Stimmt Landvolk dem Vergleich zu?

1,3 Millionen Euro auf dem Tisch

Sulingen/Celle - Von Anke Seidel. „Für uns ist das gut gelaufen“, fasst Theo Runge als Vorsitzender des Landvolkverbands Grafschaft Diepholz das Ergebnis des ersten Verhandlungstages am Oberlandgericht in Celle zusammen. Denn auf dem Tisch liegt ein Vergleichsangebot, nachdem die drei ehemaligen Landvolk-Mitarbeiter Wilhelm Bergmann, Johann Lüken Gerdes und seine Frau Algrid Hagen-Gerdes dem Landvolk die Summe von 1,375 Millionen Euro zurückzahlen sollen.

Ob der Landvolk-Verband diesem Vergleich zustimmt, ist noch offen. „Unser Souverän ist die Kreisverbandsversammlung, sagt Runge. Der Landvolk-Vorstand tagt demnach am Dienstag, um die außerordentliche Kreisverbandsversammlung vorzubereiten. Sie soll über die Zustimmung entscheiden.

Die Verhandlung vor dem 9.Zivilsenat des Oberlandesgerichts Celle wird am 7. August fortgesetzt.

Genau dorthin hatten sich die drei ehemaligen Landvolk-Mitarbeiter gewandt, nachdem sie das Landgericht in Verden zu einer Rückzahlung von insgesamt 320000 Euro verurteilt hatte (wir berichteten). „Wir sind ebenso wie unsere Rechtsanwälte nach eingehender Prüfung des Urteils zu dem Schluss gekommen, dass die Verpflichtung zu einer Zahlung rechtlich nicht haltbar ist“, hatte der ehemalige Landvolk-Geschäftsführer Wilhelm Bergmann die Berufung begründet – auch im Namen von Johann Lüken Gerdes und dessen Ehefrau Algrid Hagen-Gerdes.

In dem Rechtsstreit geht es um Sonderzahlungen, die an die drei damaligen Mitarbeiter gezahlt worden waren – und die Frage, ob sie die Leistungen dafür nicht während ihrer ganz normalen Tätigkeit hätten erbringen müssen.

„Es ist eine komplizierte Sache“, so Landvolk-Vorsitzender Theo Runge, der während der Verhandlungen an unterschiedlichen Gerichten unterschiedliche Bewertungen beobachtet hat: Die Richterin am Oberlandesgericht Celle gewichte die Frage der Verjährung ganz anders als ihre Kollegin in Verden.

Deshalb geht es im Vergleich am Oberlandesgericht in Celle jetzt um die Summe von 1,357 Millionen Euro. Das entscheidende Kriterium für eine Zustimmung zum Vergleich sei, so Runge, dass weiterhin alle anderen noch offenen strittigen Summen rechtlich einklagbar bleiben. 2,8 Millionen Euro fordert das Landvolk bekanntlich aus Transaktionen zwischen der Landvolk-Dienstleistungsgesellschaft, Westwind und der Firma Rothstein zurück.

Ob und in wie weit die drei ehemaligen Mitarbeiter daran beteiligt waren, ist offenbar noch nicht restlos aufgeklärt.

Rubriklistenbild: © dpa

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