Ina Matthes leitet Familienunterstützenden Dienst

Sulingen/ Diepholz: Lebenshilfe bietet eine Vielzahl an offenen Angeboten für alle Altersgruppen

Ina Matthes in der Gemeinschaftsküche des inklusiven Wohnprojekts der Lebenshilfe in Sulingen.
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Ina Matthes in der Gemeinschaftsküche des inklusiven Wohnprojekts der Lebenshilfe in Sulingen.

Sulingen / Diepholz – Eine Disco soll es geben, unbedingt – „mit lauter Musik und viel Tanzen!“ Das ist nur einer der Aufträge, die Ina Matthes mit auf den Weg bekommen hat: Seit dem 1. Januar leitet sie die familienunterstützenden Dienste (FuD) der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz.

„Schon fast zehn Jahre“ sei die ausgebildete Erzieherin bei der Lebenshilfe und habe verschiedene Bereiche durchlaufen. Zunächst im „Haus am Wasser“ in Diepholz und später in der Kindertagesstätte „Lütke Lüe“ in der Kreisstadt, wechselte sie als Leiterin zur „Kita am Müntepark“ – allerdings „genau an dem Tag, als es dort gebrannt hat.“ Nebenbei habe sie zahlreiche Fortbildungen besucht, vor allem mit den Schwerpunkten Familien, Behinderungen und Kommunikation. Nach Ende ihrer Elternzeit zum 30. Juni habe sie von der Lebenshilfe das Angebot erhalten, sich mit den FuD zu befassen. Begonnen habe sie mit einer Projektausarbeitung, erläutert die 30-Jährige: „Was wollen wir, was brauchen wir dafür, und was machen andere Träger?“ Dabei habe sie immer in engem Austausch mit der Geschäftsführung gestanden, und nun gehe es um die praktische Umsetzung. Als gebürtige Diepholzerin kenne sie die Einrichtungen der Lebenshilfe dort, aber durch ihre bisherige Leitungsfunktion seien ihr auch die Sulinger Einrichtungen und Ansprechpersonen bereits vertraut,

Bisher sei es so gewesen, dass im Bereich offene Hilfen unter der Leitung von Anette Wagner, die bald ihren Ruhestand antrete, die Schulassistenz, die familienentlastenden Dienste (FeD) und die Freizeitangebote zusammengefasst gewesen seien, erläutert Matthes. Der FeD bestehe seit 1990, und durchschnittlich seien mehr als 100 Familien betreut worden. „Das ist von Anette Wagner ganz toll aufgebaut worden, und sie hat mit ihrer Kompetenz Großes geleistet in der Lebenshilfe.“ Dabei habe sie aber auch sehr gut auf die Mitarbeiter geachtet – „das möchte ich unbedingt beibehalten.“ Die Schulassistenz werde künftig ein eigener Bereich, dessen Leitung ausgeschrieben sei, während sie sich um FuD und Freizeitangebote kümmere.

Die FuD gliederten sich in drei Teilbereiche: Der erste umfasse die Beratung für Eltern von Kindern mit erhöhtem Unterstützungsbedarf, also Pflegegrad 1 bis 5. Vor allem gehe es darum, welche Leistungen wie und bei wem beantragt werden könnten.

Zum zweiten Teilbereich gehöre die individuelle Einzelbetreuung: „Wir schauen, wo die Eltern Unterstützung brauchen, um mal aufatmen, Kraft schöpfen oder sich den Geschwisterkindern verstärkt widmen zu können.“ Das sei eine stundenweise, interessen- und bedarfsorientierte Entlastung durch Betreuung für das unterstützungsbedürftige Kind, die unter Umständen auch durch Ehrenamtliche geleistet werden könne.

Den dritten Teilbereich bildeten schließlich die Gruppenangebote: „Da können sich Menschen mit unterschiedlichem Hilfebedarf treffen und austauschen.“ In Sulingen habe es schon für Erwachsene Klöntreffs und eine Kegelgruppe gegeben, was auch gut angenommen wurde, aber „das wollen wir öffnen und ausbauen.“

Begonnen habe sie dafür mit einer Umfrage in der Paul-Moor-Schule in Diepholz und Sulingen, welche Angebote sich die Jugendlichen wünschen. Neben der erwähnten Disco waren es aber auch Ausflüge, ein Besuch im Fitnessstudio oder ein Fußballturnier mit Mannschaften außerhalb der Lebenshilfe.

Angedacht sei, künftig in der Paul-Moor-Schule wöchentlich nach dem Unterricht einen Treff „zum Runterkommen“ anzubieten. Außerdem solle es jedes Wochenende im Wechsel in Diepholz und Sulingen ein Angebot zu schaffen, wo sich Kinder und Jugendliche über vier oder fünf Stunden intensiv mit einem Thema befassen könnten, während die Eltern entlastet würden. Das sei aber offen für alle und nicht leistungsorientiert: „Wir wollen inklusiv sein.“ Dankbar sei sie dafür, dass es auch schon Gespräche mit Jugendeinrichtungen und Vereinen über mögliche Kooperationen gegeben habe, und auch Angebote von Ehrenamtlichen wie Nähkurse oder Drachenbau habe es schon gegeben. Es ist total schön zu sehen, wie offen alle sind – sie müssen nur Gelegenheit haben, offen zu sein“, freut sich Matthes.

Fließend sei dabei der Übergang zu Freizeitangeboten, wie sie beispielsweise auch als Projekt in den Ferien durchgeführt werden könnten. Grundsätzlich sollten Angebote geschaffen werden für alle Altersgruppen bis ins Erwachsenenalter, und das so barrierefrei wie möglich.

Dafür würden bereits Mitarbeiter gesucht, und auch Menschen, die sich mit ihren Hobbys ehrenamtlich einbringen wollten, seien willkommen. Gestartet werde, „sobald Corona das zulässt“, so die Leiterin.

Von Harald Bartels

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