Gedankenspiel in Ortsverein und Stadtratsfraktion

Zur Stützung der Klinik: SPD will Versorgungszentrum

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Margret Herzog, Gunter Koop und Elisabeth Wamhoff (v.l.) stellten Donnerstag ihre Überlegungen vor, mit einem Medizinischen Versorgungszentrum den Klinikstandort Sulingen zu stärken.

Sulingen - Die Spitzen von SPD-Ortsverein Sulinger Land und SPD-Fraktion im Rat der Stadt Sulingen setzen bei der Sicherung des Klinikstandortes Sulingen weiter auf die Kooperation mit den Gesellschaftern und der Geschäftsführung der Alexianer im Landkreis Diepholz. Das verdeutlichten am Donnerstag Ortsvereinsvorsitzende Margret Herzog sowie Elisabeth Wamhoff und Gunter Koop für die Fraktion. Koop: „Gespräche sind das einzig Sinnvolle. Die ,Alexianer‘ werden die Klinik nicht aus der Hand geben. Gefragt sind intelligente Konzepte zur Stärkung des Hauses und der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in der Region im Allgemeinen.“

Was laut Elisabeth Wamhoff nur im Schulterschluss zielführend umzusetzen sei. „Wir brauchen ganzheitliche Konzepte, die nachhaltig wirken.“ Schon für deren Entwicklung sei der Fachverstand der Mitarbeiter der Klinik ein Pfund, mit dem man wuchern könnte.

Lesen Sie hierzu einen Kommentar von Carsten Schlotmann.

Laut Margret Herzog werden Ortsverein und Fraktion während der Hauptversammlung am Montag (Beginn 19.30 Uhr im Restaurant Dahlskamp in Nordsulingen) den Mitgliedern ihre Vision eines Medizinischen Versorgungszentrums vorstellen. „Ein Versorgungszentrum, das die Arbeit des Klinikverbundes flankierend begleitet und in der Konzeption so aufgestellt ist, dass es jungen Fachärzten ein Engagement am Standort Sulingen schmackhaft macht“, erklärt Wamhoff.

Die Frage der Trägerschaft sei zunächst zweitrangig. „Der Weg ist das Ziel“, so Margret Herzog. Die Sozialdemokraten selbst sehen sich dabei nicht nur als Ideengeber, sondern auch als Vermittler, die die Gesellschafter und die Geschäftsführung der Klinik und gegebenenfalls auch mögliche Projektentwickler und Investoren an einen Tisch holen.

Ziel: Weiterentwicklung ohne zusätzliches Risiko für Ärzte

Gunter Koop: „Wir sprechen nicht nur von einem Ärztehaus. Viel mehr geht es um eine Einrichtung, die die Arbeit in der Klinik mit der der Fachärzte verzahnt – und dabei jungen Fachärzten und vielleicht auch Allgemeinmedizinern die Chance gibt, sich hier am Standort weiterzuentwickeln, ohne selbst unternehmerisches Risiko tragen zu müssen.“

Letzteres müssten die Betreiber übernehmen. „Wer das auch immer sein wird“, so Koop, „die ‚Alexianer‘, eine private Gesellschaft, die Fachärzte anstellt und selbst Profit aus den Synergien der Zusammenarbeit der Ärzte mit der Klinik und der Ärzte untereinander ziehen könnte oder....“

Elisabeth Wamhoff: „Für uns hätte ein Modell unter Regie der ‚Alexianer‘ Priorität, aber man muss auch quer denken dürfen.“

Die Gedankenspiele von Ortsverein und Fraktion scheinen weit vorangeschritten. Gunter Koop: „Nach wie vor ist die zukünftige Nutzung des Gebäudes der Grundschule an der Schmelingstraße ungeklärt. Da scheint auch eine räumliche Verzahnung von Klinik und Versorgungszentrum möglich.“

Dialog mit den „Alexianern“ geplant

Uwe Lorenz, Geschäftsführer der Alexianer im Landkreis Diepholz, befindet sich derzeit im Urlaub. Elisabeth Wamhoff: „Zunächst suchen wir jetzt das direkte Gespräch mit den ,Alexianern‘, um Möglichkeiten abzustimmen. Dann geht es weiter.“

Im Mai hatten Vertreter des Ortsvereins und der Fraktion die Klinik Sulingen besichtigt – und dabei auch Kontakte zur Geschäftsführung geknüpft. Gunter Koop: „Herr Lorenz hat uns damals weitere Gesprächsbereitschaft signalisiert. Darauf kommen wir jetzt zurück.“

Den Weg, den der Rat der Stadt Sulingen in seiner Sitzung Ende Juni eingeschlagen hatte, halten die Sozialdemokraten nach wie vor für falsch, zumindest in Teilen: Nach dem derzeit gültigen Mehrheits-Beschluss trägt die Stadt Sulingen die aktuellen Pläne der Alexianer im Landkreis Diepholz für die Entwicklung der Klinik Sulingen mit; aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. „Bei Anzeichen dafür, dass die Fortführung der Klinik Sulingen als funktionierendes Krankenhaus gefährdet ist, begehrt der Rat der Stadt Sulingen von der Alexianer Landkreis Diepholz GmbH die Herauslösung der Klinik Sulingen aus dem Klinikverbund“, hieß es im Beschlussvorschlag wörtlich. Gunter Koop wiederholt: „Gespräche sind jetzt das einzig Sinnvolle.“ 

oti

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