Friseurmeister schließt Handwerksbetrieb

Für Cattau ist jetzt Schluss

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Schließen ein letztes Mal die Eingangstür zum Friseursalon an der Nienburger Straße ab: Astrid Rohlfs und Friseurmeister Friedrich Cattau. 

Sulingen - Im November 1962 hatte Friedrich Cattau mit seinem Friseursalon an der Nienburger Straße in Sulingen den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt, im November 2017 im Kreis aktueller und ehemaliger Mitarbeiterinnen das 55-jährige Bestehen des Handwerksbetriebes gefeiert. Mit Ende des Jahres war die Firma erloschen. Gestern drehte Cattau den Schlüssel zu dem Traditionsbetrieb ein letztes Mal um – für immer. „Aus gesundheitlichen Gründen“, erklärt der 82-Jährige. „Es geht nicht mehr.“

Beim Rundgang durch den Salon an der Nienburger Straße merkt man dem 82-Jährigen schnell an, dass er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hat.

Die Bilder an den Wänden erzählen Geschichte und Geschichten, geben Vorlieben des Friseurmeisters wieder. Etwa für den Sport mit Fuß und Ball: Plakate und Spielpläne längst vergangener Fußball-Welt- und Fußball-Europa-Meisterschaften müssen einst im Herrensalon für Gesprächsstoff zwischen dem Figaro und seinen Kunden gesorgt haben. Sein Lieblings-Verein? „Werder“, sagt er, „natürlich“. Fotos erzählen genauso von Halb-Marathon-Läufen, die Cattau selbst mit Leidenschaft absolviert hat; zuletzt im Jahr 2015 in Hannover.

„Es geht nicht mehr“, sagt Cattau und schickt sich an, Accessoires in den Geschäftsräumen zusammenzuräumen. Selbstständig gemacht hatte sich Friedrich Cattau 1962 noch im Gebäude Nienburger Straße 38, zog dann 1967 in den Neubau auf dem Grundstück Nienburger Straße 39 um.

13 oder 14 Auszubildende

Nein, wie viele Friseurinnen der Friseurmeister in den über fünf Jahrzehnten beschäftigt hat, vermag er auf den Kopf genau nicht zu sagen, auch nicht wie viele an der Nienburger Straße das Friseurhandwerk erlernt haben: „Es waren auf jeden Fall ganz schön viele; allein so 13 oder 14 Auszubildende.“

Eine Neu-Vermietung des Ladengeschäftes kommt für den 82-Jährigen nicht infrage; wohl auch nicht wegen der vielen Erinnerungen, die Friedrich Cattau mit dem Ladengeschäft verbindet und die er jetzt mit in den Ruhestand nimmt. Der 82-Jährige lacht: „Ich möchte keinen Ärger haben.“

Die Kunden im Damensalon hatte bis zum letzten Arbeitstag Astrid Rohlfs betreut. „Seit etwa zehn Jahren“, sagt sie.

Sie wechselt jetzt in den Salon von Obermeisterin Tanja Strohmeyer nach Varrel. „Ich hatte erst überlegt, den Salon weiterzuführen“, räumt sie ein. Aber: „Ich habe drei Kinder zuhause, einen Mann, zwei Hunde und ein großes Grundstück – da bleibt nicht viel Zeit.“ 

oti

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