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Stadt Sulingen hofft auf weitere Hilfsangebote

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Von: Harald Bartels

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Eine Gruppe von Menschen steht vor dem Eingang eines Gebäudes.
Für die Betreuung von aus der Ukraine Geflüchteten wirken in der Flüchtlingsinitiative nun auch Mayya Baron (vorne, Zweite von rechts) und Inga Spanagel (hinten, Zweite von links) mit. © Flüchtlingsinitiative Sulingen

Sulingen – Weiterhin fliehen Menschen aus der Ukraine vor der Gewalt der russischen Streitkräfte, ein Ende ist nicht abzusehen. Viele von ihnen haben inzwischen auch in Sulingen Zuflucht gefunden.

Rund 70 Menschen seien aktuell im Mittelzentrum untergebracht, sagt Astrid Ellmers von der Sulinger Stadtverwaltung. Insgesamt 14 Familien hätten Verwandte bei sich aufgenommen, elf Menschen seien in von der Stadt angemieteten Wohnungen untergebracht, und weitere 19 lebten derzeit in städtischen Sammelunterkünften.

Mit einem Dach über dem Kopf alleine ist es nicht getan. Die Stadtverwaltung ruft seit Beginn des russischen Angriffs dazu auf, sich mit Hilfsangeboten zu melden. Vor allem drei Bereiche sind dabei gefragt: möblierte Wohnungen, Dolmetscher und Sachspenden. „Wir suchen weiter Wohnungen, um schnell reagieren zu können“, sagt Astrid Ellmers. Vom Landkreis Diepholz erfahre man erst kurzfristig, wann weitere Menschen zur Unterbringung eintreffen – „wir bekommen oft erst Bescheid, wenn sie schon da sind.“

Bedarf an Fahrrädern in allen Größen

Die kurze Vorlaufzeit wirke sich auf den Umgang mit Sachspenden aus. Die Zeit reiche nicht, um sich auf die Bedürfnisse der Menschen vorzubereiten, denn: „Wir wissen ja nicht, wer kommt.“ Daher bitte die Stadtverwaltung, mögliche Sachspenden anzumelden, damit sie bei Bedarf abgerufen werden könnten. Was immer gebraucht werde, seien Fahrräder, und zwar „in allen Größen.“

Bedarf gebe es zudem weiterhin an Dolmetschern für die Neuankömmlinge. „Wir haben bislang 17 Freiwillige, die auf Ukrainisch oder Russisch übersetzen“, berichtet Astrid Ellmers. Sie würden vorrangig eingesetzt für die Kommunikation mit den Geflüchteten, die in den städtischen Unterkünften untergebracht sind. Daneben hoffe man nun auf zusätzliche Helfer, die Lust hätten, sich um die Menschen zu kümmern und ihnen Sulingen zu zeigen.

Flüchtlingsinitiative und Kirchengemeinde helfen mit

Stark eingebunden in die Hilfe seien die Flüchtlingsinitiative Sulingen und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Gemeinsam wolle man nun gezielter erfragen, was benötigt wird, auch in Hinblick auf Schule und Beruf. „Wir haben sie erst einmal in Ruhe gelassen“, erläutert Astrid Ellmers, „viele mussten sich erst einmal ausschlafen.“

Die Flüchtlingsinitiative habe bereits reagiert, so deren Sprecher Dr. Ernst Funck: Bei einem Patentreffen in der vergangenen Woche hätten sich Mayya Baron und Inga Spanagel vorgestellt, die sich sowohl als Dolmetscherinnen als auch als Patinnen für die Geflüchteten engagieren wollen. Weitere Menschen mit entsprechenden Kenntnissen in Ukrainisch oder Russisch seien gerne gesehen. Auch Funck verweist auf den hohen Bedarf an Fahrrädern: Die städtischen Unterkünfte lägen zum Teil in den Ortschaften; wer nicht bei Verwandten untergekommen ist oder bereits Paten gefunden hat, benötige ein Rad für Besorgungen in der Stadt.

Situation ist eine Herausforderung für alle

Insgesamt sei die Situation herausfordernd für alle, betont Astrid Ellmers: „Es ist fast wie 2015, jeden Tag kommen neue Menschen zu uns.“ Zudem unterlägen die Menschen aus der Ukraine nicht einer Residenzpflicht, wie sie beispielsweise für Geflüchtete aus Syrien gelte. Sie könnten sich also jederzeit frei in Deutschland bewegen, etwa, um kurzfristig zu Verwandten weiterzureisen. Das sei verständlich, mache aber die Arbeit für die Verwaltung nicht einfacher.

Bewährt habe sich, gleich zu Anfang für alle Hilfsangebote – gleichgültig ob Wohnungen, Sachspenden oder sonstige Hilfen – die E-Mail-Adresse ukrainehilfe@sulingen.de einzurichten. „So können wir die Angebote zentral sammeln.“ Hier hätten sich bereits viele Unterstützer gemeldet und es werde weiter Hilfe angeboten.

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