Öffentliche Ratssitzung wegen Neustrukturierung der Kliniklandschaft

„Okay, wenn man aufsteht“

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Informierte über die Planungen in der Alten Bürgermeisterei: Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb.

Sulingen - Einig wie selten stellte sich am Montagabend der Rat der Stadt Sulingen auf – und schickt sich an, den Schmusekurs zu verlassen. Mit Blick auf die geplante Neuordnung der Krankenhauslandschaft hatten Ratsvorsitzender Joachim Oltmann und Bürgermeister Dirk Rauschkolb zur Sondersitzung geladen. Der Rat formiert sich – gegen die Alexianer als Mehrheitsgesellschafter der Klinik-Gruppe, aber auch gegen die von Landrat Cord Bockhop kommunizierten Überlegungen struktureller Veränderungen im Verbund.

Bürgermeister Dirk Rauschkolb am Dienstag auf Anfrage der Redaktion: „Die Inhalte der Beratungen fließen in eine Art Positionspapier ein.“ Zum Teil gegebenenfalls auch die Beiträge aus der Zuhörerschaft. Die Zuhörerbereiche im Saal der Bürgermeisterei und auf der Empore waren am Montag von der ersten bis zur letzten Minute der zweieinhalbstündigen Sitzung bis auf den letzten Platz belegt. Für den 22. Juni hat Cord Bockhop die Bürgermeister der Standortgemeinden und die Beigeordneten der Hauptausschüsse an einen Tisch gebeten.

Rauschkolb: „Dann geht es für uns darum, auch in diesem Kreis unsere Position zu vertreten.“ Cord Bockhop hatte die Einladung der Stadt Sulingen, die öffentliche Sitzung zu begleiten, ausgeschlagen. Den Informationspart übernahm Dirk Rauschkolb. „Eine Information durch den Landkreis wäre geeigneter gewesen“, räumte der Bürgermeister ein. Er versuchte, emotionslos Fakten und Daten aneinanderzureihen, verwies dabei auch auf defizitäre Abschlüsse des Verbundes in Höhe von zuletzt 4,5 Millionen Euro. „Im Moment geht man von acht Millionen aus.“ Fakt sei, dass die Alexianer als Mehrheitsgesellschafter Verluste nur noch in Höhe von einer Million Euro auffangen wollten. Rauschkolb bestätigte Handlungsbedarf, verhehlte aber auch nicht, dass „ich nach allen bisher vorliegenden Gutachten mit einem Erhalt, wenn nicht sogar einer Stärkung der Klinik Sulingen gerechnet habe. Sulingen galt schon aus Gründen der Versorgungssicherheit für mich als gesetzt.“

Die Gutachten hätten ein Zwei-Standort-Modell (Bassum und Sulingen) erwarten lassen, das „Geschäftsführermodell“ favorisiere den Erhalt der Häuser in Bassum und Diepholz. Die „2 plus 1“-Lösung, die Cord Bockhop derzeit favorisiere, bezeichnete Rauschkolb als Kompromiss, wenn auch – mit Blick auf den angedachten Abzug der 24-Stunden-Chirurgie aus Sulingen – als schlechten. „Noch können unsere Ideen berücksichtigt werden. Die Kreistagsabgeordneten sind für uns ein wichtiges Bindeglied.“ Und: „Es ist fraglich, ob die Krankenkassen die Überlegungen des Landrates überhaupt mittragen.“ Der Bürgermeister bezeichnete es als „okay, dass die Sulinger Bürger aufstehen. Gegebenenfalls müssen wir auch bei den Mehrheitsgesellschaftern ansetzen. Falls die Klinik Sulingen gefährdet ist, dürfen auch alternative Betreibermodelle nicht ausgeschlossen sein.“ 
oti

Hier finden Sie Stimmen zur Ratssitzung

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