Markus Liebs hofft auf Mitstreiter im Stadtgebiet Sulingen für Freifunk

Auf der Straße für lau ins Internet

Initiator Markus Liebs (links) bekommt Unterstützung von Andreas Waschefort von der Barnstorfer Freifunk-Initiative, der sich intensiv in das Thema „eingefuchst“ hat. - Foto: Behling

Sulingen - Eine Stadt, die Gastfreundschaft auch auf digitale Weise pflegt – so wünscht sich Markus Liebs seine Wahlheimat Sulingen. Er hat die Initiative ergriffen, um hier Mitstreiter für das Projekt Freifunk zu finden. Das Ziel? „Kostenloser und barrierefreier Internetzugang für Besucher der Stadt, aber auch Leute, die in Sulingen wohnen, zum Beispiel Schüler oder Asylbewerber.“

Damit das funktioniert, müssten Einwohner mit DSL-Anschluss und Internetflatrate etwas von ihrem (theoretisch ja unbegrenztem) Datenvolumen abgeben. „Und etwas Altruismus aufbringen“, räumt Markus Liebs unumwunden ein. Damit klingt das Ganze erstmal utopisch – aber es ist ein erfolgreiches Beispiel in der Nachbarschaft des Sulinger Landes, das den 46-Jährigen auf die Idee brachte: Die Freifunk-Initiative aus Barnstorf, im August 2015 ins Leben gerufen, hat in der Gemeinde freies WLAN ermöglicht, ihre Mitglieder helfen auch gern „Freifunkern“ andernorts.

Wie wird man Freifunker? „Man braucht einen zweiten Router, der am besten die Freifunksoftware schon ,drauf‘ hat – falls das nicht der Fall ist, helfen wir bei Bedarf gern weiter“, versichert Liebs. Für den Standort gilt: je höher, desto besser die Reichweite, laut Liebs ist ein Radius von 100 Metern drin.

„Ein Platz am Fenster im ersten Stock ist besser als im Keller... ideal wäre es, wenn der Router am Dachgiebel befestigt ist.“ Die Rede ist von einem ganz „normalen“ Router, „den gibt es für 20 bis 30 Euro. Strom verbraucht er, wenn er ständig läuft, für rund 50 Cent im Monat“, nennt der Sulinger eine Hausnummer.

Man verbindet das Gerät, per Kabel oder drahtlos, mit seinem eigentlichen Router. Über die Software legt man fest, wie viel Prozent seines Datendurchsatzes man maximal für Freifunk zur Verfügung stellt, kann auch festsetzen, ob der zweite Router nur zu bestimmten Zeiten (etwa, wenn man selbst nicht zu Hause ist) aktiv sein soll. Man lässt niemanden in sein eigenes Heimnetz, betont Markus Liebs, „das ist physikalisch getrennt, ein ganz anderes Netzwerk. Es taucht im Smartphone oder Tablet unter dem Namen ,nordwest.freifunk.net‘ auf.

Jeder kann sich einfach einwählen, es gibt kein Passwort.“ Bewegt man sich (natürlich nicht aufs Display starrend) in einen Bereich, in dem ein anderer Router mehr „Balken“ bringt, erfolgt der Wechsel automatisch, denn das Netzwerk ist ja dasselbe. Der Hauptzugangspunkt aller Knotenpunkte mit dem Namen „nordwest.freifunk.net“ liegt in Osnabrück, „dort steht der Server, mit dem es ins Internet geht.

Provider ist der Verein Freifunk Nordwest.“ Wer sich mit einem Knotenpunkt an der Freifunk-Bewegung beteiligt, trägt nach aktueller Rechtslage keine Haftung für das, was dessen Nutzer im Internet tun, erläutert Markus Liebs.

Zu einem Informationsabend in der Alten Bürgermeisterei, bei dem der Sulinger durch Andreas Waschefort von der Barnstorfer Freifunk-Initiative unterstützt wurde, fanden sich immerhin zwölf Interessierte ein, berichtet Liebs. Auf der Homepage www.freifunk.net finden sich ausführliche Informationen zum Thema – und eine Deutschlandkarte, auf der jeder Knotenpunkt verzeichnet ist.

Stand Montagabend zierte den Bereich der Stadt Sulingen ein blauer Punkt, der für einen aktiven Router steht. Markus Liebs, an den sich Interessierte gern per E-Mail (markus@ liebs.org) wenden können, plant diesen Wert zeitnah um 100 Prozent zu steigern: „Ich versuche das mit technischen Sachen gerne erstmal selbst hinzubekommen. Und sonst rufe ich Herrn Waschefort zu Hilfe...“ - ab

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