Sulegold dampft in der Tasse

Dörte Knake röstet Kaffeespezialitäten aus 14 Ländern

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Dörte Knake und Shambel Seyfu mit dem neuen Kaffeeröster im Café am Stadtsee; kleines Bild: Frisch geröstete Bohnen für einen Guatemala-Espresso werden gezogen,die Maschine „rührt“ und kühlt sie per Gebläse ab. - Fotos: Behling

Sulingen - „Wir nehmen den Guatemala-Espresso vom 27. November, das war ein super Profil“, entscheidet Dörte Knake und wählt es am Laptop aus – der ist an die neue Kaffeeröstanlage in ihrem Café am Stadtsee gestöpselt. In das großformatige Gerät hat sie einen fünfstelligen Betrag investiert, nicht gerechnet der Gas-, Strom- und Schornsteinanschluss. „Immer erst die Schularbeiten für den Zoll machen“, sie notiert penibel die Menge, die ihr Mitarbeiter Shambel Seyfu einfüllt.

Seyfu war es auch, der sie auf die Idee brachte, selbst Kaffeespezialitäten zu rösten. In seiner ostafrikanischen Heimat Eritrea ist Kaffeegenuss förmlich ein Kulturgut – und seine Feststellung zu dem, was im Café am Stadtsee bislang in die Tassen kam, brachte den Stein ins Rollen, erinnert sich Dörte Knake: „Frau Knake, der Kaffee ist gut, könnte aber besser schmecken.“

Kaffeesorten aus 14 Ländern, darunter Brasilien, Äthiopien und Indien, wollen sie und Seyfu unter dem Label „Sulebun Kaffeemanufaktur“ ihre eigene Note geben, testen seit Tagen, mit welchen Rösttemperaturen und -zeiträumen sich die besten Geschmackskompositionen erzielen lassen. Das „Bun“ in „Sulebun“ ist der in Eritrea gebräuchliche Ausdruck für Kaffee, und die Kerbe auf der Bohne im Logo ist einem Stück des Flusslaufes der Sule nachempfunden.

Mitarbeiterin Ayshe Cali im Ladengeschäft im Gebäude Lange Straße 15: Hier gibt es die Kaffees von „Sulebun“ – auch zum Probieren, die hölzernen Filtergestelle, mit denen „Sule-Gold“ und Co. direkt am Tisch gekocht werden, haben Schüler der Paul-Moor-Schule angefertigt.

Dörte Knake und Shambel Seyfu haben viel Zeit in das Projekt gesteckt, informierten sich auf Messen, besuchten einen Kaffeeröster in Leer, absolvierten ein einwöchiges Seminar, um die Kunst des Kaffeeröstens zu erlernen.

Die hauseigene Mischung „Sulegold“ haben sie selbst entwickelt – angenehm cremig, welche Sorten sind drin? Dörte Knake lächelt – und schweigt.

Mit Kooperationspartnern lässt sie Kaffeebrot und -butter herstellen, auch Kaffeepasta, die Ausflugsgruppen im Menü mit Kaffee-Gulasch und Kaffee-Parafin zum Nachtisch genießen können. „Wir bieten auch ein Show-Rösten an. Ich denke, das ist etwas, was Sulingen für den Tagestourismus interessanter machen kann“, hofft Dörte Knake, dass ihr Projekt weite Kreise zieht.

Dörte Knake und Shambel Seyfu mit dem neuen Kaffeeröster im Café am Stadtsee; kleines Bild: Frisch geröstete Bohnen für einen Guatemala-Espresso werden gezogen,die Maschine „rührt“ und kühlt sie per Gebläse ab. - Fotos: Behling

Auch beim Marketing macht die Sulinger Unternehmerin keine halben Sachen: Sie hat, für die Adventszeit und bis in das Frühjahr hinein, ein Ladengeschäft im Gebäude Lange Straße 15 gemietet, das montags bis samstags jeweils von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet ist.

Hier gibt es Süßigkeiten mit Kaffeenote, die Kaffee-Pasta, Präsentideen zum Thema und natürlich die Kaffeespezialitäten von „Sulebun“ – auch zum Probieren, hölzerne Gestelle für die Filterhalter, mit denen „Sule-Gold“ und Co. direkt am Tisch gekocht werden, haben Schüler der Paul-Moor-Schule angefertigt.

Am heutigen Dienstag ist ein Kaffee-Sommelier zu Gast, kündigt Dörte Knake an, und die Kunden können Kaffee-Brot und Kaffee-Butter verkosten. - ab

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