Stadt Sulingen nimmt 28 zusätzliche Asylbewerber auf

„Persönliche Schicksale“

Sulingen - Die Zahl der Asylbewerber, denen die Stadt Sulingen Gastfreundschaft gewährt, wächst. Hans-Rudolf Kalus, Leiter des Fachbereiches Bürgerservice und Soziales der Stadtverwaltung: „Bisher lebten 47 Asylbewerber in der Stadt, nach Anhebung der Quote werden es mittelfristig 75 sein.“ Kalus erwartet die nächsten Gäste am Donnerstag: „Neun Menschen aus Eritrea, dem Staat im nordöstlichen Afrika.“

Nächste Woche, vielleicht auch eine Woche später, wird die Stadt Sulingen das Soll, das sie aufnehmen muss, erreicht haben.

Hans-Rudolf Kalus versucht Begriffe wie Quote und Soll zu vermeiden. „Hinter jedem Menschen, den wir aufnehmen, steht ein persönliches Schicksal. Das dürfen wir nicht vergessen. Wir sprechen über Menschen.“

Schon Mitte Juli habe der Landkreis Diepholz die Kommunen darauf hingewiesen, dass in den Städten und Gemeinden schon in Kürze mit neuen Zuzügen zu rechnen sei. Mitte August wurde der Landkreis konkreter, sprach von Anhebung des Solls der Stadt Sulingen von 47 um 28 auf dann insgesamt 75 Plätze für Asylbewerber.

Acht Plätze hatte die Stadt Sulingen bereits an eine Gruppe vergeben, die bis dato in Weyhe untergebracht war. Für die Afrikaner werden derzeit Räume an der Berliner Straße hergerichtet. Hans-Rudolf Kalus: „Das ist nur eine Übergangsregelung. Wir verfolgen das Ziel, die neuen Mitbürger möglichst kurzfristig in Mietwohnungen unterzubringen.“ Kooperationspartner waren bis dato Bauverein und Stadtentwicklungsgesellschaft, die Unterkünfte zur Verfügung gestellt hatten. Kalus: „Wir wollen eine Ghettoisierung nach besten Kräften vermeiden, damit sich die neuen Mitbürger möglichst schnell in die Gesellschaft integrieren. Wir sind für jeden, der in irgendeiner Form mitarbeitet, dankbar.“

Die Zahl der aufzunehmenden Asylbewerber errechnet sich laut Kalus aus der Zahl der tatsächlichen Antragsteller und der Zahl der Einwohner einer Kommune im Vergleich mit anderen Städten und Gemeinden. „Die Gäste, die zu uns kommen, sind zurzeit noch in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes in Friedland und / oder Bramsche untergebracht.“ Kalus: „Die Einrichtungen sind überfüllt, deshalb auch ein Mehr an Zuweisungen für die einzelnen Kommunen.“ Der Leiter des Fachbereiches geht davon aus, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist: „Die Krisenregionen werden mehr. Glaubt man der Berichterstattung über die aktuelle Haltung der Bundesregierung, wird schon mittelfristig die Zahl der Menschen, die wir aufzunehmen haben, größer werden. Die 75 werden nicht das Ende sein.“

Zurzeit bereite man sich im Fachbereich Bürgerservice und Soziales der Stadt auf die Aufnahme der Afrikaner vor: Die Unterkunft an der Berliner Straße will vorbereitet, Ausstattung beschafft sein. Die Einrichtung wird aus dem Haushalt der Stadt Sulingen finanziert. Für Folgekosten, etwa auch für Mietzahlungen, komme der Fachdienst Soziales des Landkreises auf. Kalus befürchtet vor allem Sprachbarrieren: „Mit Englisch oder Französisch kommen wir nicht unbedingt weiter.“

Kalus fordert seine Mitbürger auf, den Asylbewerbern offen und mit Respekt gegenüberzutreten: „Hinter jedem unserer Gäste steht ein persönliches Schicksal.“

oti

Rubriklistenbild: © dpa

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