Plan des Senioren- und Behindertenbeirats

Demenz verändert alles - Selbsthilfegruppe geplant

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Eva Kurth, Sprecherin des SBB Sulingen. 

Sulingen - Von Carsten Schlotmann. Demenz verändert alles - den kranken Menschen; ebenso das Umfeld. Das wissen auch die Mitglieder des Senioren- und Behindertenbeirates der Stadt Sulingen. Sie beraten heute, Mittwoch, über die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken (19.30 Uhr, Caféteria Service-Wohnanlage Mittendrin I an der Langen Straße). Hilfestellung geben die Mitarbeiter der Beratungsstelle Kibis (Kontakt, Information, Beratung im Selbsthilfebereich) der Interessengemeinschaft Gesundes Leben mit Sitz in Barnstorf (Igel). An welchen Tagen sich die in Gründung befindliche Gruppe trifft, ist noch offen. Ort der Zusammenkünfte ist voraussichtlich das „Haus der Gesundheit“ der AOK an der Langen Straße.

Ideengeberin des Vorhabens ist mit Eva Kurth die Sprecherin des Senioren- und Behindertenbeirates. Im SBB sind (nahezu) alle Sulinger Einrichtungen und Vereine organisiert, die sich in der Betreuung und in der Arbeit mit älteren Mitbürgern beziehungsweise mit Menschen mit Beeinträchtigungen engagieren.

Eva Kurth weiß um die Sorgen und Nöte der Angehörigen von Demenzkranken. „Die Krankheit erschwert das Zusammenleben und zehrt an den Kräften“, sagt sie. Die Notwendigkeit einer Kommunikationsplattform, auf der sich Angehörige von Betroffenen austauschen, sei ihr erst kürzlich beim Besuch einer Arztpraxis deutlich geworden: „Mich sprach ein Mann an, dessen Frau an Demenz erkrankt ist. Er bat um Rat. Da ist mir wieder klar geworden, wie wichtig es doch ist, den pflegenden Angehörigen Hilfestellungen zu geben.“

Die Mitglieder des Senioren- und Behindertenbeirates teilten laut Kurth die Auffassung ihrer Sprecherin - und bestätigten sie in ihrem Ansinnen, eine Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen. „Ich bin mir sicher, dass wir von allen Beteiligten die volle Unterstützung bekommen.“

Auf Empfehlung von Mitarbeitern der AOK nahm Eva Kurth, unterstützt von den Beiratsmitgliedern Astrid Ellmers und Ingrid Lühs, Verbindung mit Diplom-Pädagogin Heike Kenneweg auf.

Heike Kenneweg, Leiterin der Kibis-Beratungsstelle. 

Heike Kenneweg ist seit Beginn des Jahres Leiterin der Kibis-Beratungsstelle in Barnstorf.

Aktuell betreue die Beratungsstelle an die 70 Selbsthilfegruppen im Landkreis, erklärt Kenneweg. Darunter seien auch Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige, „aber noch nicht für Angehörige von Demenzkranken.“

Sie, Kenneweg, begrüße das Engagement des Senioren- und Behindertenbeirates, regt auch die Vernetzung mit anderen Gruppen an. „Viele Sachen sind ähnlich. Von den Treffen, die wir regelmäßig anbieten, kann man gut Anregungen für Fortbildungen oder auch Finanzierungen mitnehmen.“

Die vordringlichste Aufgabe der Beratungsstelle sieht Heike Kenneweg in der Begleitung der Gründung von Selbsthilfe. „Wie kann man die Anschubfinanzierung sicherstellen? Wie finanziert sich die Gruppe nach der Gründungsphase? Da können wir helfen“, sagt die Leiterin der Beratungsstelle. „Wichtig ist uns aber, dass die Selbsthilfegruppe auch Selbsthilfegruppe bleibt. Das bedeutet: Die Impulse müssen von den Ratsuchenden ausgehen. Inhaltlich arbeiten wir nicht mit. Wir sehen uns als Mediatoren.“

Gibt es einen Bedarf für eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken im Mittelzentrum? „Ich glaube schon“, sagt Eva Kurth. „Wenn wir uns auf einen Termin verständigt haben, ist die nächste Aufgabe, die Gruppe bekannt zu machen und Schwellenängste abzubauen.“

Eva Kurth wäre nicht Eva Kurth, wenn sich nicht auf dafür einen Plan in der Hinterhand hätte: „Wir bereiten schon Flyer vor, die wir über die Pflegedienste und die Arztpraxen verteilen, um möglichst viele Leute für die Mitarbeit zu begeistern. Umso mehr Leute kommen, umso vielfältiger sind die Gespräche.“

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