Stadtrat entscheidet über Nachfolgenutzung des Grundstückes Südstraße

Zuschlag für Bethel und DRK

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Das Deutsche Rote Kreuz möchte sich am Standort Südstraße weiterentwickeln.

Sulingen - Die Frage der Nachnutzung des Feuerwehrgebäudes an der Südstraße in Sulingen scheint geklärt: Der Rat der Stadt Sulingen beschloss am Donnerstagabend, „die zur Realisierung des Nachnutzungskonzeptes erforderlichen Grundstücksübertragungen auf Bethel im Norden und das DRK.“ Details seien noch zu klären, hieß es seitens der Verwaltung. Das DRK will sich durch eine Teilübernahme den Standort Südstraße langfristig sichern, Bethel im Norden plant auf dem Gelände die Einrichtung von Wohngruppen für Menschen mit chronischen Suchterkrankungen, die sich für ein Leben in Abstinenz entschieden haben.

Claus Freye, Fachbereichsleiter Eingliederungshilfe von Bethel im Norden, hatte schon im Herbst vergangenen Jahres seine Bewerbung bei der Stadt Sulingen abgegeben, sprach davon, einen Teil der Kapazitäten, die derzeit noch in Freistatt im Haus Neuwerk vorgehalten werden, nach Sulingen zu verlagern. Für das Mittelzentrum waren Wohngruppen mit insgesamt 24 Plätzen angedacht, deren Bewohner in tagesstrukturierenden Maßnahmen untergebracht werden; entweder in der zukünftigen Werkstatt für behinderte Menschen an der Hans-Hermann-Meyer-Straße – oder im „Taff“. Angedacht war der Bezug der noch zu erstellenden Räumlichkeiten ursprünglich für das Frühjahr 2016.

Das Deutsche Rote Kreuz sieht durch Nutzung von Teilbereichen der nach dem Umzug der Feuerwehr auf Mühlenkamps Feld frei werdenden Flächen Möglichkeiten, das Ehrenamt in Ortsverein und Bereitschaft, aber auch hauptamtliche Aktivitäten weiterzuentwickeln. Von den Ursprungs-überlegungen, die Bereitschaft zur Rettungswache an die Barenburger Straße zu verlagern, habe man zwischenzeitlich Abstand genommen, hatte der DRK-Kreisverband schon im April Bürgermeister Rauschkolb wissen lassen.

Der Hauptverwaltungsbeamte sprach während der Ratssitzung am Donnerstag von fünf Interessenten, die sich bis November um eine Nachnutzung des Grundstücks beworben hatten. Neben dem Konzept von Bethel im Norden sei das der Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG) in die engere Wahl genommen worden. Das STEG-Konzept sah die Schaffung von Wohnraum speziell für Singles an der Südstraße vor (wir berichteten).

Verzögert worden waren die Beratungen in den städtischen Gremien, nach dem das Deutsche Rote Kreuz, das mit seinen Räumlichkeiten unmittelbar an die der Ortsfeuerwehr Sulingen anschließt, Ansprüche auf eine Nachfolgenutzung der Feuerwehr-Immobilie geäußert und dann auf Verträge aus dem Jahr 1982 verwiesen hatte. Die Verträge regeln Nutzungs- und Wegerechte zwischen Stadt und DRK.

„Das hat uns das Verfahren nicht einfacher gemacht“, räumte Rauschkolb am Donnerstag ein. Lösungsbringer war dann wohl DRK-Kreisvorsitzender Horst Wiesch, der Grundstücksverhandlungen mit Eigentümern von Nachbarflächen führte. Im Ergebnis können Bethel im Norden und DRK ihre Vorhaben beide auf der Fläche südlich der Südstraße umsetzen.

Reinhard Meyer für die SPD-Fraktion im Sulinger Stadtrat: „Wir sind höchst erfreut, dass an der Südstraße etwas verwirklicht werden kann. Bedauerlich ist, dass sich das DRK erst so spät gemeldet hat.“ Meyer weiß, dass Detailverhandlungen noch ausstehen: „Ich gehe davon aus, dass unsere Verwaltung die Verhandlungen positiv begleitet.“

CDU-Ratsmitglied Michael Harimech forderte einen besseren Informationsfluss zwischen Rat und Verwaltung: „Es kann nicht sein, dass erst kurz vor einer Entscheidung ein solcher Vertrag aus der Tasche gezogen wird. Wir müssen umfänglicher informiert werden.“ SPD-Ratsfrau Elisabeth Wamhoff: „Eine Note eins gibt es dafür nicht. Ich fühle mich unter Druck gesetzt.“ CDU-Fraktionsvorsitzende Ingrid Jantzon: „Der Nutzungsvertrag hat uns zurückgeworfen.“ Dennoch zollte sie den Mitarbeitern des Rathauses Lob: „Die Verwaltung hat schnell reagiert.“

oti

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