Stadt und Flüchtlingsinitiative auf der Suche nach Zweirädern / Hilfe durch die Mitarbeiter des TAFF

„Mobilität ist für unsere Gäste ein Muss“

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Pempe, gelernter Metallbearbeiter und vor vier Jahren einer der ersten Teilnehmer der Maßnahmen im TAFF, kontrolliert die gespendeten Räder auf Funktionsfähigkeit und Verkehrssicherheit,

Sulingen - 125 Asylbewerbern müsste die Stadt Sulingen aktuell Gastfreundschaft gewähren. Andreas Fischer vom Fachbereich Bürgerservice und Soziales der Stadtverwaltung verweist auf das vom Land Niedersachsen festgeschriebene Aufnahmesoll. Derzeit leben 108 im Mittelzentrum. Laut Fischer sind für kommende Woche „fünf bis acht Neuankömmlinge“ angekündigt. Das Konzept, die Hilfestellungen der Stadt Sulingen mit der der ehrenamtlich organisierten Flüchtlingsinitiative zu kombinieren, scheint sich zu bewähren. Als mit eines der vordringlichsten Probleme zeichnet sich für die ehrenamtlichen Helfer die Sicherstellung der Mobilität der Gäste ab.

Für Astrid Ellmers, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, die das Wirken der Stadt und der Flüchtlingsinitiative zusammenführt, ist die Ausstattung der Asylbewerber mit Fahrrädern ein Muss. Mobilität sei wichtig, um den Gästen von Beginn ihres Aufenthaltes im Mittelzentrum an die Möglichkeit zu eröffnen, sich frei zu bewegen und so einer Ghettoisierung vorzubeugen.

Laut Ellmers habe die Stadt und hätten die Ehrenamtlichen der Flüchtlingsinitiative und damit die Paten in den vergangenen Wochen und Monaten 30 Fahrrad-Spenden akquiriert und die Zweiräder an die Asylsuchenden weitergegeben. „Damit sind bei weitem noch nicht alle Gäste ausgestattet“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin. „Aktuell brauchen wir noch etwa 25 zusätzliche Fahrräder, um den Bedarf auch nur annähernd zu decken.“

Thekla Löchel, Sprecherin der Frühlingsinitiative: „Wir weisen eigentlich bei jeder Gelegenheit darauf hin, dass wir noch Räder benötigen; egal, ob in persönlichen Gesprächen oder in unseren Verlautbarungen.“ Die Mund-zu-Mund-Propaganda habe sich als wirksames Instrument herausgestellt. Wie für Astrid Ellmers ist die Notwendigkeit der Mobilisierung der Asylbewerber auch für Thekla Löchel unumstritten: „Die Gäste, die an der Berliner Straße untergebracht sind etwa, besuchen den Sprachunterricht in den Räumen des Berufsbildungszentrums. Das ist ein ganz schönes Stück zu gehen.“

Der Zustand der Fahrräder, die die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer entgegen nehmen, sei zunächst zweitrangig. Laut Astrid Ellmers habe man über den Präventionsrat Kontakte zu den Mitarbeitern des sozialpsychiatrischen Tageszentrums TAFF von Bethel im Norden an der Nienburger Straße geknüpft, die sich in ihrer Fahrrad-Werkstatt der Spenden annehmen. „Für kleines Geld“, sagt Karsten Wenisch, Leiter des TAFF. Für Teilnehmer Maik Pempe sei die Unterstützung der Asylbewerber Herzensangelegenheit geworden. Man habe Kontakte geknüpft. „Der eine oder andere kommt auch so mal auf eine Tasse Kaffee vorbei“, erklärt Wenisch.

Pempe, gelernter Metallbearbeiter (früher Schlosser) und vor vier Jahren einer der ersten Teilnehmer der Maßnahmen im TAFF, kontrolliert die gespendeten Räder auf Funktionsfähigkeit und Verkehrssicherheit – hier wird die Gangschaltung nachgestellt, dort werden Bremsbelege erneuert, auch mal ein Mantel ausgetauscht. „Räder, bei denen sich eine Instandsetzung nicht lohnt, nutzen wir für die Ersatzteilgewinnung“, erklärt Udo Nedlika, der im TAFF die Teilnehmer in den Bereichen Garten und Werkstätten betreut.

Die Koordination des Projektes Fahrräder für Flüchtlinge hat Astrid Ellmers übernommen. Kontakt: Tel. 04271/8815 oder per E-Mail (astrid.ellmers@sulingen.de).

oti

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