„Einfach mal anpacken“

Reload: Ehrenamtliche steuern Containerlandschaft bei

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Engagieren sich gemeinsam für das Reload Festival: Malik Tharia, Matthias Koop, Henri Wortmann, Henning Hustedt, Jürgen Rohlfs und Jan Schauer. 

Sulingen - Temperaturen weit über 30 Grad im Schatten: Jürgen Rohlfs, Matthias Koop, Henning Hustedt, Jan Schauer und Henri Wortmann verlieren ihr gemeinsames Ziel nicht aus den Augen. Nahezu täglich treffen sie sich auf dem Gelände der Spedition Wortmann an der Hans-Hermann-Meyer-Straße. Sie planen, verwerfen, schneiden, hämmern und flexen an ihrem Beitrag zum Reload Festival in Sulingen; ehrenamtlich. Bei Wortmann entsteht eine kleine, aber feine Containerlandschaft, die zukünftig den Festival-Helfern unter anderem als Kassenhaus dient.

Die drei Überseecontainer lagern seit Ende des Festivals 2017 auf dem Speditionsgelände an der Hans-Hermann-Meyer-Straße. „Sie wurden für Filmaufnahmen während des Festivals genutzt, die eine Krankenkasse in Auftrag gegeben hatte“, erklärt Malik Tharia, der die Infrastrukturmaßnahmen vor, während und nach dem Festival koordiniert. „Wir haben die Container dann übernommen.“

Bisher hatten die Organisatoren des Sulinger Festivals auf die Containeranlage des WOA in Wacken zurückgegriffen. „Das war für alle Beteiligten immer mit viel Aufwand verbunden. Jetzt haben wir gesagt: Wir wollen eine eigene Anlage haben.“

Die ehrenamtlichen Helfer legen laut Henri Wortmann aktuell an zwei 40-Fuß-Containern und einem 20-Fuß-Container Hand an, „die dann vor Ort miteinander verbunden werden.“

Wenn Malik Tharia durch den „Rohbau“ schreitet, malt er bunte Bilder: „Hier kommt ein Türelement rein; eine Glastür. Hier kommt die Kaffee-Bar hin, damit die Leute nicht so weit rauslaufen müssen, wenn sie vorne arbeiten. Da bauen die Tischler noch einen Tresen. Dann brauchen wir noch Spinde, damit man auch mal was wegschließen kann...“

Nahezu täglich treffen sich die Helfer auf dem Gelände der Spedition Wortmann an der Hans-Hermann-Meyer-Straße.

50 bis 60 Arbeitsstunden hätten die Helfer bisher in das Projekt investiert. An die 100 Stunden seien noch erforderlich, damit es eine Form annimmt, die die Beteiligten selbst gutheißen könnten.

Die Motivationen, warum Jürgen Rohlfs (Elektrik), Matthias Koop (Stahlbau), Henning Hustedt (Holz), Jan Schauer und Henri Wortmann (beide Logistik) ihr Fachwissen und ihre Arbeitskraft unentgeltlich den Festival-Veranstaltern zur Verfügung stellen, sind ähnlich. Henri Wortmann: „In meinem Alter gehe ich lieber zum Schützenfest. Aber das Festival ist gut für Sulingen.“ Jürgen Rohlfs bringt sich seit 2017 in die Vorbereitungen des „Reload“ mit ein. „Ich mache das aus Überzeugung. Die Leute, der Zusammenhalt – das ist alles gut. Man kann mit der Zeit schon etwas anderes anfangen, aber es macht Spaß.“ Henning Hustedt nickt: „Wir machen das für Sulingen und das Umland. Das Festival trägt zur Attraktivität der ganzen Region bei.“ Jan Schauer: „Ich engagiere mich eigentlich schon ewig in den unterschiedlichsten Bereichen. Wenn ich helfen kann, mache ich das gerne.“

Während seine Mitstreiter immer mehr ins Schwärmen geraten, inspiziert Stahlbauer Matthias Koop unbeirrt die einzelnen Stützen, die das Containerdach stabilisieren. „Die sind wichtig, weil jetzt ja einige Wände fehlen.“ Der 51-Jährige gibt sich als „echter Festival-Fan“ zu erkennen. „Ich habe schon einige gesehen. Das interessiert mich eben. Und wenn man dann so etwas vor der eigenen Haustür hat, dann kann man mal mit anpacken.“ 

oti

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