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Sulinger Stadtverwaltung ist vorbereitet auf Schnee und Eis

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Von: Harald Bartels

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Schild Eingeschränkter Winterdienst an einer Straße.
Eingeschränkter Winterdienst – Schilder wie dieses an der Diepholzer Straße hat die Stadt entfernt. © Schlotmann

Sulingen – Frostarm zeigt sich bislang der Winter – wie gut ist die Stadt Sulingen vorbereitet, falls die Temperaturen sinken, Schnee und Eis den Verkehr beeinträchtigen?

„Wir haben einen Räum- und Streuplan, der vorgibt, welche Straßen und Gehwege geräumt und gestreut werden müssen“, sagt Christoph Nitsche. Als Leiter des Teams Bautechnik der Sulinger Stadtverwaltung ist er verantwortlich für den Winterdienst. Die Straßen seien in drei Kategorien eingeteilt, die nacheinander abgearbeitet würden. „Bei starkem Schneefall kann das bedeuten, dass Straßen der ersten Kategorie schon zum zweiten Mal geräumt werden, bevor die übrigen zum ersten Mal an der Reihe sind.“ Zu Kategorie eins zählen die Hauptverkehrsstraßen wie die Nienburger Straße, die Lange Straße, die Bassumer Straße und die Diepholzer Straße, aber auch für den Schulweg wichtigen Anbindungen.

Nitsche ordnet, basierend auf der Wettervorhersage, die Rufbereitschaft für den Winterdienst an. Dazu würden alle Mitarbeiter des städtischen Bauhofs von dessen Leiter Heiko Stamme in zwei Gruppen aufgeteilt, die sich wöchentlich abwechseln: Innerhalb jeder Gruppe gebe es einen „Warn- und Erkennungsdienst“ – einen Mitarbeiter, der nachts kontrolliert, ob ein Einsatz erforderlich ist. Das passiere auch mehrfach nacheinander, denn: „Wir hatten es auch schon, dass um 3 Uhr nichts war – und um 6 Uhr war alles spiegelglatt“, erläutert Christoph Nitsche. Wenn dieser Mitarbeiter Alarm gibt, sammeln sich die Kollegen am Bauhof, um mit dem Dienst zu beginnen.

Rufbereitschaft auch an Sonn- und Feiertagen

Ihre Rufbereitschaft erstreckt sich von morgens 4 Uhr bis abends 22 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen. Vorgesehen sei, dass der Räumdienst bei den Straßen der Kategorie eins montags bis freitags bis 7 Uhr beziehungsweise, an Schultagen, bis 7.30 Uhr möglichst abgeschlossen ist, samstags bis 8 Uhr und sonntags bis 9 Uhr. Für die Gehwege gelte, dass sie bis zum Beginn des allgemeinen Verkehrs um 8 Uhr geräumt und gestreut sein sollten, an Sonntagen bis 10 Uhr.

Während im Stadtgebiet für den Winterdienst der Bauhof zuständig sei, greife die Verwaltung in den Außenbereichen auf Landwirte und Lohnunternehmer zurück. „Bei dem starken Schneefall vergangenes Jahr im Februar haben sie uns aber auch im Stadtgebiet unterstützt, als sie in den Ortschaften fertig waren“, berichtet Christoph Nitsche.

30 Tonnen Streusalz lagern im Silo

Der Bauhof lagere in einem Hochsilo 30 Tonnen Streusalz. Bei einem Streudurchgang, wenn der ganze Räum- und Streuplan abgearbeitet wird, würden circa 4,5 Tonnen verbraucht, sodass die Menge für sechs Durchgänge ausreiche – „wenn keine Besonderheiten auftreten.“ Das Nachbestellen sei unproblematisch, aber weil dann per Sattelzug zwischen 22 und 24 Tonnen angeliefert würden, könne erst bestellt werden, wenn der Vorrat zur Neige gehe. Um eventuelle Engpässe zu überbrücken, halte der Bauhof aber auch Palettenware vor.

Was ist mit den Schildern, die mancherorts an Ortseingängen darauf hinweisen, dass hier der Winterdienst nur eingeschränkt oder gar nicht geleistet werde? „Aus der Räum- und Streupflicht kann sich keine Kommune Deutschlands mit irgendwelchen Hinweisschildern befreien“, stellt Christoph Nitsche klar. Diese Pflicht auf öffentlichen Straßen und Wegen sei abgeleitet aus der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht: „Der Grundstückseigentümer hat dafür Sorge zu tragen, dass von seinem Grundstück keine Schadensgefahren für Dritte ausgehen.“

Anlieger müssen ebenfalls streuen und räumen

Längst nicht alle öffentlichen Verkehrsflächen könnten jedoch durch die Kommunen geräumt und gestreut werden. Daher eröffne ihnen das Niedersächsische Straßengesetz die Möglichkeit, die Straßenreinigungspflicht – zu der auch die Räum- und Streupflicht zählt – ganz oder teilweise auf die anliegenden Grundstückseigentümer zu übertragen. Von dieser Möglichkeit mache auch die Stadt Sulingen Gebrauch, weswegen alle Straßen, Geh- und Radwege, die nicht durch den Räum- und Streuplan abgedeckt werden, durch die Anlieger freizuhalten seien. „Dies ist in der Straßenreinigungssatzung in Verbindung mit der Straßenreinigungsverordnung der Stadt Sulingen festgelegt.“

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