Stadt und Ehrenamtliche wollen helfen – und zusätzliche Freiwillige gewinnen

Flüchtlingshilfe vernetzen

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Machen in Sulingen in puncto Flüchtlingshilfe gemeinsame Sache: Hans-Rudolf Kalus, Astrid Ellmers, Dirk Rauschkolb (alle Stadt Sulingen), Thekla Löchel und Karin Wutzke (v.l.).

Sulingen - Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb nennt die ehrenamtlichen Helferinnen „Sulinger Engel“: Thekla Löchel und Karin Wutzke haben sich zur Aufgabe gemacht, den derzeit in Sulingen untergebrachten Flüchtlingen das Leben etwas angenehmer zu gestalten. Nicht allein: Karin Wutzke spricht von zehn bis 15 Helfern, die ihr und Thekla Löchel mir mehr oder weniger Engagement zur Seite stehen. Rauschkolb, unterstützt von den Verwaltungsmitarbeitern Hans-Rudolf Kalus und Astrid Ellmers, will das städtische und das ehrenamtliche Engagement vernetzten –und hofft in puncto Flüchtlingsbetreuung auf noch mehr helfende Hände.

Rauschkolb macht keinen Hehl daraus, dass die Möglichkeiten der öffentlichen Hand mit der Erfüllung der gesetzlichen Forderungen in der Flüchtlingsbetreuung nahezu erschöpft sind. „Umso mehr sind wir glücklich über das Engagement, das von Frau Löchel und Frau Wutzke initiiert wird.“

76 Plätze für Asylbewerber hält die Stadt vor, 66 sind aktuell belegt. Tendenz steigend, sagt Hans-Rudolf Kalus, Leiter des Fachbereiches Bürgerservice und Soziales. „Erheblich, wenn wir die Ankündigungen des Landkreises richtig deuten; schon im Dezember.“

Bürgermeister Dirk Rauschkolb mit Blick auf das Wirken von Thekla Löchel und Karin Wutzke: „Dann reicht auch das ehrenamtliche Engagement der beiden Frauen nicht mehr.“ Die Idee zur Optimierung der Flüchtlingsbetreuung, die die Mitarbeiter der Stadt und die beiden „Engel“ mit Unterstützung des Präventionsrates entwickelt haben: Eine Informationsveranstaltung (24. November, 19.30 Uhr, Alte Bürgermeisterei), während der über die Asylbewerberbetreuung in Sulingen informiert wird, während der aber auch zusätzliche ehrenamtliche Hilfe rekrutiert werden soll.

Rauschkolb: „Am Ende des Abends sollte sich ein Arbeitskreis gebildet haben, der diese Unterstützung koordiniert.“

Entstanden ist die Gruppe der „Sulinger Engel“ via Facebook. Thekla Löchel: „Karin hatte ein Kinderbett für eine somalische Familie gesucht, die hier lebt. Da haben dann ganz schnell ganz viele geantwortet. Da kam dann viel Hilfe, nicht nur das Kinderbett. Ich selbst wollte einen Kinderwagen spenden – und heute sitze ich hier.“ Das Engagement der beiden Frau geht inzwischen weit über das bloße Sammeln von Sachspenden hinaus. Karin Wutzke nennt es Service, spricht von der Begleitung bei Arzt- und Behördenbesuchen. „So manches Mal reicht es auch schon, einfach nur ein Dokument zu erklären.“ Man wolle Starthilfe geben, auch beim Aufbau sozialer Kontakte, müsse aber Kultur, Religion und die vorherige Lebenssituation der Gäste berücksichtigen.

Thekla Löchel und Karin Wutzke wissen, dass ihr ehrenamtliches Tun auch nur bis zu einem gewissen Grad belastbar ist. „Deshalb auch die Idee einer Informationsveranstaltung mit dem Ziel, weitere Helfer zu gewinnen“, sagt Dirk Rauschkolb. „Wir hoffen, dass wir viele Bürger mobilisieren können, sich einzubringen. Wenn es auch nur kleine Hilfsleistungen sind.“ Thekla Löchel: „Vielleicht ein pensionierter Lehrer, der den Asylbewerbern hilft, Deutsch zu lernen.“

Inwieweit die Begrifflichkeit „Sulinger Engel“ in Zusammenhang mit dem Vorhaben weiter Bestand haben wird, ist offen. Karin Wutzke: „Das ist der Name unserer geschlossenen Facebook-Gruppe und stammt von einem der Asylbewerber.“ Mit Gottesboten wollen sich die beiden Frauen nicht vergleichen. „Wir wollen Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten den Start in ein neues Leben erleichtern.“

oti

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