Stefan Borchert – ein Held, der keiner sein will

TuS-Handballer Stefan Borchert rettete Familie Thamm vermutlich das Leben.

Sulingen - Ein junger Mann hatte den Wunsch nach frischer Luft. Und das hat Anke, Martin und Milan Thamm vermutlich das Leben gerettet.

13. Dezember, etwa 0.30 Uhr, Schauplatz Sulingen, Edensporthalle, rund 400 Meter vom TuS-Clubhaus entfernt. Die Handballer des TuS Sulingen haben Weihnachtsfeier. Eine kleine Gruppe geht zum Rauchen nach draußen. Stefan Borchert schließt sich an, obwohl er Nichtraucher ist. „Ich brauchte einfach nur mal frische Luft“, sagt der Landesliga-Handballer. Plötzlich nahm der 22-Jährige einen hellen Schein aus Richtung Clubhaus wahr. Borchert reagierte sofort. Intuitiv. Vermutlich deswegen, weil er beim Technischen Hilfswerk (THW) und deshalb für solche Situationen besonders sensibilisiert ist. „Ich bin rund 100 Meter Richtung Clubhaus gelaufen, habe gesehen, dass die kleine Hütte brennt und bereits Glutnester das Dach erreicht haben“, berichtet Borchert.

Er alarmierte sofort per Handy die Feuerwehrleitstelle. Es war genau 0.50 Uhr. Borchert lief zurück in die Halle, schnappte sich einen Feuerlöscher und eilte zusammen mit Kumpel Rene Klusmann zur Brandstelle. „Als ich sah, dass die Hütte schon im Vollbrand stand, habe ich versucht, die Glutnester am Dach zu löschen“, so Borchert: „Doch das war schwierig, denn das Pulver des Feuerlöschers flog bei dem starken Wind in alle Richtungen.“ Kurz darauf traf die Feuerwehr ein und übernahm. Der Handballer und sein Kumpel gingen zurück zur Weihnachtsfeier. „Dort war ich bis etwa 3.00 Uhr“, erzählt Borchert. Und als er daheim gerade eingenickt war, gab es THW-Alarm: Ausleuchten einer Großbrandstelle am Sportpark. Stefan Borchert kannte den Weg, er war ja gerade dagewesen...

Vermutlich hat der junge Mann mit seinem beherzten Eingreifen der Familie Thamm das Leben gerettet. „Das weiß ich nicht. Aber es könnte sein“, sagt Borchert bescheiden. Ein Held will der 22-Jährige trotzdem nicht sein: „Es ist doch für jeden eine Pflicht, in Notsituationen zu helfen.“ Für die Thamms aber ist Borchert ein Held. „Er ist der Retter überhaupt. Wir sind ihm überaus dankbar und wollen uns auch noch persönlich bei ihm bedanken“, sagt Familienvater Martin Thamm gerührt.
flü

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