Lara-Saskia Wendt übernimmt im März

„Amtsschimmel“ bekommt Wirtin - Willi Bründl geht bald in Ruhestand

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„Chefin“ der Sulinger Gastwirtschaft „Zum Amtsschimmel“ wird Lara-Saskia Wendt, sie löst im März Willi Bründl ab. Der kündigt an, ihr noch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen – und möchte, gemeinsam mit Jens Bokelmann, eine Neuauflage des Sulinger Resonatorfestivals an der Kampstraße organisieren. 

Sulingen – Von Andreas Behling. Willi Bründl hängt im März die Schürze an den Nagel, verlässt nach 35 Jahren seine Gastwirtschaft „Zum Amtsschimmel“ an der Sulinger Kampstraße. Seine Ruhestandspläne hatte er im Herbst vergangenen Jahres bekannt gemacht – jetzt verrät er, wer seine Nachfolge antritt: Die 39-jährige Sulingerin Lara-Saskia Wendt wird Amtsschimmel-Wirtin.

Sehen heißt Glauben: Willi Bründl zapft ein Stoutbier, hält dann ein Digitalthermometer ins Pintglas. Die Anzeige arbeitet sich rasant runter, auf süffige 9,1 Grad Celsius. „Für Guinness ideal“, befindet der Wirt. Für eine lückenlose Kühlkette vom Fass zum Hahn sorgt in seiner Sulinger Kult-Kneipe „Zum Amtsschimmel“ ein mehrteiliges System, erklärt er. Und unverfälscht muss das Stout getrunken werden, „da bin ich Purist.“ „Mit Portwein, das ist doch ganz lecker“, findet Lara-Saskia Wendt – das lässt Bründl gelten, „das geht. Ist aber teuflisch.“ Die Portmischung steht sogar auf der Getränkekarte, die der Wirt am Tresen sicher verwahrt hat, Google verrät, dass diese Variante „Midnight“ heißt. 

Getränke- und Speisekarten könnte man vielleicht für die Gäste zugänglicher platzieren, überlegt Lara-Saskia Wendt schmunzelnd – nicht nur in dieser Angelegenheit hat sie bald freie Hand: Willi Bründl macht seine „Drohung“ war und hat am 31. März, dem Tag des Sulinger „Frühlingsfestes“, offiziell seinen letzten Arbeitstag, legt dann die Geschicke des „Schimmels“ in die Hände der 39-jährigen Sulingerin – der er aber in den ersten Monaten noch mit Rat und Tat zur Seite stehen möchte.

Wie kam der Kontakt zustande? „Ich stand eines Abends um Punkt 18 Uhr hier und habe gefragt, ob es immer noch keinen Nachfolger gibt“, erzählt Lara-Saskia Wendt. „Ich habe da immer schon Lust zu gehabt, und es bot sich an, weil ich mich sowieso beruflich verändern wollte. Mir ist wichtig, dass man sein eigener Chef ist.“ Nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin und der anschließenden Tätigkeit in einer Kindertagesstätte studierte sie von 2002 bis 2006 in Nienburg Architektur, schnupperte währenddessen als Kellnerin in die Gastronomie rein. Als Architektin arbeitet sie immer noch – „bis zum 15. März, das wird ein nahtloser Übergang.“

Willi Bründl muss keine Tränen vergießen

Den Berufsweg hält Willi Bründl durchaus für einen Vorteil: „Die erfolgreichsten Gastronomen sind alle Quereinsteiger, weil man dann ganz andere Ideen hat.“ Er selbst hatte unter anderem Berufserfahrung in der Bundeswehr, ein begonnenes Psychologiestudium, betrieb einen Teeladen, bevor er den „Amtsschimmel“, zunächst mit einer Partnerin, eröffnete. Beeindruckt sei er gewesen von Lara-Saskia Wendts „Mut, so etwas zu übernehmen – den viele nicht hatten, die ich angesprochen habe. Ich würde Tränen vergießen, müsste ich nach 35 Jahren den Schlüssel umdrehen und hieraus würden vielleicht Büros. Das wird nicht passieren, es geht weiter. Und es ist nicht so, als würden wir hier eine sterbende Gastronomie verhökern. Wenn man sich hier reinkniet, kann man da sehr gut von leben“, versichert er seiner Nachfolgerin.

Die hat schon damit begonnen, das Mitarbeiter-Team aufzubauen, mit bekannten und „neuen“ Gesichtern. Was wird sich im „Amtsschimmel“ ändern? „Es soll im Großen und Ganzen so bleiben, es wird weder eine Schicki-micki-Cocktailbar noch ein spanisches Bistro daraus...“, spielt Lara-Saskia Wendt auf Gerüchte an, die in Sulingen kursieren. „Für den Business-Plan habe ich geschrieben, dass ich an ,kleineren Stellschrauben drehen‘ will. Aber was sich da verändert, das kann ja jeder selbst herausfinden.“ Eine gute Nachricht für Livemusikfans: Gemeinsam mit Jens Bokelmann organisiert Willi Bründl eine Neuauflage des Sulinger Resonatorfestivals.

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