Stark verkabelt ins Traumland

Neues Schlaflabor an Klinik Sulingen ab kommender Woche im Einsatz

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Eine Fülle von Sensoren nebst Kabeln gilt es für die Polysomnografie am Körper der Patiente anzubringen, Thomas Domagala (Löwenstein medical) demonstriert das dem Stationspersonal und den eigens für das Schlaflabor eingestellen Teilzeitkräften; hinten links: Chefarzt Dr. Christian Godde, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Schlafmedizin.

Sulingen - Ob einige Patienten im neuen Schlaflabor an der Klinik Sulingen wohl davon träumen werden, sich in einem gewaltigen Spinnennetz zu verfangen? Angesichts der zahlreichen Sensoren und Kabel, deren Anbringung am Körper Thomas Domagala am Montagnachmittag demonstriert, scheint der Gedanke nicht abwegig.

Das Stationspersonal der Abteilung für Innere Medizin und die eigens für das Schlaflabor eingestellten fünf Teilzeitkräfte fragt sich wohl eher, ob man mit der Sendeeinheit überhaupt ins Traumland finden kann. „Was machen wir mit Bauchschläfern?“ „Die schlafen auf dem Bauch“, stellt der Anwendungsberater von der Herstellerfirma „Löwenstein medical“ fest. „Mit dem Gerät?“ Domagala versichert: „Das geht wunderbar.“

Die Polysomnographie vereint die Untersuchung und Messung mehrerer bestimmter biologischer Parameter im Schlaf. So kann zum Beispiel festgestellt werden, wie stark die Muskelaktivität im Schlaf ist, also etwa, ob sich die Beine häufig bewegen, wie stark das Schnarchen in Rücken- oder Seitenlage ausgeprägt ist, ob der Patient durch den Mund oder die Nase atmet – und natürlich, wie häufig und wie lange es zum Aussetzen des Atems kommt. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwäche können die Folgen eines Schlafapnoe-Syndroms sein, durch Atemstillstände während des Schlafs verursacht. Schlafapnoe, aus der schwerwiegende und lebensverkürzende Herz-Kreislauf-Probleme resultieren können ist der häufigste Grund für eine Untersuchung im Schlaflabor.

Im „Kontrollraum“ des Schlaflabors: Thomas Domagala weist in die Handhabung der EDV ein. 

Thomas Domagala weist auch in die Handhabung der EDV im Kontrollraum des Schlaflabors ein, die alle Werte aufzeichnet. Stündlich gilt es hier während der Polysomnographie zu prüfen und protokollieren, ob die Sensoren einwandfrei Daten liefern.

Am nächsten Morgen ist dann Chefarzt Dr. Christian Godde, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Schlafmedizin, an der Reihe, die Daten auszuwerten, „dafür benötigt man etwa eine knappe Stunde pro Patient.“ Zwei Ein-Bett-Zimmer stehen jetzt für die Polysomnographie in der Sulinger Klinik zur Verfügung, Godde schätzt, dass der Klinikverbund in die Schlaflaborausstattung insgesamt um die 60 000 Euro investiert hat. „Pro Jahr können hier bis zu 200 Untersuchungen erfolgen. Mit den ersten wollen wir bereits in der kommen den Woche beginnen, es gibt schon eine Warteliste mit 40 Patienten.“ Der Bedarf sei eindeutig da. Mit dem neuen Angebot im Sulinger Krankenhaus wird laut Godde eine Lücke geschlossen, die nächsten Messplätze befinden sich in Lohne, Minden und Nienburg. 

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