Mitglieder versprechen umfangreiche Eigenleistungen

Groß Lessen: Warten auf das Startsignal für den Umbau des Feuerwehrhauses

Das Dach des Feuerwehrhauses Groß Lessen ist zum Teil noch mit Asbestplatten gedeckt.
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Das Dach des Feuerwehrhauses Groß Lessen ist zum Teil noch mit Asbestplatten gedeckt.

1974 weihten die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Groß Lessen ihr derzeitiges Domizil ein. 1994 erfolgte ein Anbau. Jetzt steht eine weitere größere Baumaßnahme in der Sulinger Ortschaft an.

Groß Lessen – Seit fast 50 Jahren ist das Feuerwehrhaus in Groß Lessen bereits Heimat für Fahrzeuge, Ausstattung und Aktive der Ortsfeuerwehr Groß Lessen. Doch inzwischen hat die Sympathie für das Gebäude stark nachgelassen – es ist zu klein, nicht mehr zeitgemäß ausgestattet und stark sanierungsbedürftig.

Eingeweiht 1974, erhielt es 1994 einen Anbau, der in Eigenleistung errichtet wurde, doch seither hat sich an der Immobilie kaum etwas verändert. Dabei haben sich reichlich Baustellen angesammelt: Größtes Manko ist der fehlende Platz in der Fahrzeughalle angesichts der Größe der Einsatzfahrzeuge. An das Einsatzleitfahrzeug ist ein Notstromaggregat angehängt, für das es keine andere Möglichkeit der Unterbringung gibt, und so bleiben nur wenige Zentimeter Platz zwischen der Kühlerhaube und dem Tor. Etwas mehr Platz gibt es hinter dem Löschfahrzeug, allerdings befinden sich dort die Spinde der Mitglieder. Eine Trennung nach Geschlechtern gebe es nicht, sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister Christian Schulz, außerdem müssten sich die Kameraden und Kameradinnen beim Einsatz entweder in den Abgasen des Löschfahrzeugs umziehen, oder aber das Fahrzeug werde vorher hinaus gefahren, aber dann müsste das Umziehen quasi vor aller Augen erfolgen.

Platz für die Gerätschaften der Jugendfeuerwehr

Mehr Platz benötigt wird auch für Gerätschaften und Ausrüstung von Jugendfeuerwehr und aktiver Wehr. An insgesamt fünf Stellen im Ort werde Material gelagert, aber „das sind alles ehemalige landwirtschaftliche Betriebe, und wir wissen nicht, wie lange wir sie weiter nutzen können.“

Mit diesen Problemen befasst sich die Ortsfeuerwehr bereits seit Längerem: „Wir haben schon vor fünf Jahren über einen Anbau gesprochen, und in diesem Jahr sind wir fest in die Planung eingestiegen.“ Dabei sei allerdings der Sanierungsbedarf hinzugekommen: Die Holzfenster, die mit dem Anbau 1994 installiert wurden, sind marode, der Untergrund unter den Fliesen des im Anbau untergebrachten Aufenthaltsraums beginnt hohl zu werden und das Dach ist zum Teil noch mit Asbestplatten gedeckt.

Die alten Holzfenster müssen dringend ausgetauscht werden.

Das Projekt, dessen Kosten zum Gros die Stadt Sulingen übernehmen wird (wir berichteten), für das Christian Schulz zusammen mit dem früheren Ortsbrandmeister Gerhard Fischer und Stadtbrandmeister Jens Warner die Bauleitung übernimmt, gestaltet sich aufgrund der Fülle an Baustellen umfangreich: An der Westseite des Feuerwehrhauses soll ein 17 mal 17 Meter großer Anbau in Stahlbauweise entstehen, der neben der neuen Fahrzeughalle auch Lagerflächen für Jugendfeuerwehr und Feuerwehr, eine offene Werkstatt sowie eine Stiefelwäsche umfasst.

Mit dem Anbau umfasst die Fläche des Feuerwehrhauses künftig rund 520 Quadratmeter. Die alte Fahrzeughalle wird umgebaut zu getrennten Umkleiden für Damen und Herren, die zudem – dem aktuellen Standard der Feuerwehrunfallkasse entsprechend – auch Duschen erhalten. Darüber hinaus wird hier noch ein kleines Büro eingerichtet. Unter den Punkt Sanierung fallen zudem das Umstellen der Innen- und Außenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik, das Einziehen einer Akustikdecke im Aufenthaltsraum sowie die Ausstattung der Fußböden mit rutschhemmenden Fliesen. Schließlich sollen Anbau und Altbau eine einheitliche Fassade aus Sandwichplatten erhalten.

Nur wenige Zentimeter Platz bleiben momentan zwischen Garagentor und Kühlerhaube.

Um das Projekt finanzierbar zu gestalten, ist eine Vielzahl an Eigenleistungen eingeplant – aufgrund des gewachsenen Umfangs des Projektes plane man auch mehr Eigenleistung ein, erklärt Christian Schulz. Angefangen von der Bauvorbereitung über Außenarbeiten, Bodenaushub, Abbruch und Trockenbau über Maurer- und Malerarbeiten bis hin zu Sanitär- und Elektroinstallationen reicht das Paket. Dabei könne man auf die entsprechenden Fachleute aus den eigenen Reihen zurückgreifen, aber es sei auch schon Hilfe zugesagt worden von außerhalb der Feuerwehr. Weitere Helfer seien aber willkommen.

Ein konkretes Datum für den Baubeginn gebe es laut Christian Schulz bisher aber noch nicht: „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr mit den Außenarbeiten beginnen können“, sagt er, „und der Bau dann im Sommer abgeschlossen ist – das ist ein sportliches Ziel.“

In den Abgasen des Löschfahrzeugs müssen sich die Mitglieder der Feuerwehr vor dem Einsatz umziehen.

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