Stadtrat entscheidet über das Raumprogramm für den künftigen Standort der Grundschule Sulingen

Gretchenfrage: 16 oder 20 Räume?

Der Andrang war groß, einige Zuhörer verfolgten im Stehen die Ratssitzung im Bürgerhaus.
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Der Andrang war groß, einige Zuhörer verfolgten im Stehen die Ratssitzung im Bürgerhaus.

Sulingen - Es war wohl die Befürchtung, dass Politik den Hintergedanken hat, die Grundschule Groß Lessen aufzulösen, die für großen Andrang von Zuhörern bei der Sitzung des Sulinger Stadtrates am Dienstagabend sorgte. Die war in weiser Voraussicht in das Bürgerhaus verlegt worden, dennoch mussten einige im Stehen die erneute Diskussion und die Entscheidung über das Raumprogramm für den künftigen Sitz der Sulinger Grundschule am ehemaligen Realschulstandort verfolgen. Aus allen politischen Lagern wurde in den Wortbeiträgen versichert, dass man keineswegs die Absicht habe, die Groß Lessener Schule aufzugeben.

In der Bürgerfragestunde eingangs der Sitzung bestätigte Bürgermeister Dirk Rauschkolb, man wisse, dass eine Fünfzügigkeit der Sulinger Grundschule laut der Vorgaben nicht zulässig wäre – „wobei es Ausnahmen gibt“, fügte er allerdings hinzu. Auf eine Fünfzügigkeit, die mittelfristig den Bestand der Lessener Schule gefährden könnte, würden die 20 Unterrichtsräume schließen lassen, für die sich der Ausschuss für Soziales und Schulen ausgesprochen hatte, ohne Berücksichtigung eventuell erforderlicher Räume für Sprachheilklassen. Rauschkolbs Vorschlag – 16 allgemeine Unterrichtsräume und vier kleinere für Sprachheilklassen – fand im Verwaltungsausschuss keine Mehrheit, ebensowenig der Kompromissvorschlag der SPD-Fraktion – 20 normal dimensionierte Räume, davon vier für Sprachheilklassen nutzbar (wir berichteten). Zur Ratssitzung lag der Antrag der Gruppe Legler/FDP vor, sich auf 16 allgemeine Unterrichtsräume zu beschränken, Sprachheilklassen in der Außenstelle der Grundschule im Bürgerpark unterzubringen. Die sei hervorragend ausgestattet, auch behindertengerecht, so Walter Legler. Den Einwand von Ingrid Jantzon, dies würde dem Gedanken der Inklusion widersprechen, wies er zurück. Sie brachte für die CDU-Fraktion den Antrag ein, 18 allgemeine Unterrichtsräume zuzüglich zweier flexibler Räume für die Sprachheilklassen einzurichten. Entscheidungen zu den Sprachheilklassen stünden noch aus, sie zum jetzigen Zeitpunkt in die Planungen einzubinden, sei ökonomisch nicht sinnvoll, stellte Heinz Riedemann (FWS) fest. Er betonte noch einmal, wie wichtig der Erhalt der Grundschule Groß Lessen für die dörfliche Infrastruktur sei.

„Ob nun allgemeine Klassen- oder Funktionsräume – im Grunde entscheiden wir darüber, ob es 16 oder 20 Räume werden sollen“, brachte Christian Dummeyer (CDU) die „Gretchenfrage“ auf den Punkt. „Über die Zukunft des Grundschulstandorts Groß Lessen entscheiden letztendlich die Eltern.“

Der Antrag der Gruppe Legler/FDP wurde mit 16 Nein- bei sieben Ja-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt, der der CDU, den auch die SPD unterstützte, mit 16 Ja- und bei zwei Neinstimmen angenommen. Dementsprechend beschlossen die Ratsmitglieder mit 16 Ja- bei acht Nein-Stimmen, einen nicht offenen Realisierungswettbewerb mit den Planungsphasen I und II europaweit auszuschreiben – und dabei das mit der Arbeitsgruppe „Umzug der Grundschule“ abgestimmte Raumprogramm mit 18 allgemeinen Unterrichtsräumen zuzüglich zweier flexibler Räume zur Größe von 60 bis 64 Quadratmeter für die Sprachheilklassen zugrunde zu legen.

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