TuS Sulingen nach Großfeuer im Sportpark

Das Versprechen nach dem Schock: „Es geht hier weiter“

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Auf den ersten Blick sieht das Clubhaus des TuS Sulingen noch ganz brauchbar aus, doch nach dem großen Feuer ist es nicht mehr zu gebrauchen.

Sulingen - Von Björn Knips. Volker Wall kann diese Worte der kleinen Jungs an der Unglücksstelle einfach nicht vergessen. „,Wo sollen wir denn jetzt Fußball spielen?’, haben die immer wieder gefragt und waren ganz aufgeregt“, berichtet der Präsident des TuS Sulingen.

Auch er ist noch geschockt vom Feuer, das dem TuS in der Nacht zu Sonntag die Heimat geraubt hat. Das Sportfunktionsgebäude mit dem Clubhaus ist eine Ruine. Doch Wall verspricht: „Es geht hier weiter. Mitte Januar wird der Trainingsbetrieb wieder starten. Zum Glück ist jetzt Winterpause, die Zeit werden wir nutzen.“

Dabei ist Wall eines sehr wichtig: Der TuS soll ganz schnell wieder eine Heimat bekommen. „Und sei es nur eine blöde Holzhütte, die wir da aufstellen“, sagt der 49-Jährige etwas trotzig. Er will nach vorne schauen, weil der Blick zurück so schmerzt. „Das ist alles furchtbar, wir haben dort so viel Arbeit reingesteckt und so viel erlebt“, sagt Wall. Dennis Neumann wirkt noch betroffener. „Ich habe da mein ganzes Leben verbracht“, stöhnt der 27-jährige Kapitän der ersten Mannschaft, die sich schon zwei Mal an der Brandstelle getroffen hat, um zu helfen. Am Montag wurde im Keller nachgeschaut, was von den Bällen und Trikots noch zu gebrauchen ist. Als Neumann darüber spricht, steigt die Wut in ihm auf: „Dass es wahrscheinlich so etwas wie Brandstiftung war, macht mich richtig aggressiv.“

Das Feuer ist offenbar in einer kleinen Holzhütte, dem Kassenhäuschen des TuS, ausgebrochen. Dort gibt es keinen Strom. Deswegen wird davon ausgegangen, dass gezündelt wurde. „Unglaublich, dass so ein Dahergelaufener so einen großen Mist verzapft“, schimpft Neumann. Er glaubt aber genauso wenig wie Wall, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf den TuS handelt. Wall spricht eher von einem Dummejungenstreich – mit allerdings dramatischen Folgen. Denn in dem Gebäude gab es auch Wohnungen, der Platzwart und seine Familie konnten sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Die Betroffenen stehen nun vor einem ähnlichen Scherbenhaufen wie der Verein. Doch sie sind nicht allein. „Die Solidarität hier ist einfach toll“, sagt Wall und freut sich über die Angebote des FC Sulingen und des SV Staffhorst: „Sie haben uns sofort ihre Plätze als Übergangslösung angeboten. Das ist supernett.“

Doch Wall hofft, dass ein zeitweiser Umzug nicht nötig sein wird. Dafür braucht es allerdings vor allem Strom für das Flutlicht. Die Anlage wurde vom abgebrannten Clubhaus aus gesteuert. Wall rechnet nach ersten Gesprächen mit einer baldigen Lösung, das gilt auch für das Thema Umkleidekabinen. Container kommen eher nicht in Frage, Wall setzt auf eine Mitnutzung der Edensporthalle. Die liegt nur 400 Meter entfernt. „Das ist zumutbar“, sagt der Präsident. Er geht davon aus, dass die TuS-Handballer, die dort beheimatet sind, sicherlich etwas zusammenrücken werden. Grünes Licht wird auch vom Landkreis als Hallenbesitzer erwartet.

Wie sehr das Feuer den Verein finanziell belasten wird, ist noch unklar. Der Gebäudekomplex, der zum Teil auch der Stadt gehört, ist ausreichend versichert. Beim Hausrat sieht das etwas anders aus, gesteht Wall. Die Versicherung sei schon etwas älter und nicht aktualisiert worden, „das könnte etwas knapp werden“. Doch Wall will sich auch davon nicht runterziehen lassen, er macht sich und dem TuS mit seiner Vision von einem Neubau Mut: „Ich würde mir wünschen, dass wir da in einem Jahr unseren Weihnachtsbaum aufstellen können.“

So ging es weiter: Im Mai 2017 wurden zwei junge Männer für die Brandstiftung verurteilt.

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