“ Walter Legler (Gruppe Legler / FDP) unterstützte die Freien Wähler: „Die Alexianer wissen genau, was sie tun. Sie wissen auch, was das für Folgen haben kann. Die Klinik Sulingen war bisher gesetzt, aber nicht mehr in dieser Form.“ Legler sprach von einer bewussten Schwächung des Sulinger Krankenhauses.

Siemering will Gymnasium verlegen
CDU-Ratsmitglied Henry Siemering forderte am Montag während der öffentlichen Sitzung des Rates der Stadt Sulingen Landrat Cord Bockhop und die Alexianer im Landkreis Diepholz auf, über eine Ein-Haus-Strategie am Standort Sulingen nachzudenken. Siemering regte eine Verlagerung des Gymnasiums an den Standort der ehemaligen Realschule an, um so Platz für eine Erweiterung der vorhandenen Bausubstanz der Klinik zu schaffen. „Die Grundschule müsste dann an ihrem heutigen Standort ausgebaut werden.“ Widersprüche erntete Siemering aus den Reihen der eigenen Fraktion. Christian Dummeyer: „Das ist kein Vorschlag der CDU-Fraktion. Dieser Vorschlag ist mehr als unrealistisch.“

Aydilek will „Ein-Haus-Lösung“
SPD-Ratsmitglied Erdem Aydilek forderte während der Sitzung des Rates der Stadt Sulingen am Montag Landrat Cord Bockhop und die Alexianer im Landkreis Diepholz erneut auf, über eine Ein-Haus-Strategie nachzudenken – und zumindest rechnerisch zu untersuchen. Aydilek, selbst Arzt: „Krankenhäuser mit unter 200 Betten sind heute nicht mehr überlebensfähig. Im Landkreis Diepholz gibt es in allen Häusern 300 plus Betten an allen Standorten. Es ist utopisch, wenn man glaubt, alle Häuser halten zu können.“ Eine mögliche Standortfrage ließ Aydilek offen. „Der Standort muss da sein, von wo aus der Versorgungsauftrag am ehesten erfüllt werden kann.“

Dummeyer rügt Landrat Bockhop
CDU-Ratsmitglied Christian Dummeyer warf mit Blick auf angedachte Umstrukturierungen der Kliniklandschaft im Landkreis Diepholz den „Alexianern“ eine „unverständliche Politik“ vor. „Bassum wird seit Jahren gestärkt. Wir werden für dumm verkauft.“ Kritik äußerte Dummeyer auch an Landrat Cord Bockhop: „Warum ist der Herr heute nicht hier? Zeit, ellenlange Briefe zu schreiben, die dann im Internet veröffentlicht werden, scheint der Mann ja zu haben.“ Bürgermeister Dirk Rauschkolb forderte der CDU-Politiker auf, eine klare Sprache zu sprechen. „Wir wollen unseren Standort gestärkt und nicht zurückgeschraubt wissen.“
oti

Hier finden Sie den Artikel zur Ratssitzung: Öffentliche Ratssitzung wegen Neustrukturierung der Kliniklandschaft

Rubriklistenbild: © dpa

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